17. November

Und wie erklärt man Kindern, dass ein Kind gestorben ist?

Der Satz: „… war ja schon alt.“ funktioniert nicht.
Das Leben war noch nicht fertig gelebt.
Die Liste der Dinge, die erlebt werden sollten scheint so unendlich lang.
Noch nie alleine Fahrrad gefahren.
Nie Skateboard.
Nie in den echten Kindergarten gegangen.
Nicht in die Schule.
Keine Liebesgeschichten.
Nie geflogen, sich betrunken, Nächte durchgefeiert.
Diese ganzen Millionen Kleinigkeiten und grossen Erlebnisse.
Gute und Blöde.
Es fühlt sich so falsch an.
„Warum musste er denn dann schon sterben?“
Vielleicht geht es ja gar nicht um Erlebnisse.
Vielleicht muss man, wie bei einem Handyspiel,
viele Level durchspielen, bevor man mit dem Leben fertig ist.
Und Nils hatte mit seinen drei Jahren einfach schon das Level erreicht,
an dem man sagt: Perfekt gespielt.
Vielleicht ist das Leben ein Kreis, der geschlossen werden muss.
Vollkommen und Rund.
Vielleicht deshalb.

Kurz und gut finde ich aber auch:
Damit im Himmel nicht nur alte Omas und Opas rumflattern.

Besser, als zu sagen,
weiß ich auch nicht.

22 Kommentare zu „17. November“

  1. Es wird nie nie eine zufriedenstellende Erklärung auf die Frage geben (auch wenn mit den Opas und Omas schon schön ist). Aber ich bin der Meinung, dass es nicht darum geht, was man im Leben schon alles erlebt hat sondern darum ob man geliebt wurde und geliebt habt. Und darin bin ich mir 100%ig sicher, dass ihr euch gegenseitig ganz viel Liebe geben habt und immer noch gebt. Daran kann auch der Tod nichts ändern. Niemals, nie! Haltet an eurer Liebe fest. In Gedanken täglich bei dir.
    Alexandra

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  2. ja vielleicht geht es nicht um die Erlebnisse, vielleicht geht es um die Liebe?
    Er hat soviel Liebe und Geborgenheit bei Euch erfahren, soviel Vertrauen, soviel dieser tiefen Liebe und Sonne in sich getragen und gegeben,
    vielleicht wird er an anderer Stelle gebraucht, kleiner großer Stern, wissend ihr schafft das.
    Vielleicht brauchen wir einfach viel länger und er ist uns wirklich himmelweit voraus?
    Drück Dich,
    Silke

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  3. Ich bewundere so sehr deine Zeichenkünste, liebe Künstlerin.
    Weil ich hier neu bin und zu deinem Geburtstag neulich das erste Mal auf deinem Blog war, habe ich nicht verstanden, auch nicht gewusst, was euch widerfahren ist. Jetzt habe ich einen zarten Faden hier auf deinem Blog zurückverfolgt. Ich bin sehr betroffen und habe zugleich die feinste Trauerarbeit, die ich je gelesen und gesehen habe, kennengelernt: Nils hatte und hat eine wunderbare Mama. Man kann von dir sehr viel lernen. Es tut mir unheimlich leid für dich und deine Familie.
    Es tut mir auch so leid, dass ich mit meinem ersten Kommentar hier wie eine Holzhackerin aufgetreten bin. Entschuldigung. Ich habe einen ungünstigen Augenblick erwischt, an dem ich deinen Blog kennenlernte.
    Liebe Grüße,
    Angelika

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  4. So erklärt man Kindern das – und sich selbst am besten auch. Mit so liebevollen Worten und Bildern, die -trotz unsagbarer Trauer- so eine sanfte Ruhe verströmen, die nicht wütend sind, sondern annehmend, dankbar, beruhigend und tröstend.

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  5. …kann man den Tod erklären? Das Sterben müssen…je mehr ich darüber nachdenke je weniger geht es…nur gut wenn es da eine Hoffnung gibt, eine Hoffnung das der Tod keine Ende ist sondern ein Anfang…aber warum tut es trotzdem so weh?
    Seid umarmt.marit

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  6. Darüber denke ich auch so viel nach.
    Ich bin da aber genau deiner Meinung.
    Kinder fragen ja auch alles ganz unverblümt nach.
    Warum also keine ganz konkrete Antwort geben, die sie nachvollziehen können.
    Mir hat mal jemand gesagt, dass dann derjenige seine Erdenaufgabe erfüllt hat ( was auch immer diese Aufgabe gewesen ist, denn die steht halt nicht auf einem A4- Blatt untergliedert in 1., 2., 3.)
    Das lässt es mich leichter verstehen.
    Macht euch ein paar schöne Stunden.
    Angela

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