• Hier wieder mein Rückblick. Es war ein anstrengender Monat. Wobei ich gar nicht sagen kann, warum. Oder doch? Oder nicht oder doch zögere ich auch, abzusenden, aber so war der Deal und daher: Viel Freude beim Lesen. Kommt gut in den August! Der Juli beginnt immer mit dem 5.Juli. Dem neunten 5.Juli. Wir nehmen uns jedes Jahr etwas richtig Schönes vor, da gibt es keine Traditionen mehr, außer, dass wir möglichst alle zusammen sind und außer dem Wetter. Es ist immer kalt und ganz anders, als vor neun Jahren, was mich sehr froh macht. Ich fragte…

  • In diesem Jahr bin ich nur gaaaaaanz wenig unterwegs, weil ich mich ein bisschen auf mein neues Buch konzentrieren muss, aber natürlich gibt es Ausnahmen, wenn Lesungen schon lange angefragt waren oder es um mein NILSbuch geht. Merkt euch also gern, dass ich am 11.April abends in Köln lese. Und die Lesung findet in einem Hotel statt, Ausreden wegen zu weit zählen also nicht, weil Übernachtungsmöglichkeit vor Ort. Hehe. Bitte meldet euch HIER an! Natürlich wird es einen Büchertisch geben und ich signiere anschließend auch sehr gern. Ich freue mich, wenn es richtig voll wird!

  • EDIT: Gestern habe ich „Zeit Verbrechen“ gehört, die Folge mit dem Autorennen 2016 am Kurfürstendamm, bei dem ein Mann ums Leben kam. In dem Zusammenhang wirkt mein Text hier ziemlich daneben. Glaubt mir, unsere „Rennen“ waren und sind auf die drei Sekunden anfahren beschränkt gewesen. Und ehrlich gesagt, habe ich jetzt gar keine Lust mehr, mich mit irgendeinem Auto zu messen. Hier ist die Folge: Der Podcast bei Spotify Das große Auto war die Tage zum Durchgucken beim unserem Werkstattmann des Vertrauens. Er nennt es das „Englisch Elend“, inzwischen eher liebevoll und aus Tradition glaube ich,…

  • Viento hat mich heute seit langer Zeit mal wieder zum Friedhof begleitet.Es regnet in Strömen.Auf dem Friedhof sehe ich aus der Ferne jemanden in Warnweste mit einem dieser beschissenen Geräte, die sehr laut Blätter von a nach b pusten.Im Regen ganz sicher doppelt so unnützlich wie sonst.Kurz überlege ich.„Was machen Sie denn da!???“ kreischt die Frau da auch schon, als ich das Törchen öffne.„Sie wollen doch nicht etwa mit dem Pferd…“ „Doch, will ich. Muss nur kurz die Kerze anzünden.“Echt- die fällt beinahe in Ohnmacht und kann aber nix machen, außer schimpfen.Sich uns entgegenstellen. Sich einem Ritterpferd…

  • Die Geschichte, wie wir Viento die Kerze auf den Kopf setzten, den einen Tag, und wie ich abends mein erstes Kerzentier zeichnete und dann noch zwei und dann ganz viele, bis es 365 waren, für jeden Tag im Jahr eins, die kennen jetzt alle.(Also die, die meine Bücher kennen, jedenfalls) Es gibt aber noch die andere kleine Geschichte dazu, die ich zwar auch schon hier und da erzählt habe, die aber in der gekürzten Fassung rausfällt. Denn kurz vor diesem einen Tag mit der Kerze hatte ein Freund, der Künstler ist, die Idee, dass wir doch…

  • Am 2. November bin ich im Rahmen einer Vortragsreihe in Dernbach und lese aus meiner Graphic Novel NILS- Von Tod und Wut. Und von Mut vor. Um 20:00 Uhr im Aloysia Löwenfels Haus Marienweg 1 56428 Dernbach. Weitere Informationen, Anmeldung und so unter www.Katharina-Kasper-Stiftung.de Ich freue mich sehr auf diese Lesung, habe ich doch den schwersten Teil des Buches im Kloster nebenan schreiben dürfen. … Am 12. November haben mich der Rotaryclub Schweinfurt zusammen mit dem Hospizverein Schweinfurt e.V. zu einer Benefizveranstaltung eingeladen. Um 19:00 Uhr im Alten Eichamt, Am Oberen Marienbach 2 in Schweinfurt. Hier…

  • „Wie fühlt es sich an? Wenn alles an diesem Buch Eigenes ist ?“ Manchmal frage ich mich, ob es komisch klingt, wenn ich mich SOOO sehr auf mein fertiges Buch freue. Ist der Inhalt doch das Schrecklichste, was mir, was uns passiert ist. Aber auf das, was es geworden ist, darauf freue ich mich. Und darüber, die Geschichte von Nils vielen Menschen erzählen zu können. Auf meine Weise. Alles in dem Buch ist natürlich Eigenes. Wie in jedem Buch und der Anfang war für mich besonders  schwer. Ich habe mir ziemlich bald Hilfe geholt, von einer…

  • Am 5. Juli waren wir natürlich bei Scheißwetter am Steinestrand. Was gut war. Und schrecklich auch.

  • Gestern bin ich tatsächlich in eine Minidebatte in der Kommentarfunktion bei Facebook geraten, die ich nicht geneigt war, weiterzuführen. Zu anstrengend. Da mir aber Überheblichkeit und fehlende Argumente vorgeworfen wurden, musste ich nun doch noch vorm Frühstück meine Antwort aus dem Kopf aufzuschreiben. Hier traue ich mich, sie zu veröffentlichen, drüben sind mir die Reaktionen zu übergriffig, bin ich ganz ehrlich. Natürlich! Dürft ihr in den Kommentaren darüber offen und respektvoll eure Meinung schreiben, keine Scheu! Also: ….. Ich werde immer alles aus der Perspektive des Kranken und seiner Angehörigen sehen. Ich werde immer dafür sein,…

  • In dem Buch, in dem wir manchmal arbeiten, um verstopfte Herzlöcher durchzuspülen, war gestern die Aufgabe, einen Brief zu schreiben. Um ihm noch mal zu sagen, was einem wirklich wichtig ist. Ich möchte zum Beispiel nicht, dass er denkt, er müsse mich trösten. Weinende Mütter sind schwer auszuhalten und ich mute es meinen Kindern nur ungern zu. Um Trauer zu fluten ist es erlaubt, aber niemand soll sich niemals dafür verantwortlich fühlen, bitte. Auch nicht Nils. Noch wichtig: Wir werden ihn nie vergessen. Selbst wenn sich die Erinnerungen verändert haben und sich immer verändern werden. Sie…

  • Was würde ich dafür geben, ihn heute so hier zu haben, lachend und albernd, Geschenke auspackend, Torte essend. Einfach da seiend. (Natürlich mit fünf Kerzen mehr, einer cooleren Frisur und vermutlich einer eigenen Playstation im Hintergrund.) Alles Liebe zum Geburtstag, großer Nils. Wir feiern dich und dass du geboren bist. Torte essen wir heute auf jeden Fall. Für dich.

