29.März

 

Scan

Der Tag, an dem er geboren wurde,
um kurz Hallo zu sagen.
Und unsere Fässer mit Liebe voll zu machen.
Die wir nie leer weinen können, damit sie leichter werden.
Die umkippen, und man vorübergehend mal kurz ertrinkt.
Die sich dann wieder leicht mitbewegen, wie im Fluss.
Die im Körperkeller ruhen.
Aber wir können tausendunendlich viele Wasserpistolen daraus abfüllen, Nils.
Alle Blumen auf der ganzen Welt gießen.
Drin planschen und daraus trinken, bis wir besoffen sind.
Sie werden niemals leer werden.
Nie nie nie. Wir lieben dich auch so sehr.

(und irgendwie wollte ich ihm auch was Lustiges zum Geburtstag zeichnen….)

28. März

nichtmehr.jpg

 

-nichtmehr-

Nachdem ich gestern ins Buch gezeichnet hatte,
blätterte ich abends etwas weiter und fand das hier.
Genau, was ich vorher im Wald nicht ausdenken konnte.
Mit allem drin über den Frühling und Alles.

Also an seinen schlechteren Tagen.

Mein Freund Rilke.

15. März

Kaum hatte ich gestern beim Arbeiten irgendwann den Gedanken,
mir würde eigentlich eine wegweisende Eigenschaft fehlen,
nämlich die Gutallgemeineratschlaggebenkönnende, 
fiel mir dann plötzlich ein echt praktischer in die Hände und ein
und den gebe ich jetzt mit Überzeugung und vollweisheitgelöffelt weiter:

Was man morgens beachten sollte, wenn man sehr traurig ist.

fürmorgens

5. März

Nilsweh.jpg

Gestern erst habe ich dieses Wort gefunden.

Nilsweh.

Nicht zu vergleichen mit Heimweh, Fernweh, Bauchweh, Herzweh, Halsweh.
Nicht so allgemein und abgewetzt wie Trauer.
Wir hier haben gerade sehr viel und sehr schreckliches Nilsweh.

(jeder kann natürlich variabel den Namen vor das „WEH“ setzen, der sein muss. Praktisch.)

5. Dezember

365VientoundNils.jpg

Ich schrieb vor drei Jahren mal, ich wünschte, ich hätte sie nie zeichnen müssen, die Kerzentiere.

Und so ist es auch. Das denke ich auch jetzt gerade. Dies ist die No 365.

Mit Viento beginnt die Serie der Kerzentiere und sie endet mit ihm.
Es ist die einzige Zeichnung, auf der ein Mensch (ein kleiner) zu sehen ist.
Irgendwie dachte ich, wäre es gut, Nils dazu zu zeichnen, durch den all das Licht entstanden ist.
Wegen dem ich sie zeichnen durfte.
Ich freue mich sehr auf die Ausstellung, denn die wird nicht tränenreichtraurig,
sondern ganz ganz schön.
Und ich bin dankbar.
Für viel mehr, als ich jetzt schreiben will. Trotz allem.

Ich hoffe, dass alle, die es einrichten können, kommen werden!

24. April

Nilgänse.jpg

Die Nummer 22/100 der Tiere aus meinem Leben heute ausnahmsweise erstmal hier im Blog.

Heute früh watschelten auf der Weide meiner Stallnachbarin zwei Gänse herum. Pickten mal hier mal da, um den grossen Schimmel herum, und das war so schön anzusehen.
Tatsächlich hatte ich noch nie vorher solche Wildgänse gesehen.

Kurz fotografiert, dann gegoogelt.
Schnell die passenden Bilder gefunden, dann den Namen gesehen,
erst falsch gelesen – klar –  es sind Nilgänse.
Verrückt, dass ich von denen heute zum ersten Mal höre, oder?

Den Rest habe ich erst vorhin nachgelesen.

Jetzt verstehe ich auch, warum letzte Woche ein Gänsepärchen versucht hat, auf den brandenburgischen Kiefern zu landen. Ich dachte erst an so ne Art Blitzevolution. Oder, dass jetzt schon die Gänse durchdrehen. Nicht weiter verwunderlich. Aber das waren die beiden hier. Die brüten offenbar auch auf Bäumen.

Edit: Eine Instagram-Leserin machte mich auf den Artikel in der FAZ aufmerksam.
Da gibt es noch mehr: AchdumeineGüte. Ich habe mir nicht alle durchgelesen, aber die Nilgänse haben dort scheinbar ein eigene Kolumne inzwischen.

 

29. März

 

neugeborenerNils

 

Wie schön, dass du geboren warst.

Heute vor sechs Jahren war ich zu feige für eine Geburt ohne PDA. Ich dachte, ich schaffe das nicht noch ein viertes Mal, diese Schmerzen, diese Qual und Anstrengung. Ich habe die Hebamme gnadenlos angejammert, mir eine setzen zu lassen. Eine komische Geburt, sie passierte irgendwie und zum Schluß tat sie so weh, wie sie musste.

Dann war der Geburtsraum plötzlich voll mit uns Eltern und ihm, meine Mama war da und brachte alle Geschwister ins Krankenhaus.
Die Sonne stand schon tief und erleuchtete das Zimmer ganz sanft. Es war warm und still und ganz ganz besonders.
Einer der schönsten Momente in meinem Leben, vor sechs Jahren.

Heute hätte ich den Schmerz genommen. Hundertausendfach.
Würde er ihn mir zurückbringen.

(Ab und zu darf man hätte und würde sagen, zum Beispiel an Geburtstagen)

 

 

 

20. März

Vögelundeinei.jpg

Heute hat es wieder geschneit und die halbe Welt findet es blöd. Ich nicht. Es war so wenig Schnee bisher bei uns, da ist es mir egal, wann er kommt. Jetzt ist er ja beinahe schon vorweihnachtlich, ausserdem bin ich nicht mehr so der Frühlingstyp.

Am Friedhof lag nachmittags noch alles unter weichem, weißen Schnee. Ein oder zwei Fußspuren, die Grabstellen alle so richtig fein und friedlich und ordentlich zugedeckt.

Also, bis bis auf die von Nils. Dort scheinen etwa dreissig Vögel eine Party veranstaltet zu haben. Überall kleine Vogelfussabdrücke, um die Krokusse rumgewühlt, an den Blaubeeren gebuddelt und – klar, wie immer alle Steinchen vom Stein geworfen.
(damit Georg sie wieder aufheben kann)

Das war schön.
Die Zeichnung oben ist, unabhängig davon, schon vor ein paar Tagen entstanden.
Fragt euch also bloß nicht, warum die nicht fröhlich aussehen und was das Ei da soll.
(ohne würde der Vogel umkippen, ganz einfach)