perfekt

perfektfutur

(aus meinem Notizbuch von 2015)

Zeitform, um auszudrücken, dass etwas in einem bestimmten oder unbestimmten Zeitraum in der Zukunft abgeschlossen ist.

Auch FuturII oder – und deshalb kam ich darauf –

Futur Perfekt genannt. Perfektfutur.

Ich las es im ersten Moment Futur Per-fekt, mit Betonung der zweiten Silbe.

Oder Per-fektFutur

Wie vollendete Zukunft im Sinne von vollkommene Zukunft.

Und dachte für einen Moment, ich hätte in der Grammatik die Lösung für unsere gefunden.

Naja.

So richtig verstehen tue ich selber nicht, was ich eigentlich damit gesagt haben wollen sein werde.

Wollte.

 

 

……………………………………………………………

Wie wir das erste Kapitel überlebt haben?

Wir hatten die besten, stärksten Freunde an unserer Seite, die man sich wünschen kann. Die tollste Familie. Alle haben alles mit ausgehalten. Waren da, wenn wir sie brauchten, ohne uns zu bedrängen. Lachten mit uns, weinten mit uns. Weinten, wenn wir lachten und brachten uns Lachen, wenn wir weinten. Trost, Halt, Rotwein. So ungefähr.

Hier ist dieser eine Text, auch damals entstanden. Der beschreibt echt ganz gut, wie sehr man schwebt, in einer solchen Zeit. Man schwebt und lebt weiter.

Ihr braucht eine Pause vor dem nächsten Kapitel. Danke für eure vielen Worte!

9 Kommentare zu „perfekt“

  1. Grammatik war nie meine Stärke. Aber mein Gefühl sagt mir, dass das alles nicht passieren hätte dürfen. Aber es ist. Passiert. Und ihr wart / seid / bleibt stark. Ihr seid toll. Deswegen wird das alles irgendwann gut gewesen sein. Für einen anderen Zweck. Danke für’s Teilen. Dabei und in Gedanken bei euch, Mella

  2. Es war Scheiße! (Über Präteritum brauchen wir nicht streiten.)
    Es ist Scheiße! (Über Präsens auch nicht, auch wenn der Blick auf die Scheiße sich veränderthaben mag…ein wenig, 0.04mm mehr zur Seite oder so ,vielleicht ?)
    Es wird Scheiße sein! (Ja Glück hängt ab und an freudig im Raum rum, aber dann ist /wird doch hier und dort in der Zukunft dieser Fäkalienmief bemerkbar.)
    Es würde Scheiße sein! (Selbst wenn man sch das nur ausdächte…)
    Es wäre schon unter anderen Umständen Scheiße gewesen.
    Ich konjugiere so vor mich hin … die Scheiße bleibt!
    Und das ist der Grund, warum es öffentlich werden muss. Sollen doch möglichst viele die Nase rümpfen müssen. Wäsche mit Fäkalienresten ist echt nicht schön. Also waschen, vor den Augen ALLER!
    Liebe Grüße
    Henrike

  3. Und das absurde ist, dass, wenn dieser Oberarzt nicht noch diese unglaubliche! Scheiße! obendraufgesetzt hätte, die andere Scheiße vielleicht gar nicht rausgekommen wäre (aber ob das besser gewesen wäre? vielleicht für euren Seelenfrieden – vielleicht…) und sie sich danach vielleicht nicht so scheiße verhalten hätten, wie jetzt aus (Scheiß)Angst.
    Erst für die Wissenschaft/zukünftige Behandlungen oder irgend sowas unbedingt rauskriegen wollen, woran es lag, dass Nils gestorben ist und dann, als sich tatsächlich (wie erwartet?) zeigt, dass Fehler gemacht wurden, schnell ein Deckmäntelchen drüberwerfen, statt dazu zu stehen und sich zumindest zu entschuldigen, wenn auch nichts mehr zu ändern ist! Das ist feige und widerlich! Und macht mich wütend und traurig! Und muss öffentlich werden!
    Liebe Grüße
    Angelika