  • Beim Bäcker ist es leer, ich bin ziemlich früh, das bedeutet, die Auswahl an Brötchen ist noch groß, eine Stunde später kann es passieren, dass man warten muss, bis der letzte Schwung Schrippen aus dem Aufbackofen kommt. Ich kenne den Bäcker, seit er eröffnet wurde, vorgelagert in einem Discounter, der Sonntags aber natürlich zu ist, daher abgetrennt durch ein Metallgitter. Ich kenne die Verkäuferinnen. Ich kenne die Brötchensorten, den Geruch, das Licht und den Parkplatz zu jeder Jahres- und Tageszeit. War hier schon mit zwei, drei, wechselnde Besetzungen, auch mit allen vier Kindern. Sehr oft mit…

  • Fast schon ein Klassiker. klick Habe diese Szene glaube ich als alleraller-ALLER-erstes fürs Buch gezeichnet, überarbeitet, neu gezeichnet und in sämtliche Exposès für alles mögliche gepackt. Nun ist es eine der letzten Seiten, die ich eben reingezeichnet habe. Immer noch eine meiner liebsten. (noch unkoloriert und nicht komplett- klaro) Dachte nur gerade in diesem Moment: Pferde und Kippen. Kommen wirklich sehr häufig vor.

  • „Ich glaub, der Drops ist gelutscht.“ sagt  hier der Vorstand der Charitè. (hat er das echt so gesagt?! kaumzufassen) Und wenn es nicht nur das fehlende Pflegepersonal, sondern auch Mängel der Ärzteschaft und Geschäftsführung sind? Fachliche, menschliche und personelle? Ich finde, sie machen es sich recht einfach, indem sie wieder und wieder alles auf die Pflegekräfte schieben. Die paar vorhandenen Pfleger*innen reißen sich immerhin den Arsch auf für ihre Patienten. Meiner Meinung nach würde eine Veränderung in den obersten Reihen, natürlich zusätzlich zu besserer Bezahlung und menschenwürdigeren Arbeitsbedingungen, bewirken, dass sich auch wieder mehr Pflegekräfte für die…

  •   Wenn es das Gerichtsgebäude ist, „ist es eigentlich viel zu schön gezeichnet“, merkte eine liebe Kommentatorin an, als ich diese Zeichnung bei Instagram postete. Ach- dachte ich. Echt? Und: Mmmh. Interessant. Ich habe das Gerichtsgebäude heute tatsächlich mit viel Sorgfalt richtig nett gezeichnet, auch wenn es dies im Zusammenhang der Geschichte vielleicht nicht verdient hat. (wobei- das Gebäude kann ja wirklich nix dafür, aber ich weiß, wie sie das meinte) Aber es ist so, dass ich einfach wunderschön zeichnen w i l l und m u s s , ich kann gar nicht anders. Denn…

  •   Hier sieht man, wie das war, als ich anfing, die Kerzentiere zu zeichnen.  

  • Es wird sehr sehr schön.

  • Ich habe einen sehr strukturierten Arbeitsplan für die nächsten paar Wochen. Der sieht vor, dass ich ganz einfach erstmal jeden Tag drei bis vier Doppelseiten mit Tusche reinzeichne. Dabei Podcasts höre oder Hörbücher. Die Denkarbeit ist getan, also nur noch runter schrubben. Easypeasy. Ich hatte gar nicht damit gerechnet, nun schon wieder dazusitzen und komplett fassungslos zu sein. Dass es nicht nur eine Geschichte ist, sondern in echt so. Diese Seite gibts schon ewig als Skizze, war eine der Allerersten. Und ich habe mich immer drarauf gefreut, sie mal fertig zu machen. Jetzt habe ich mich…

  • Ich darf es jetzt offiziell verkünden. Im September 2020 erscheint mein Buch, an dem ich jetzt schon eine Weile- (ähm…seit knapp drei Jahren, so ungefähr…) und immer noch und noch ein bisschen weiter- zeichne. Hier kann man schon gucken. Ganz sicher werde ich euch ab jetzt immer wieder ein kleines bisschen was zeigen können, Dumeinegüte, ich bin wirklich sehr sehr stolz und froh und dankbar und gespannt und aufgeregt und kann es selbst kaum glauben. Bin Comiczeichnerin und dies ist wird meine erste Graphic Novel.

  • Der November ist der Geburtsmonat dieses Blogs. Der ZEHNTE (!) Geburtstag war am 3. November, den habe ich leider verpasst. Aber so ganz ungefeiert möchte ich ihn doch nicht verstreichen lassen. Hat er es doch ohnehin etwas schwer in der letzten Zeit, mein lieber Blog. (alles Phasen) Also lade ich euch herzlich ein, mit ihm und mir zu feiern. Ich verschenke drei kunterbunte Überraschungspakete. Mit Büchern, Zeichnungen und vielleicht sogar Wunscherfüllern. (kommt auf den Wunsch des Beschenkten an…) Richtig tolle Päckchen, versprochen! Dafür müsst ihr allerdings was für mich machen! Bitte schreibt doch in den Kommentaren,…

  • Ja- habe die Skizze schon bei Instagram gezeigt. Aber egal, hier kann ich dazu mehr schreiben. Die Zeichnung ist eine richtige Zaudernzeichnung, eine Zögerzeichnung, eine Zaghaftskizze. (wer hier lispelt hat verloren) Das Gute ist- (und vor diesem Satzanfang habe ich schon zwölf andere, jammernde Satzanfänge gelöscht) Also das Gute ist: Ich weiß, es ist nur dieses Tiefluftholen. Der langgezogene Moment, wenn man denkt, da kriegt man keine mehr (Luft), man schwindelt, traut sich nicht, will noch nicht, hält und hält. Klar, atmet man irgendwann aus. Und dann ist es ganz leicht und das weiß ich ja…

  • Das erste Taxi will mich nicht von Kreuzberg nach Hause fahren. Es ist kurz nach 3:00 Uhr. Nee, zu weit, hab gleich Feierabend. Er setzt mich an der nächsten U-Bahnstation ab. Von hier finden sie sicher jemanden, der sie fährt. Sorry. Ich frage, noch bevor ich in das nächste Taxi einsteige, ob es wirklich ok wäre, wenn er mich bis nach Falkensse fahren würde, auch wenn das richtig richtig weit ist. Aber natürlich, meine Dame, was für eine Frage. Ein großer, breiter Türke mit tätowierten Armen. Im Auto riecht es nach Red Bull und er bietet…

  • Alles Liebe zum Geburtstag, J! (2.v.l.u.) Ein weiteres „Kniffelbild“. Zwölf Jahre. Ich bin auf einen kriminellen Ticketverkauf reingefallen und habe schon im Frühling völlig überteuerte aber falsche Karten für die gamescom in Köln gekauft. Stellt euch vor, es gibt für die gamescom in Köln Family-Tickets für „mind. 1 bis max. 2 Erwachsene und mind. 1 bis max. 4 Kinder im Alter von 7 bis 11 Jahren zum einmaligen Eintritt auf die Messe. Zwölfjährige gehören da nicht zur Familie. (…) Habe ich also komplett verkackt. Alle Versuche, jetzt noch irgendwie an Karten zu kommen, sind gescheitert. Deshalb…

  • Arschlochsachen II.

