
Ich habe immer nach Gelb gesucht.
Kerzentiere gezeichnet.
Glückstexte verfasst und dem Trauerwind entweder die Stirn geboten oder einfach den Rücken zugewandt.
Habe dies öffentlich geteilt und viel Privates freigegeben.
Eins wollte ich, wollten wir nie tun:
Die blöde Geschichte um Nils Tod breit treten. Wir haben während der ganzen Zeit unserer Trauer parallel daran gearbeitet, dass aufgeklärt wird, warum er gestorben ist.
Und wie das passieren konnte.
Wir haben bis vor wenigen Wochen gedacht, wir könnten gegen die Berliner Charité Campus Virchow Klinikum etwas ausrichten. Denn wir haben leider einen sehr eindeutigen Fall auf unserem kleinen Waldfriedhof liegen. Und wir sind weder hysterisch, noch grössenwahnsinnig und auch nicht verzweiflungsverblendet. Wir sind relativ intelligent, haben einen guten Anwalt und eine Aktenlage, die keine Fragen offen lässt.
Wir dachten, wir könnten einfach den offiziellen Weg gehen und das alles seinen rechten Weg gehen wird. Die Verantwortlichen zur Verantwortung gezogen werden und so.
Haha.
Die Berliner Staatsanwaltschaft hat nun das Verfahren eingestellt.
Ich würde liebend gerne die Begründung hier zitieren.
Und das tue ich auch demnächst.
Aber da muss ich ein bisschen ausholen, damit man das versteht.
Es gibt für uns jetzt erst mal leider nur den Weg, über die Öffentlichkeit Druck aufzubauen. Ich hasse ja Wäsche machen. Dreckswäsche und so.
Wir sehen nun aber leider gar nicht ein, wie wir abgefertigt worden sind.
Deswegen gibt es hier ab jetzt Stück für Stück Wäscheleine.
Und ich habe zwar dieses mir ureigene harmoniesüchtige Grundbedürfnis, mich für die Schlechtigkeit der Welt zu entschuldigen, und niemanden damit zu belasten, aber da muss jetzt jeder durch, der hier liest. Wer nicht mag, guckt weg.
Kann ja ab und zu was Heiteres zwischen posten. Mache ich.
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