9. November

„Ich will, dass er zurück kommt.“

Ausgesprochen von einem Geschwisterkind bin ich erleichtert,
dass es ihn ausspricht und er zerreisst mir gleichzeitig das Herz.
(ich selber verbiete mir diesen Satz, neben WarumWiesollundHätte-Sätzen… )
Was sind für Löcher in die Kinderherzen gerissen worden.

„Wir tun Sternenstaub, Licht und Komposterde rein, ja?
Keine Steine, nix Sperriges, was zwar schnell das Loch stopft, später aber splittert.
Blumen werden daraus spriessen und strahlen wird es. 
Mehr als die Herzen der Kinder, die kein so ein wertvolles Loch haben.“ 

Mir fallen trotzdem direkt dreissig verbotene WarumWiesollundHätte-Sätze ein.
„Alles wird gut“ könnte ich ja schreiben und sagen,
aber der Satz ist auf der schwarzen Liste.
Wie gut, dass die Kinder mich zwingen, mir schöne Dinge auszudenken.

22 Kommentare zu „9. November“

  1. So bitter und furchtbar und abgrundtief es in diesen Momenten dann ist…wenn sich die Geschwister trauen dir zu sagen, dass sie sich wünschen, dass er wieder kommt und nicht schweigen und runter schlucken, um die Eltern zu schützen, dann…ja dann habt ihr alles richtig gemacht.
    Richtig gemacht vorallem um eine Art Heilung für das noch so wunde Loch überhaupt zu ermöglichen.
    Ich verbeuge mich vor euch, herzlichst Kerstin ( mit dem Gedanken, dass jetzt eine Jahreszeit kommt in der ihr euch erst recht ganz furchtbar brauchen werdet)

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  2. Ja. Es ist so unendlich gut, dass sie es sagen dürfen. Und wenn schon sonst nichts Gutes am Tod ist, kann man ja doch das Beste draus machen, das wenigstens, und eure Kinder werden für ihr ganzes Leben mitnehmen, dass sie in der Familie geborgen sind und angenommen mit allem, was sie sagen, denken und fühlen. Ich glaube nicht, dass es auf der Welt ein wichtigeres und heilenderes Gefühl gibt.

    Liebe Grüße
    Maike

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  3. Ich bin so sprachlos, will so gerne was liebes und tröstendes sagen, aber mir fehlen die Worte. Es tut mir leid, dass ich dir nichts schreiben kann, was dich tröstet oder aufbaut. Ich komme mir schlecht vor, dass ich all deine schönen Worte und Zeichnungen und eure Geschichte „konsumiere“ ohne dir etwas dafür geben zu können. Ich weine ganz oft mit dir, vielleicht sind meine Tränen mein Anteil? Aber auch dann denke ich: Habe ich das Recht zu weinen, obwohl mir nicht sowas schlimmes widerfahren ist? Seitdem ich deinen Blog lese, seit ein paar Wochen, denke ich jeden Tag an dich und deine Familie und abends schleiche ich mich zu den Kindern und habe Angst und könnte platzen vor Liebe. Ich will auch, dass er zurückkommt. Und ich habe auch dreißig WiesoWarum-Sätze im Kopf. Aber das hilft dir nicht und das tut mir leid!!! Ich danke dir für alles, was du gibst, du bist ein wunderbarer Mensch und eine wunderbare Mama!

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  4. „ich freue mich schon so, wenn wir uns wiedersehen“, ertappe ich mich jedes mal am grab von papa sagend. und ich habe keine ahnung, was ich damit meine. vermutlich aber das gleiche. melanie, ich denk ganz fest an euch. jeden einzelnen blöden tag. jeden.

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  5. Warum verbietest du dir Worte und Gedanken, die du bei deinen Kindern bewunderst.
    Du darfst diese Worte auch sagen. Deine Trauer ist ebenso groß und das Loch in deinem Herzen ist genauso tief wie in den Herzen der Geschwister.
    Richtig ist, dass ihr die Worte und Gedanken gemeinschaftlich in eurer Familie austauscht. Wenn ihr euch zusammen erinnert, was Nils gerne gemacht hat, wie er war und was ihr gemeinsam erlebt habt. Ihr sollt dabei kein schlechtes Gewissen haben, sondern euch wohl dabei fühlen. Das darfst du wirklich.
    Liebe Grüße, Angela

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  6. habt ihr schon mal über eine gemeinsame Kur nachgedacht. Bekannte sind damals nach Sylt gefahren. Auch eine gemeinsame Therapie, Gesprächsrunden oder so wären vielleicht eine kleine Stütze. Ihr seid nicht allein.
    Zum eigenen Schmerz, die Kinder leiden zu sehen…..grausamst.

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  7. soviel steckt in diesem Bild, mir fehlen die Worte!
    Du bist wundervoll, ihr seid wundervoll, euch nicht zu verlieren, ihr schafft das!!!

    von Hans Kruppa habe ich heut diese Zeilen aufgeblättert:
    Wenn es einen Sinn
    in unserem Leben gibt,
    dann kann er doch
    nur darin bestehen,
    aus dem Dunkel
    ins Licht zu gehen,
    aus der Schwere
    in die Leichtigkeit,
    aus der Sehnsucht
    in die Erfüllung.

    Deine bunte Tierschar, ein jedes hält ein Licht für Euch, in ganz vielen Herzen brennt ein Licht für Euch, für Nils.
    und auf der anderen Seite, ich glaube irgendwo sitzen sie lachend beisammen, mit ganz anderem Blick auf diesen Vogel und haben Spaß an sanften Löwen, verrückten Giraffen – seht was meine Mama alles kann.

    herzlich,
    Silke

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