  • Ich weiß gar nicht richtig, was ich sagen soll, zu dem Artikel, den Barbara Plagg für das Südtiroler Online-Magazin BARFUSS geschrieben hat. Bin sehr dankbar. Und viel sprachloser, als ich es offenbar mal war. Müsst ihr wirklich unbedingt lesen: KLICK. Danke.

  • Das hier sind klassische Machdichlocker-Skizzen meiner etwas eingeschlafenen Zeichenhand. Vielen Dank für all die Nachrichten, Herzen und Gedanken am 5. Juli. War alles ok, vor allem der Himmel meinte es sehr gut mit uns, wusch mit fein dosiertem Regen den Steinestrand von Leuten mit fröhlichen Kleinkindern in bunten Gummistiefelchen leer, und machte auf der Rückfahrt ein solches LichtWolkenSonneStrahleleuchtspektakel, dass wir ernstlich beeindruckt waren.

  •   Heute morgen war ich am Friedhof, bevor ich in mein (geiles) Büro gefahren bin. Habe Gartenblumen hingestellt, gegossen, die Kerze erneuert. Es war richtig Betrieb, einige waren da, um die Gewächse der Gräber zu wässern. Ich war gerade fertig, da fragte mich ein Herr, wie es mir ginge, ob alles in Ordnung sei. Ja, alles gut, antwortete ich, alles ok soweit. Ich wäre so dunkel gekleidet, da hätte er gedacht… Ach, pfff, winkte ich ab. Ist ja genau morgen schon vier Jahre her, dass er starb, da wäre man nun eigentlich nicht, abgesehen von dem…

  • Ich mag den Gedanken, dass sie beschäftigt sind. Mit der großen Arbeit. Danke allen für all die Nachrichten gestern.

  •   Der Tag, an dem er geboren wurde, um kurz Hallo zu sagen. Und unsere Fässer mit Liebe voll zu machen. Die wir nie leer weinen können, damit sie leichter werden. Die umkippen, und man vorübergehend mal kurz ertrinkt. Die sich dann wieder leicht mitbewegen, wie im Fluss. Die im Körperkeller ruhen. Aber wir können tausendunendlich viele Wasserpistolen daraus abfüllen, Nils. Alle Blumen auf der ganzen Welt gießen. Drin planschen und daraus trinken, bis wir besoffen sind. Sie werden niemals leer werden. Nie nie nie. Wir lieben dich auch so sehr. (und irgendwie wollte ich ihm…

  •   -nichtmehr- Nachdem ich gestern ins Buch gezeichnet hatte, blätterte ich abends etwas weiter und fand das hier. Genau, was ich vorher im Wald nicht ausdenken konnte. Mit allem drin über den Frühling und Alles. Also an seinen schlechteren Tagen. Mein Freund Rilke.

  • Kaum hatte ich gestern beim Arbeiten irgendwann den Gedanken, mir würde eigentlich eine wegweisende Eigenschaft fehlen, nämlich die Gutallgemeineratschlaggebenkönnende,  fiel mir dann plötzlich ein echt praktischer in die Hände und ein und den gebe ich jetzt mit Überzeugung und vollweisheitgelöffelt weiter: Was man morgens beachten sollte, wenn man sehr traurig ist.

  • Gestern erst habe ich dieses Wort gefunden. Nilsweh. Nicht zu vergleichen mit Heimweh, Fernweh, Bauchweh, Herzweh, Halsweh. Nicht so allgemein und abgewetzt wie Trauer. Wir hier haben gerade sehr viel und sehr schreckliches Nilsweh. (jeder kann natürlich variabel den Namen vor das „WEH“ setzen, der sein muss. Praktisch.)

  • Ich schrieb vor drei Jahren mal, ich wünschte, ich hätte sie nie zeichnen müssen, die Kerzentiere. Und so ist es auch. Das denke ich auch jetzt gerade. Dies ist die No 365. Mit Viento beginnt die Serie der Kerzentiere und sie endet mit ihm. Es ist die einzige Zeichnung, auf der ein Mensch (ein kleiner) zu sehen ist. Irgendwie dachte ich, wäre es gut, Nils dazu zu zeichnen, durch den all das Licht entstanden ist. Wegen dem ich sie zeichnen durfte. Ich freue mich sehr auf die Ausstellung, denn die wird nicht tränenreichtraurig, sondern ganz ganz…

  •           Wir waren, wie im letzten Jahr, gestern an „unserem“ Steinestrand und das war gut. Danke für all eure Nachrichten und Gedanken und Wünsche.  

  • Die Nummer 22/100 der Tiere aus meinem Leben heute ausnahmsweise erstmal hier im Blog. Heute früh watschelten auf der Weide meiner Stallnachbarin zwei Gänse herum. Pickten mal hier mal da, um den grossen Schimmel herum, und das war so schön anzusehen. Tatsächlich hatte ich noch nie vorher solche Wildgänse gesehen. Kurz fotografiert, dann gegoogelt. Schnell die passenden Bilder gefunden, dann den Namen gesehen, erst falsch gelesen – klar –  es sind Nilgänse. Verrückt, dass ich von denen heute zum ersten Mal höre, oder? Den Rest habe ich erst vorhin nachgelesen. Jetzt verstehe ich auch, warum letzte Woche…

  •     Wie schön, dass du geboren warst. Heute vor sechs Jahren war ich zu feige für eine Geburt ohne PDA. Ich dachte, ich schaffe das nicht noch ein viertes Mal, diese Schmerzen, diese Qual und Anstrengung. Ich habe die Hebamme gnadenlos angejammert, mir eine setzen zu lassen. Eine komische Geburt, sie passierte irgendwie und zum Schluß tat sie so weh, wie sie musste. Dann war der Geburtsraum plötzlich voll mit uns Eltern und ihm, meine Mama war da und brachte alle Geschwister ins Krankenhaus. Die Sonne stand schon tief und erleuchtete das Zimmer ganz sanft.…