  4. Liebe Melanie, deine Grammatik-Passage erinnert mich stark an den Film Arrival, der gerade in den Kinos läuft (krasser Zufall!). Vordergründig geht es dabei um (tolle) Aliens aber eigentlich ist der Kern der Geschichte wie die Protagonistin durch eine andere Zeitwahrnehmung den Tod ihres Kindes anders bewertet. (Vorher die Kurzgeschichte zum Film lesen hilft, dann kapiert mans besser…die ist auch ziemlich gut und preisgekrönt.) Als ebenfalls betroffene Mutter fand ich das alles ziemlich mind-blowing und: tröstlich! Die Aliens haben auch ein anderes Physik-Verständnis, das Ihnen unterschiedliche Bewertungen von Situationen erlaubt (z.B. größte Freude oder äußerster Schmerz) – schon ziemlich vertrackt das Ganze, aber wie gesagt wunderbar tröstlich: „Ich erinnere mich, dass das Leben meines Kindes für mich Anlass größter Freude gewesen sein wird…“

    1. …und diesen Satz finde ich nämlich so schön:(und so würde ich ihn dann auch gesagt haben) „Ich erinnere mich, dass das Leben meines Kindes für mich Anlass größter Freude gewesen sein wird.“ Genau. Futur- Per-Fekt. Danke! (den schreibe ich mir raus)

  5. Also mein Kommentar bezieht sich auf den Tod an sich, nicht auf die Geschichte mit den Ärzten…Diesbezüglich bin ich ziemlich sprachlos…ich weiß nicht, ob ihr das eine vom anderen trennen könnt…wahrscheinlich nicht? Ach Mann, ich weiß nicht, wie es dann überhaupt Trost gibt? Ich hoffe, irgendwann irgendwie…(komische Alien-Geschichten helfen da wahrschl. auch nicht weiter :(

    1. haha, ich finde diese Aliensache …äh…perfekt…. ; ) Wollte sogar antworten auf deinen Kommentar. Auf jeden Fall trennen wir die Dinge. Ich trenne mich ja selber komplett in zwei bis drei Personen. Du wirst das kennen. Liebe Grüsse!

  6. Ich wollte eigentlich schon etwas zum ersten Kapitel schreiben: geschrieben.gelöscht.geweint. dämlich durch s Haus gelaufen.geschrieben. gelöscht und es mit in den Schlaf genommen.
    Ich konnte nicht und kann es jetzt noch nicht richtig. Ich habe noch nie etwas von einer mir fremden Person gelesen, dass mir so nahe gegangen ist. Ich kann nicht nachvollziehen,wie es sich anfühlt, doch alleine der Umstand Mutter zu sein , hat die Wellen über mir zusammen brechen lassen.
    Fand ich den Tod von Nils schon ansich unbeschreiblich, so finde ich jetzt die Umstände und das “ verdammt nochmal es hätte verhindert werden können“ unerträglich.
    Meine Bewunderung für dich , auch deine Familie durch diese anderthalb Jahre getragen zu haben, steigt immer mehr.
    Und ich bin dankbar, dass ihr so tolle Freunde und Familienmitglieder habt, die für euch da waren und sind. Ich verstehe jetzt auch viel besser, was du letzten Monat mit dem Unterschied von Mitleid, Mitgefühl und Mitmut gemeint hast…letzteres scheint dein Umfeld zu besitzen.
    LG Kerstin.

    1. so empfinde ich es auch, ich fühle mich immernoch sprachlos… unbeschreiblich und was kommt da noch hinzu, welch unfassbarer Abgrund. Euch nicht zu verlieren im Strudel, Brücken zu finden, ihr seid unfassbare Eltern, immer und immer wieder meine tiefste Bewunderung an Dich.
      Silke

…. ich freue mich über deinen Kommentar!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s