9. September

Wieviel sollte man hier zeigen?
Soll man die ganze Welt mit seinen Schmerzen belasten?
So viele traurig machen, die uns nur digital kennen?
Reicht es nicht, wenn man selber leidet?
Und die Familie und Freunde?
Was ist aus diesem lustigen JedenTageineSkizze- Blog geworden?
Meine persönliche Trauerbewältigungsplattform?
So in aller Öffentlichkeit?
Eine Heul-Internetz-Seite?
(tut mir leid, dass man hier viel weinen muss gerade)
Tja.
Leider kann ich nicht anders.

Meine heutige Zeichnung trage ich seit ein paar Tagen in mir herum.
Das ist nicht gut und tut tat sehr sehr weh.
Jetzt ist sie raus.
Ich glaube, es hat geholfen, auch wenn ich nass geschwitzt und kaputt bin.
Wegen siehe oben zeige ich sie nicht ganz… (haha!)
War diesmal nur für mich wichtig.

Jetzt zeige ich schon Zeichnungen die ich nicht zeige.
Ogott.
Danke für euer Verständnis.

72 Gedanken zu „9. September“

  1. Püh, echt jetzt ma, das ist doch dein blog- und wer´s hier scheiße findet, der soll halt gehen! Du zwingst ja niemanden, hier mit zu lesen. Und die, die bleiben, sind dann hoffentlich die richtigen Leser für dich! So!
    Und ich bleibe! Weil ich dich so gut verstehen kann, weil ich´s auch so gemacht habe- geredet, ob die anderen es nun hören wollten, oder nicht- es musste raus, es musste wohin. Und je mehr von dem toten Kind wissen, um so weniger kann es vergessen werden. Denn nur, wer vergessen wurde, ist endgültig gestorben. So viele, die auch nach 10 Jahren noch fragen, wie es uns „jetzt“ geht- weil wir mal offen waren und damals mit ihnen drüber geredet haben. Das tut gut! Und dir hoffentlich auch irgendwann mal….
    Liebste Grüße!

  2. Liebe Melanie, ich bin eineinhalb Jahre hierher gekommen, um zu lachen. Jetzt komme ich hierher, um zu gucken wie es dir geht. Um Anteil zu nehmen. Meistens weine ich dabei und würde so gerne helfen. Mach bitte das, was sich für dich gut anfühlt.
    Liebe Grüße Stephanie

  3. Schränke dich nicht ein, Melanie.
    Schreibe, zeichne und erzähle was dich bewegt, denn das bist DU. Mit all deinen Stärken und Schwächen. Mir geht euer Schicksal wirklich nahe. Sogar mein Mann weiß mittlerweile Bescheid, weil er mich schon des öfteren mit Tränen am Handy erwischt hat. Aber das ist doch okay so. Wenn du traurig bist und es dich innerlich zerreißt, dann spiegelt das dein Blog wider. Alles andere wäre echt seltsam.
    Ich wünschte, ich könnte dir und deiner Familie in irgendeiner Weise helfen, aber wenn man gar nichts tun kann, so hilft vielleicht wenigstens das Zuhören. Das kann ich tun für dich.
    Ich hör dir zu.
    Angela

  4. jetzt stell dir vor.
    alle 69 die vor mir geschrieben haben und ich und alle die vielleicht nur lesen, aber genau so mitfühlen und an euch denken, also, alle alle alle, sitzen nicht nur mit tränen in den augen vor ihren handys, sondern strecken dir ihre hände hin.
    und helfen dir gerne das gleichgewicht zu halten – trotz wackeligem rotierenden laufrad und elektrisch geladenen bullenzaunhalteseilen. und einem ekeligen abgrund darunter.
    wir sind nicht zur belustigung hier. wir mögen dich. durch dick und dünn.
    alles liebe.
    widu

  5. Egal, was ich jemals in Worten brauchen sollte, in Zukunft frage ich immer Dich. Du bist wunderbar, Maike. Nina (umarmt Dich) (und falls Du jemals etwas brauchst … Weißte)

  6. Liebe Melanie,
    ich möchte Dir Danke sagen! Danke für alles was Du schreibst und zeichnest.
    Ja, es macht traurig. Sehr, sehr, sehr traurig. Aus Mitgefühl für Deinen Schmerz und Deinen Kummer, den Du jetzt aushalten musst. Aus Trauer um einen kleinen Jungen, den man nicht kannte, aber den man durch Deine Worte und Zeichnungen ins Herz geschlossen hat. Und aus Angst um die eigenen Lieben. Aus Angst, wie man selbst jemals so einen Verlust ertragen könnte, mit so einer Lawine von Schmerz umgehen könnte.
    Aber gleichzeitig macht es auch so dankbar. Und demütig. Ich bin dankbar dafür, dass Du diesen Mut hast so offen zu sein und uns Unbekannte teilhaben lässt an Dir. In Deinen Worten und Zeichnungen ist trotz allem Schmerz auch so viel Lebensmut und Lebensfreude. Und das macht mir Mut und Hoffnung für mein Leben. Du bist ein sehr, sehr großzügiger und inspirierender Mensch! DANKE!
    Ich wünsche Dir und Deiner Familie ganz viel Kraft und Mut weiterhin
    und bedaure, dass ich Dir nicht mehr geben kann als dieses kleine Danke.
    Kristina

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