  • Heute hat es wieder geschneit und die halbe Welt findet es blöd. Ich nicht. Es war so wenig Schnee bisher bei uns, da ist es mir egal, wann er kommt. Jetzt ist er ja beinahe schon vorweihnachtlich, ausserdem bin ich nicht mehr so der Frühlingstyp. Am Friedhof lag nachmittags noch alles unter weichem, weißen Schnee. Ein oder zwei Fußspuren, die Grabstellen alle so richtig fein und friedlich und ordentlich zugedeckt. Also, bis bis auf die von Nils. Dort scheinen etwa dreissig Vögel eine Party veranstaltet zu haben. Überall kleine Vogelfussabdrücke, um die Krokusse rumgewühlt, an den…

  • März. Der Geburts-Tags-Monat. Für immerdrei, jetzt bald sechs im Konjunktiv. Und im Laufe diesen Jahres wird dann noch irgendwann der Tag kommen, den ich nicht extra ausrechnen möchte. Davon hatte ich irgendwo mal gelesen. Dieser Tag, ab dem der Zeitabschnitt, in dem Nils tot ist, quasi länger ist als der, in dem er gelebt hat. Und während ich das überlege, denke und weiß ich, und schreibe es mir zur Erinnerung auf (nein, ich diktiere es besser nicht meinem Handy…), dass man dies nicht rechnet und auch nicht zählt. Ab wann beginnt denn ein Leben? Und wann hört…

  • Jaaaaaa…. ich habe gestern keine Zwölfer gezeichnet. Heute hatte ich erst überlegt, 13 von 13 zu zeichnen, aber dann fiel mir ein, dass ich ja Sonntag eine Ausstellung mache und diese mal vorbereiten sollte. Gut, dass ich so forsch eingeladen habe…. Das Bild da oben ist unverkäuflich, habe ich aber beim Sortieren gefunden und finde es immer noch sehr großartig. (Baaaa hieß Ball. Was der Herr zum Glück nicht wusste) Ich habe aber etwa drei- bis fünfhundert andere Zeichnungen gefunden und rausgesucht und bin gespannt, ob wer kommt, um zu gucken. Also ich hoffe es. Gern…

  • Ich bin so müde. Jedes Einatmen fühlt sich wie der Anfang von Gähnen an. Dabei kann ich schlafen, soviel ich will, werde nachts höchstens mal von der Katze benachrichtigt, dass sie sich jetzt an meine Beine kuscheln wird. Ich habe keinen Grund zu jammern und eigentlich doch jeden. Aber mein Grund ist so leergedacht, so wiedergekäut. Je länger man trauert, je erfahrener man darin wird, je mehr man erfährt, erlebt und auch woanders mitansieht, umso leerer denkt es sich in einem. Ich bin gelangweilt von mir und meinem Denken, dass sich permanent um mich selbst und…

  • Echt jetzt-  ohne Scheiß!

  • Dieses Zitat. Oh, wie ich es immer noch liebe. Ich hatte es ans Ende unserer Trauerkarte gesetzt. Und es trägt fort und fort, liebe Selma. Danke dafür.

  • Jeden Abend vorm Einschlafen rolle ich mich ein, halte mein Kind unsichtbar im Arm und wünsche mir, von ihm zu träumen. Das dauert circa zwei Sekunden, dann bin ich auch schon weg. Ich träume nie. Naja…. fast nie. Wenn es- wie in den letzten beiden Nächten- dann so ist, dass ich glaube, die Erinnerung an einen Traum zu fühlen, will ich nicht mehr aufwachen. Tauche immer wieder zurück, suche, denke, hoffe, ihn dort zu finden, im Schlaf wenigstens. Wo warst du, wie siehst du aus, was hast du gemacht, gehts dir gut, ist alles ok? Gestern habe…

  • Guckt mal, heute gibt es bei M-i-MA ein Interview mit mir. Danke, liebe Indre!  

  • Wildgänse haben auf dem Blog hier eine lange Tradition. Hier, im Herbst 2010. Hier, 2011. Oder hier. Natürlich hier. Jetzt fliegen sie gerade wieder nach Rügen, wie Nils mal sagte. Nach Süden, was er meinte. Er ist immer dabei und ich hoffe, die vielen Leute, die an ihn denken, wenn sie die Gänse sehen, lächeln. So wie ich. Meistens. Danke dafür wollte ich sagen.

  • Letztens fragte eine Freundin, ob der Herbst für mich besonders bedrückend ist. Weil ja alles vergeht und fällt, verwelkt und stirbt. Ich litt früher sehr unter den Herbsten. Ehrlich gesagt, bekam ich schon am Anfang der Sommerferien Angst vor deren Ende und dem damit beginnenden Herbst. Häufig machte ich zu dieser Zeit Termine mit verschiedenen Therapeuten. Meine Omi hatte so einen tollen Begriff dafür- den reiche ich nach- er fällt mir nicht mal mehr ein. Nee, nicht Herbstdepression. (Mama?) Also, ich fand ihn schon schön, den Herbst, mit dem Licht und der Luft und den tollen…

  • Dies die Geschichte zu Bild Nummer 10 am Zwölften. Hätte dort den Rahmen gesprengt und das Format auch. Dachte aber, ich reiche sie nach. Das Leben geht schon so. Nur diese blöden Löcher überall.

  • Kohlschwarzling. Eine meiner Lieblings-Wortschöpfungen von Nils. So verkehrt und dadurch irgendwie eigentlich wahrer.

  • Wir hatten einen schönen Tag. Widersprüchlich? Joa. Aber die Idee, an den Strand zu fahren, mit dem jungen und dem alten, tattrigen Hund und mit Angeln und Keksen und Bier, ohne Zeitplan und grosse Erwartungen, abgesehen vom Fischbrötchen, war so gut. Ich musste einfach viele Bilder machen. Von all den kleinen Dingen. Mit einem wahnsinnig verrückten Sonnenuntergang am Abend. Kurz bevor es ganz dunkel wurde, flog dann noch eine einzelne Wildgans über unser Auto. Es war, als würde uns jemand die ganze Zeit sagen wollen, dass alles gut ist. Und ja: Ich finde, man überlebt nur…

  • Der Tag heute ist zum Trauern da. Zum Mitleiden, Mitmuten, AnDenken, Weinen und Schreien. Die Vorstellung, dass heute so gut wie alle mit uns an Nils denken, finde ich schön. Wir fahren in der Zwischenzeit an den Steine-Strand. Danke fürs Dasein.

