81/100

Scan 77

Von den Küken, die das Yodahuhn (35/100) ausbrütete,
überlebte ja, wie ihr schon wisst, nur der Yodahahn.
Die anderen wurden entweder vom Marder, vom Fuchs wahrscheinlich,
vor allem aber vom Habicht erwischt.
Einmal gingen wir mit den Hunden spazieren und hörten,
kurz bevor wir wieder zuhause waren, schon lautes Alarm-Gegacker.
Wir rannten los.
Noch auf dem Waldweg erschien der Raubvogel in der Luft mit einem der Küken in seinen Fängen.
Als er direkt über uns war, ließ er es fallen.
Oder warf es runter.
So wirkte es.
Wir hätten es auffangen können, aber es fiel zu schnell, wir waren zu langsam und zu erschrocken.
Ich hob das Kleine vorsichtig auf.
Es starb in meinen Händen kurz darauf.

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Scan 76

Eindrücklich war das Erlebnis, ein riiiiiesiges Stück von einem Damhirsch in der Hängematte verheddert zu finden.
Nachdem uns der alarmierte Förster beruhigt hat,
der könne durchaus mit dem halben Geweih überleben,
kicherten wir über die Vorstellung, wie der Hirsch, bevor er erschrak, gemütlich zwischen den Bäumen schaukelnd ein Nickerchen machte.
Kein schadenfrohes Kichern.
Eins, was Sorge überspielt.

79/100

Scan 75

Meine Freundin von gestern, die mit den Pferdedufttütchen, ist das einzige Mädchen, welches ich kenne, dass es geschafft hat ein aus dem Nest gefallenes Vogelkind zu retten. Piep war supersüß und superzahm, kackte überall hin und flog irgendwann ab und zu, dann für immer in die Freiheit.
Blieb aber in der Nähe.
Ehrensache.

78/100

Scan 74

Von Westberlin aus haben wir mal Urlaub auf dem Bauernhof gemacht,
im Teutoburger Wald.
Meine Freundin und ich konnten dort jeden Tag reiten.
Wir steigerten uns wahnsinnig rein, in unsere Liebe zu Timmi („ihrem“-) und Alex („meinem“ Pony).
Am Ende der Ferien schlichen wir uns in den Stall,
schnitten den Beiden heimlich ein paar Schweifhaare ab und steckten sie in kleine Plasiktüten.
Daran haben wir monate-, vielleicht sogar jahrelang geschnuppert und sind vor Sehnsucht regelmäßig in Tränen ausgebrochen.
Hier habe ich lustigerweise mehr Erinnerungen an den Geruch dieses Tütchens,
als an das Aussehen des Ponys.
Auf jeden Fall war Alex aber ein kleiner Apfelschimmel und Timmi schwarz.

74/100

Scan 71

Es gibt diese kleinen Gummitiere, die man an glatte Oberflächen schmeißt.
Sie pellen sich dann langsam ab und sehen dabei sehr lustig aus.
Nils kriegte so eine geschenkt, sie kam mit einem grandiosen Aufheiterungspäckchen, und wir haben so gelacht, als die blaue Krake im Wohnzimmer an die Decke flog und kleben blieb.
Da klebt sie immer noch.
Ich werde den Maler, der Ende August zum Streichen kommt,
bitten müssen, die Stelle auszusparen.

Edit: Und habe zu spät dran gedacht! Plötzlich war die Decke weiß und keiner der Arbeiter konnte sich erinnern, eine blaue Krake abgepult zu haben. Sie haben auch nicht verstanden, weshalb wir alle ziemlich fassungslos waren deshalb. Naja.
Hier ist sie ja verewigt.

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Scan 70

Ich habe gerade nachgesehen:
Im September 2013 haben wir sie im Wald gefunden, als wir mit den Ponys unterwegs waren. Hier: klick!
Irgendwie eingefangen gekriegt und in meinem Halstuch nach Hause getragen.
Meggie ist die, die Gretas Liebe für Wellensittiche geweckt hat.
Die Frau von dem grünen Kiwi und später dann Nick,
der ihr jetziger Partner ist.
Freundin von der zugeflogenen Lu. (23/100)
(Die hatte leider einen Tumor und starb, kaum angekommen, vor ein paar Tagen…)
Meggie bleibt hoffentlich noch schöööön lange bei uns!

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Scan 69

Jetzt kommt der schwarze Fleck auf meiner Tiergeschichtenweste:
Juri.
Wir waren mit Baby Artur und dem verwitweten Karlsson am Grunewaldsee spazieren, und sahen eine Frau mit einem winzigkleinen Galgobaby.
Aus Spanien gerettet. Ein Zuhause suchend.
Wir überlegten eine Weile und entschieden uns,
wieder einen zweiten Hund aufzunehmen.
Es war von Beginn an nicht leicht.
Wir wohnten im zweiten Stock und ich wurde Meisterin darin, das Baby binnen Sekunden ins Tragetuch zu stecken, um den Hund rechtzeitig nach unten zu tragen. Er kackte Berge von Würmern. Überall hin. Sonst nichts.
Das gab sich natürlich irgendwann, auch wurde er sicherer und biß mich nicht mehr, wenn ich ihn daran hindern wollte, Müll und Kot auf der Straße zu vertilgen.
Wir räumten die drei Schuhe, die heil geblieben waren, einfach weg und übten uns in Geduld.
So ist ein Hundekind eben. Dieses war nur besonders wild.
Wir haben eineinhalb Jahre versucht, miteinander zurecht zu kommen.
Er war inzwischen ganz gut erzogen, superlieb mit dem Kind und man konnte ihn überall laufen lassen. Aber es war nicht genug.
Ich bin täglich über zwei Stunden mit ihm in Parks geradelt oder in Hundeauslaufgebiete gefahren. Egal wie lange- ihm reichte es nicht.
Immer unruhig, immer auf dem Sprung. Und nicht wirklich glücklich.
Mir fiel es unendlich schwer, nie wäre ich vor Juri auf den Gedanken gekommen, man könne seinen eigenen Hund abgeben wollen, aber so war es.
Wir konnten ihm einfach nicht gerecht werden.
Erst versuchte ich auf eigene Faust ein neues Zuhause zu finden- und scheiterte kläglich. Noch vor Ablauf des Probe-Wochenendes.
Dabei hatte ich dem Mädchen ausdrücklich gesagt, dass sie ihr Kaninchen wirklich richtig gut in ein anderes Zimmer einschließen muß, wenn sie die Wohnung verlässt. (…)
Am Ende brachte ich ihn zu einer sehr netten Pflegestelle irgendwo in Norddeutschland, die sich speziell auf Windhunde spezialisiert haben.
Ich habe mich kaum mehr so geschämt, wie in dem Augenblick, als ich meinen Hund dort zurückgelassen habe.
Er fand bald ein Zuhause in München und wurde wohl sehr glücklich. (2002)

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Scan 68

Mein erstes Pferd habe ich zu meinem zweiten Geburtstag bekommen
und wir sind sofort gestürzt.
Natürlich bin ich wieder aufgestiegen.
(obwohl ich mich glaube zu erinnern, dass ich ewig gebraucht habe,
um mich zu trauen. Drei bis fünf Jahre circa.)
Da vorne steht es, in der Ecke meines Arbeitszimmers.
Boah, ist das alt.