  • Letzten Sonntag habe ich ja beim Bücherpicknick im Volkspark Potsdam eine Art Malkurs gemacht. Also – Es sollte eine Lesung sein, ich durfte mir aber komplett alleine überlegen, was ich mache mit meiner Zeit (Danke dafür an die Veranstalter…). Und ich wollte unbedingt was mit Rittern machen. Ich habe was vorgelesen zu Beginn, das könnt ihr hier nun nachlesen. ……………………………………………………………………………… Ich will euch heute zeigen, wie ich Ritter zeichne und mit euch zusammen welche zeichnen. Vielleicht kann ich euch ein paar Tipps geben, vielleicht habt ihr ja ein paar neue Ideen für Ritter, die ich noch…

  • So. Ich merke, ich bin ein bisschen Blogfaul geworden. Weil bei Instagram geht es so hübsch schnell und man muss nur ein Wort schreiben (wie manche es schaffen, da ganze, oft wahnsinnig witzige, tolle Texte zu tippen, ist mir schleierhaft…ich bin da zu – äh- weitsichtig wahrscheinlich) Hier ist der Text schön gross, allerdings mein WordPress-Profil bescheuert unflexibel, was Absätze und Schriftgrößen betrifft. Absätze sind hier gleichzusetzen mit Pipipausen. (geht sicher auch anders… ich kriege es aber nicht umprogrammiert) Guckt? Könnte man fast Werbeblöcke einfügen. Naja, kann ich mit leben. Worauf ich aber hinauswollte, ausser unnützes Zeug zu…

  • Heute muss ich nochmal  ein bisschen was schreiben, wegen gestern. Ich sage allen Danke, die an uns gedacht haben. (manche kriegen auch noch Antworten, aber erst irgendwann) Das Minischild habe ich bei meinem Pferdespaziergang morgens gefunden, aber seine Wirkung hatte es gestern noch nicht entfalten können. Ich habe nicht nur komplett durchgeweint, ich habe das Universum einmal so laut angebrüllt, dass man es hoffentlich bis Berlin-Wedding gehört hat. Und alle Pferde scheuten. Upps. (ja, das war ich, und manchmal tut das gut) Die Feder lag dann abends auf dem Weg. Immer diese Zeichen und die Interpretation derselben.…

  • fürimmerdrei. e s t u t s o w e h.

  • Post it Zettel mit Lampen. Die Tage vorm Geburtstag sind die schlimmsten Tage, glaube ich. Weil- Letztes Jahr war der Tag selbst dann gar nicht so wie erwartet. Man erwartet Fürchterliches, aber letztendlich ist die Angst vor der Erwartung, Fürchterliches zu fühlen, fürchterlicher, als der Tag dann selbst gefühlt wird. Man fühlt sich ja schon Tage vorher so beschissen, dass eine Steigerung ohnehin kaum möglich ist. Eher Erleichterung, dass man auch diesen Tag überstehen kann. Gut finde ich: Es soll laut Wetterbericht regnen. Viele werden an Nils denken. Ich muss aus eigener Schlampigkeit nicht zum Elternsprechtag gehen…

  • Ich mache die tägliche Zeichnung für den Blog neuerdings gern unten am Küchentisch, während des Gleitzeit-Mittagessens der Kinder. Und da fiel heute der Regenbogen durchs Wasserglas. Pech für ihn. Ich denke bei Regenbögen immer daran, dass Nils die nicht mochte. Warum auch immer. Konnte er nicht erklären, war einfach so. Ich mag die deshalb also auch nicht, aus Solidarität. Ausser die mit guten Wolkenfrisuren. Ausserdem habe ich rechts bei den Seiten den Glückstext ergänzt, weil ich manchmal danach gefragt werde und ich den selber erst nie finde.  

  • Müde bin ich. So müde,  zu erklären. Weil, wir sind nun schon „Trauer-Fortgeschrittene“. Viele Dinge sind auf den ersten Blick einfacher geworden. Wie zum Beispiel Lidl-Einkäufe zur Kindergarten-Abholzeit. Jedenfalls meistens. (Praxistip: Immer Kopfhörer und Handy dabei haben. Kindergeschrei durch Tanzmusik ausblenden. Geht gut.)   Wir leben weiter, gut und stark und tapfer. Wir lachen dem F…leben ins Gesicht. Ausserhalb der Trauer-Mauer. Rein kommen nicht mehr sehr viele. Weil ich sie nicht einlade. (wowarnochmaldietür?) Weil sie hoch und dick und abweisend ist. (aussermanweisswodietürist) Weil es gefährlich sein kann. (mistwiekommeichwiederrausdiestimmungistjaunterirdisch) Das ist nicht schlimm, mich stört es nicht. Bin…

  • Gestern Abend hat J geweint. Wieso denn diese Fehler gemacht wurden, warum denn keiner Nils geholfen hat. Er hätte doch immer gesagt, dass er Bauchschmerzen hat. Ich , Muttermodus auf Voll-On (in der Hoffnung, mich bald wieder aufs Sofa legen zu können): Ach hätte, hätte. Weisst du, es ist so schlimm, aber ändern kann man es nun mal nicht mehr. Und eins ist immer noch genau so, wie wir immer gesagt haben. Nils hatte nie Angst, er war immer tapfer (vielleicht etwas zu sehr, aber das wollen wir ihm mal nicht zum Vorwurf machen) und er…

  •   Dieses (letzte) Kapitel jongliert mit Zahlen und Prozentsätzen. Und es ist einfach ein Auszug aus unserem Brief an den Generaloberstaatsanwalt, Bezug nehmend auf den Ablehnungsbescheid des Herrn Staatsanwaltes H., in dem wir die Wiederaufnahme des Verfahrens fordern. Puh, Amtsdeutsch…. haha. Also: (…) „- Die weiteren Argumente von Staatsanwalt H. anhand von Prozentzahlen und Sterbewahrscheinlichkeiten sind allerdings von noch grösserer Brisanz. So meint er, dass unser Sohn Nils bei einer Sterblichkeitsrate von 10-25% sowieso gestorben wäre. Zitat von Herrn H., in dem er wieder Prof.Dr.L. (aus dem Internet) zitiert: „Bei der unkomplizierten ödematösen Pankreatitis liegt die Mortalität unter 1%, während…

  • Wir haben dann irgendwann Klage beim Staatsanwalt eingereicht. Jetzt nicht einfach so. Und auch nicht aus Rache oder aus Hass oder aus dem Wunsch nach Vergeltung. Wir hatten diese Zwischenzeit, in der wir versuchen, irgendwie das Gefühl zu bekommen, da passiert jetzt etwas. Die haben den Fehler gesehen und reagieren darauf. Wir warten und denken. Denken echt viel. Ich arbeite hier dran. Wie irre. Das Landesamt für Gesundheit scheint bestürzt darüber, dass ein Teilnehmer der Studie, in der Nils sich befand, verstorben ist. Sie hatten noch nichts davon gehört. (theoretisch sind die Ärzte, die für die Studien…

  • Ja, es ist schlimm und ja, es ist eigentlich nicht auszuhalten. Aber es ist nicht schlimmer durch die Umstände. Ich habe einige Geschichten und Menschen kennengelernt durch Nils. Ist egal, wie, wodurch oder woran. Ob ein grosses, ein mittelgrosses, ein kleines oder ein ungeborenes Kind stirbt. Ist immer schlimm. Und zwar schlimmer als schlimm. Nur weil es bei uns diese grosse Hätte-Fahrradkette gibt, sind wir nicht schlimmer dran als andere. Ihr wisst schon, die Sache mit dem Leid. Und dem schlimmerererer. Ich denke an all die, die niemanden haben, dem sie stellvertretend für ihr Schicksal in den Arsch…

  • Ich will nicht ins medizinische Detail gehen. Kann ich gar nicht. Braucht man aber auch nicht. Wir kürzen das inzwischen ohnehin ab, weil es auch sehr einfach ist. Man hat die Bauchspeicheldrüsenentzündung nicht diagnostiziert. In dem gesamten fraglichen Zeitraum, in dem es eine ausserordentliche Rolle spielte, ob Nils eine Pankreatitis hatte, oder nicht, wurden zwar ein paar Dinge gemacht, die allerdings nix ergaben, ausser Vermutungen, er hätte wohl Verstopfung und Bauchweh durch die Chemo und die Antibiose, aber das wären eben normale Nebenwirkungen. (fraglicher Zeitraum sind nicht drei oder vier Tage, fraglicher Zeitraum sind mehrere Wochen) Es…

  • (aus meinem Notizbuch von 2015) Zeitform, um auszudrücken, dass etwas in einem bestimmten oder unbestimmten Zeitraum in der Zukunft abgeschlossen ist. Auch FuturII oder – und deshalb kam ich darauf – Futur Perfekt genannt. Perfektfutur. Ich las es im ersten Moment Futur Per-fekt, mit Betonung der zweiten Silbe. Oder Per-fektFutur Wie vollendete Zukunft im Sinne von vollkommene Zukunft. Und dachte für einen Moment, ich hätte in der Grammatik die Lösung für unsere gefunden. Naja. So richtig verstehen tue ich selber nicht, was ich eigentlich damit gesagt haben wollen sein werde. Wollte.     …………………………………………………………… Wie wir das erste Kapitel überlebt…

  • Wir saßen also an diesem schwülen Julimorgen um Fünf auf unserer Terrasse und Nils war tot. Unsere großen Kinder schliefen noch, J wartete oben in seinem Zimmer darauf, dass wir ihm Bescheid sagen, wenn alles wieder gut ist. Der Notarztwagen stand noch mit Blaulicht vor dem Haus. Die Kriminalpolizei war da. Und plötzlich ein Oberarzt aus der Klinik. Ich kannte ihn vom Sehen. Georg gar nicht. Er war betroffen, sprach uns sein Beileid aus. Nils müsse obduziert werden. Nein, meinte Georg, nein, auf keinen Fall. Er mochte sich Nils nicht vorstellen, in der Gerichtsmedizin. Nochmal untersucht…

  • Ich habe immer nach Gelb gesucht. Kerzentiere gezeichnet. Glückstexte verfasst und dem Trauerwind entweder die Stirn geboten oder einfach den Rücken zugewandt. Habe dies öffentlich geteilt und viel Privates freigegeben. Eins wollte ich, wollten wir nie tun: Die blöde Geschichte um Nils Tod breit treten. Wir haben während der ganzen Zeit unserer Trauer parallel daran gearbeitet, dass aufgeklärt wird, warum er gestorben ist. Und wie das passieren konnte. Wir haben bis vor wenigen Wochen gedacht, wir könnten gegen die Berliner Charité Campus Virchow Klinikum etwas ausrichten. Denn wir haben leider einen sehr eindeutigen Fall auf unserem kleinen Waldfriedhof…

  • Das hatte ich nie gepostet. Keine Ahnung, ich glaube, ich fand es dann doch nicht so witzig. Mich traf damals dieses Wort „Mutter“ irgendwie. Er sagte nicht „meine Mama“, sondern „eine Mutter“. Klang so offiziell. Und ein klitzekleines bisschen abwertend…. Haha! Deshalb ich so: Ach. Ja. Nachtrag: Ja, ich bin eine Mutter. Und viel stärker als ein Mädchen oder eine Frau. Deine Mutter.    

  • Drei Wünsche hättest du frei, meinte die Fee. Das wäre so ein Sonderparagraph, den zu erklären jetzt zu lange dauern würde.Deshalb müssten die Wünsche auch mit Nils zu tun haben.Damit alles gut für uns werden würde. Gut. Ich wünschte mir einen Betriebsausflug der Station, an der alle teilnehmen dürften, ohne dass sie um ihren Job und um ihren Ruf fürchten müssen. Ohne dass sie Angst haben müssten, ihre Approbation zu verlieren. Und ich wünschte mir, dass dann echt alle kommen, die Nils mal abgehört haben, ihm Blut abgenommen oder Pommes gebracht haben. Die ihn operiert und ihm…

  • Der „Der Andere Advent“ Kalender. Ich freue mich und bin auch ein bisschen stolz, dass mein Glücks-Text dieses Jahr drin steht. Kann man noch bestellen. Hier. Beim Andere Zeiten e.V.

  • Auf dem Teppich sitzen und auf andere zeigen. Warum wir erst jetzt so öffentlich darüber sprechen? Wir wissen ja schon lange, dass Nils Tod vermeidbar gewesen ist. Diese lange, bittere und einen mit Fassungslosigkeit erfüllende Geschichte ist von Anfang an Teil unserer Trauer.
 Also der von uns und einigen Menschen. Freunden, Vertrauten und erwachsenen Familienangehörigen. Die Kinder wussten, wie die meisten von euch bis zum letzten Wochenende nichts davon.
Wie hätten wir ihnen das sagen sollen?
 Und vor allem, wie hätten wir ihnen erklären sollen, dass zwar alle wissen, das Fehler gemacht wurden und dies nicht nur vielleicht,…

  • Ha! Ein guter neuer Ritter!

  • Heute.Ein Jahr.Und die Erkenntnis, dass Zeit keine Rolle spielt.

  • Sind wir wieder da, aus dem Oster-Italien-Urlaub.Die Osterfeiertage über waren wir in Pisa,und noch nie habe ich so viel an und über Maria gedacht und nachgedacht.(Ja…., sie guckt einen in Italien auch aus jeder Ecke an… aber auch so)Nichts sehr tiefgründiges, meist einfach nur ein:Ach, Maria.Und den Rest kleingedruckt.

  • Vorletzte Nacht habe ich von Nils geträumt.(das erste Mal)Jemand gab ihn mir in auf Arm.„Da bist du ja“, träumsagte ich zu ihm, ganz unaufgeregt, gar nicht hysterisch.(wäre ja anzunehmen gewesen…)Ich kann es zeichnen, weil das Bild so scharf war.Und das Gefühl so real.Dankbarkeit.Er ist nicht weg.

  • Viento hat mich heute seit langem mal wieder zum Friedhof begleitet.Er ist bei dieser Kälte nervös und unruhig.Schon im Wald.Hinter jedem Grabstein dann lauern Ponymonster,  alles sehr gruselig.Bis wir zu unserem Platz kommen.Dort steht er still.So still, dass ich in Ruhe die Kerze aus dem Windlicht nehme,das Feuerzeug wiederholt bitte, anzugehen,die neue Kerze dann endlich anzünde,wieder reinstelle,und schliesslich noch in Ruhe mein Kippchen auf der gelben Bank rauchen kann.Er steht und lauscht und guckt und rührt sich nicht. Kaum, dass wir den Friedhof verlassen,  ist er wieder der alte Hans-Hüpf-In-Allen-Wäldern.  Und schüttelt sich und fordert mich…

  • „Nils! Wenn du dann bitte noch die Seitenvorhänge schliessen könntest….!“rief der Lehrer durchs Mikrofon beim Weihnachtskonzert des Gymnasiums.Wir flüsternd: „Na…, ob er DAS schafft….“ Lächeln.Danke, für diese Familie.

  • Das fing damit an,dass Georg meinem unserem Pferd die Kerze auf den Kopf setzte.Kerzen haben wir, aus Gründen, (fast) immer überall dabei.Es sah so nett aus, dass ich zuhause eine Zeichnung davon machte.Und noch eine und noch eine.Fertig waren die diesjährigen Weihnachtskarten.Weil ich auf der Suche nach einem Thema für die kleine Ausstellung war,die ich mit einem Freund plante,und mir noch so viele Tiere einfielen, die Kerzen transportieren könnten, dachte ich:Super. Das ist es.Nicht tragisch, nicht bemüht witzig, irgendwie süss, aber nicht zu niedlich,mit Sinn, aber nicht zu schwere Kost.Einhundertneunundfünfzig Tage sind es vom 5. Juli bis…

  • Heute bringe ich dir eine Blume mit Geschichte. Ich musste einfach kurz parken und aussteigen und rüber gehen zu dem Garten, in dem immer noch unzählige gelbe Astern blühen. Eine alte Dame band gerade eine Dahlie fest, die der Sturm umgeweht hatte. Ich sprach sie an und bewunderte ihren gelb leuchtenden Garten. Wie sie sich freute. Und dann brach sie die Dahlie ab und reichte sie mir über den Zaun. „Vom Sommer, eine Erinnerung“, sagte sie. Hier. Für dich. Schon die zweite Blume, die mir am Gartenzaun geschenkt wurde. Weisst du noch, die Sonnenblume? Als ob…

  • Habe gerade erst erfahren, wie das Sturmtief heißt, dass uns um den Schlaf gebracht hat.Na dann.

  • Und wie erklärt man Kindern, dass ein Kind gestorben ist? Der Satz: „… war ja schon alt.“ funktioniert nicht.Das Leben war noch nicht fertig gelebt.Die Liste der Dinge, die erlebt werden sollten scheint so unendlich lang.Noch nie alleine Fahrrad gefahren.Nie Skateboard.Nie in den echten Kindergarten gegangen.Nicht in die Schule.Keine Liebesgeschichten.Nie geflogen, sich betrunken, Nächte durchgefeiert.Diese ganzen Millionen Kleinigkeiten und grossen Erlebnisse.Gute und Blöde.Es fühlt sich so falsch an.„Warum musste er denn dann schon sterben?“Vielleicht geht es ja gar nicht um Erlebnisse.Vielleicht muss man, wie bei einem Handyspiel,viele Level durchspielen, bevor man mit dem Leben fertig ist.Und…

  • „Ich will, dass er zurück kommt.“Ausgesprochen von einem Geschwisterkind bin ich erleichtert,dass es ihn ausspricht und er zerreisst mir gleichzeitig das Herz.(ich selber verbiete mir diesen Satz, neben WarumWiesollundHätte-Sätzen… )Was sind für Löcher in die Kinderherzen gerissen worden. „Wir tun Sternenstaub, Licht und Komposterde rein, ja?Keine Steine, nix Sperriges, was zwar schnell das Loch stopft, später aber splittert.Blumen werden daraus spriessen und strahlen wird es. Mehr als die Herzen der Kinder, die kein so ein wertvolles Loch haben.“ Mir fallen trotzdem direkt dreissig verbotene WarumWiesollundHätte-Sätze ein.„Alles wird gut“ könnte ich ja schreiben und sagen,aber der Satz ist auf der schwarzen…

  • War doch nur eine Plastikpistole.Tut mir leid, wenn die zu schockierend für viele war.Nils hätte sich totgelacht.( ohgottmeineseelewirdsoschwarzundfiesundimmerhaueichnochmaldrauf ) Und die Zeichnung gerahmt übers Bett gehängt.Ich werde weder demnächst Amok laufen,noch mir einen roten Flummi in den Rachen schiessen.Hier zwei süsse Friedenstäubchen.

  • Guck mal Nissi, deine Kanone aus dem Krankenhauskiosk,mit der du gerne alle abgeschossen hast.Ich habe sie hervor geholt.Ja, sie funktioniert einwandfrei.Munition haben wir, Danke.…Aber lieb, dass du dran gedacht hast.

  • Hier habe ich mal (Punkt 17) was von nicht zurückspulen gesagt.Doch.Ich will zurückspulen, ganz dringend.Und auch wenn das generell vielleicht unsinnig ist,weil wenn das jeder machen würde,wegen einer falsch gekauften Hose zum Beispiel,oder einer dummen Entscheidung, wäre ja albern.Vielleicht ist die falsch gekaufte Hose ja ein Startschuss für einen tollen Imagewandel.Und die dumme Entscheidung stellt sich als zwar superdumm,aber nach ein paar Jahren als Puh-War-Doch-Gut raus.Wie soll man lernen zu leben, mit einer Rückspultaste?Ist ja Quatsch. Aber in Härtefällen wäre ich dafür, Sonderanträge ans Leben stellen zu können.Ich hätte also bitte gerne den Knopf.

  • Gestern spazierte ich kurz über unser Klinikgelände. Kurzentschlossen, einfach so, um noch einmal dort zu sein, wo wir eine intensive, innige und – hört sich verrückt an- schöne Zeit hatten. Wir waren dort so eng mit Nils zusammen. Ich habe die ersten drei Regentropfen seit Wochen unmittelbar nach Betreten der Allee abgekriegt und bin von einer riesigen Kastanie abgeschossen worden. Habe gelächelt. Zwei bekannte Väter getroffen, rauchend draussen unter den Bäumen. „Na? Wie geht’s euch?“ haben sie mich gefragt. „Er ist doch tot“, habe ich geantwortet, und wie erstaunt sie waren. Nicht so schockiert wie normale…

  • Es ist oft da, das Rotkehlchen,nicht immer, aber meistens hüpft es irgendwo rum.Und wenn wir nicht auf der gelben Bank sitzen,ist sie wohl sein Lieblingsplatz.

  • (aus Versehen gelöscht zwischendurch…. inklusive aller Kommentare. Hatte sie aber alle gelesen!)

  • Kleiner toter Besserwisser.

  • Wieviel sollte man hier zeigen?Soll man die ganze Welt mit seinen Schmerzen belasten?So viele traurig machen, die uns nur digital kennen?Reicht es nicht, wenn man selber leidet?Und die Familie und Freunde?Was ist aus diesem lustigen JedenTageineSkizze- Blog geworden?Meine persönliche Trauerbewältigungsplattform?So in aller Öffentlichkeit?Eine Heul-Internetz-Seite?(tut mir leid, dass man hier viel weinen muss gerade)Tja.Leider kann ich nicht anders. Meine heutige Zeichnung trage ich seit ein paar Tagen in mir herum.Das ist nicht gut und tut tat sehr sehr weh.Jetzt ist sie raus.Ich glaube, es hat geholfen, auch wenn ich nass geschwitzt und kaputt bin.Wegen siehe oben zeige ich…

  • Hunde sind auf dem Friedhof verboten.(…)

  •   Heute acht Wochen. Ich zeige euch den Brief von mir an Nils, den ich ihm mitgegeben habe. Sehr privat. Aber egal, ich weiß, dass so viele an uns denken und sich fragen, wie wir uns fühlen. Nein, es ist noch nicht wieder gut. ( die Frage kam tatsächlich letztens…) Wird nie wieder gut werden. Auch wenn man es uns äusserlich vielleicht nicht mehr ansieht. Aber wir arbeiten dran.     Lieber Nils! Ich hoffe, es geht dir gut. Kein Dreijähriger sollte schon so lange von Mama und Papa und seinen Geschwistern weg sein, ohne, dass…

  • Schritt – Atemzug – Besenstrich.(Michael Ende aus Momo)Ist nicht SO leicht, hier was zu schreiben.Ich weiss, das hier inzwischen Milliarden Leute geguckt haben, Anteil nehmen, weinen, an uns denken und die ganze Zeit wissen wollen, wie es uns geht.Ich mag die Geschichte von Beppo dem Strassenkehrer.So ähnlich ist es bei uns.Wir machen jetzt erstmal einen Schritt in den am kurzfristigsten geplanten Urlaub, den man sich vorstellen kann. Nehmen dort einen Atemzug und dann kommt der nächste Besenstrich.Danke für die viele viele Post, die Karten, die Mails, die Briefe, die Gedanken.Ganz ehrlich gesagt: Eigentlich ist es nicht auszuhalten.Aber es muss ja.

  • „Wen willst du denn auf dem Arm haben, für das Titelbild vom Hühnerbuch?“„Theo natürlich!“ So stelle ich ihn mir gerne vor.Gut, dass Theo schon vorgegangen ist. ( Die Skizze habe ich vor einigen Tagen wieder gefunden. Von Anfang Februar. Nein, das Buch habe ich nicht fertig gemacht.)

  • Am frühen Morgen des 5. Juli ist Nils ganz unerwartet,schnell, friedlich und ohne Schmerzenin unseren Armen für immer eingeschlafen. Weint mit uns.Trauert.Er bleibt.Für immer. Von guten Mächten wunderbar geborgen,erwarten wir getrost,was kommen mag.Er ist mit uns am Abend und am Morgen.Und ganz gewiss an jedem neuen Tag.

  • So, noch ein irgendwie (siehe Datum) unaktuelles,leider trotzdem aktuelles Bild.Dann geht es hoffentlich mal im Tagesgeschehen weiter…..

  • Dies ist ausgeklappt übrigens das Luxusmodell von Liege.

  • Hier die ganze Geschichte zu meinem Heulsusenabend.Im Nachhinein eigentlich ganz witzig.Der kleine Ali bekam übrigens dann ein Einzelzimmer.Und die Liege habe ich nicht überzeichnet.

  • Liebe Leukämiezelle!Du blödes Stück. Siehst scheisse aus und kommst dir ganz toll vor.Die Medizin, mit der wir versuchen, dich loszuwerden, ist so hart,dass es sogar echte Kämpfer ziemlich umhaut.Nur, dass die wieder aufstehen werden.Du nicht, wenn wir erst mit dir fertig sind.Eigentlich passt es mir gar nicht, dass du hier so eine Hauptrolle spielst,auf meinem Blog.Ich mache das bloß, damit alle wissen, wie kacke du bist.(und weil ich so viel Zeit zum Zeichnen hatte im Krankenhaus…)Fühl dich so richtig schmerzhaft in den Hintern getreten,deine Melanie P.S.: Wir sind nach einer Woche Klinik wieder zuhause! Hier ist SOOO…

  • Beim Bettfertig machen: J :     „Boah…das sieht bestimmt total kacke aus, wenn Nils keine Haare mehr hat! Die schööönen Haare! “ Nils :        „(…)“ Ich:          „Aaaach….neeee…..(überlegüberleg) …. das sieht gar nicht kacke aus…ausserdem: …wachsen die ja auch wieder nach und sind dann noch viel schöner als jetzt. Nils:         „schwarz-weiss?“ Ich:           „Blaugrün!“ J:       „Ganzbunt!“ Ich:           „Vielleicht wächst auch Gras! Wie praktisch, können die Pferde abgrasen.“ Nils:          „Hahaha,…

  • Mmmh. Meine Zwölf…. sind irgendwie nicht ganz komplett.Wenn man sich schon am Anfang verzählt, ist das kein gutes Zeichen.Trotzdem ein Ok-Tag.Bleibt zu hoffen, dass der Infekt von Nils trotz angeschlagenem Immunsystemfieberfrei bleibt, sonst müssen wir nämlich wieder rein ins Krankenhaus.Wär auch nicht schlimm, den Rasen habe ich immerhin geschafft zu mähen. ; ))Gut, morgen wollte ich noch mal unbedingt in Ruhe zu den Pferden…. naja.Wird schon.Jetzt erstmal weitertrinken.Mehr 12er wie immer bei Caro von DraussennurKännchen!