Das schönste Foto, dass ich je geschickt bekommen habe

Am Wochenende habe ich eine Mail bekommen, in der mir jemand schrieb,
wie schön er das NILS-Buch findet,
das er zu Weihnachten von einer Freundin geschenkt bekommen hat.
Ich bekomme manchmal solche Mails und ich freue mich immer darüber.

Dazu schickte er mir dieses Foto und ich glaube, mich hat schon lange kein Bild mehr so berührt.

Unübertrieben.

Entstanden ist es auf einem kleinen, an der Küste gelegenen Friedhof am Rande von Usuahia,
der südlichsten Stadt Argentiniens, rund ums Neujahr 2020.

Das Fohlen und seine Mutter turnten da auf dem Friedhof rum und sie machten ausnahmslos alle, die es sahen, froh.

Mich, Jetzt, auch.
Ich habe gefragt, ob ich es rumzeigen darf, weil ich ganz genau weiß, alle hier werden es lieben.

Aus guten Gründen.

Danke, Stephan!

Pferde verboten

Viento hat mich heute seit langer Zeit mal wieder zum Friedhof begleitet.
Es regnet in Strömen.
Auf dem Friedhof sehe ich aus der Ferne jemanden in Warnweste mit einem dieser beschissenen Geräte, die sehr laut Blätter von a nach b pusten.
Im Regen ganz sicher doppelt so unnützlich wie sonst.
Kurz überlege ich.
„Was machen Sie denn da!???“ kreischt die Frau da auch schon, als ich das Törchen öffne.
„Sie wollen doch nicht etwa mit dem Pferd…“
„Doch, will ich. Muss nur kurz die Kerze anzünden.“
Echt- die fällt beinahe in Ohnmacht und kann aber nix machen, außer schimpfen.
Sich uns entgegenstellen. 
Sich einem Ritterpferd entgegenstellen? Haha.
Wir gehen dann einfach an ihr vorbei, ich behaupte eiskalt, ich hätte eine Sondergenehmigung, könne sie gern ihre Chefin fragen.
Am Grab fällt Viento fast in Ohnmacht, als ich direkt vor seinem Gesicht die Kerze anzünde.
Atmet die Angst tapfer weg, rupft sich ein Ziergrasbüschel aus.
Wir gehen zurück und ich sehe die Laubblastante aufgeregt telefonieren.
Viento kackt. 
Die Frau drückt auf ihr Handy.
„Ich hab mich erkundigt! Da ist gar nix genehmigt! Aber meine Chefin hat schon von ihnen gehört! Das sie die sind, die mal sagte, Hunde wären wohl verboten, von Pferden stände aber nix dran!“
(manche Witze unsterblich- yeah!)
Sie will mir noch einen längeren Vortrag halten, tut sie auch.
Wir gehen runter vom Friedhof, ich dreh mich nochmal um und sage:
„Ist mir egal, ob es verboten ist oder nicht. Ich musste heute die Kerze anzünden und Ja! Ich musste heute auch das Pferd mitnehmen. An manchen Tagen geht es nicht anders. Trotz Wetter, trotz Vorschriften. Auch wenn ich es hätte anders organisieren können. Da vorne liegt mein kleiner toter Sohn und manchmal sind solche Sachen einfach zu tun.“
„Ich habe meinen Sohn auch verloren“, antwortet sie.
„Oh.“ Ich schaue sie an. „Na. Dann wissen Sie ja, wie das ist. Und auch wenn es verboten ist und ich mich von Ihnen anmeckern lassen muss. Weil da jetzt diese drei Hufabdrücke sind. 
Scheißegal. Das. War. Heute. Wichtig. “
Sie ist still und wir gehen. 
Ich weine und weine, aber egal, weil auf die paar Tropfen kommt es jetzt auch nicht mehr an.

Glücklich-Platz


Die Wiese, wo die Pferde stehen ist mein Glücklich-Platz.
Happyplace sagt man ja.

Der Ort, an den man sich denkt, wenn not ist.
An dem man alle Not nicht mehr denkt.
Hier ist es so leicht gar nichts zu denken.

Ja, manchmal gibt es Sorgen um die Pferde, manchmal doofe Dinge wie zugefrorene Pfützen,
ein schimmeliger Heuballen oder ein dickes Ponybein.
Aber nichts, was unnötig ist, wird gedacht.

Die Menschen, die sich hier einfinden, möchten Zeit mit und bei ihren Pferden verbringen.
Ich habe und kenne keinen Ort, wo Zusammensein so unkompliziert ist.
Vielleicht ist es das Besondere an unserer Wiese, dass wir dort unkompliziert sind.
Uns alle respektieren, schätzen und lassen, wie wir sind.
Niemand muss hier was.
Unsere Leben bleiben zuhause, wir sind nur „am Stall“.
Mit den Pferden, sonst nichts.

Wie dankbar ich bin, für diesen Zustand, der uns allen so viel Raum gibt.
Für die Frauen, die mir in dieser Weise ähnlich sind.
Ganz anders sind, und doch gleich, an dem Platz.

Die Wiese ist der Ort, an dem ich vergesse, was sonst so ist.

Nun haben drumherum gerade Neid, Verletzung, Egoismus und Zorn Einzug gehalten,
Pferdefrauenrealitäten sind zugezogen, Grenzen sind entstanden, wo vorher Luft war.
Mein Gut-Ort ist nicht mehr leicht zu erreichen.
Er ist es nicht mehr.

Was, wenn ich ihn jetzt verliere, weil ich dort zu viel Blödes fühle?
Wie schaffe ich es, wieder nichts zu fühlen?
Wie wieder die Leere dort zu haben, die ich so brauche?

Ich schlafe ein mit den Gedanken darum und ich wache auf mit ihnen.

Und dann ärgere mich über mein Luxusproblem.
Meine Güte- Es ist nur eine Wiese.
Ist es?

12. Januar

Gut ins Jahr gestartet mit den ersten Zwölf.
Ja, wir haben es gut gerade.
Ich weiß das und bin froh drum und dankbar.
Ansonsten seht selbst.
Mehr Zwölfer gibt es wie immer bei Caro von DraussennurKännchen!
Danke fürs Gucken und: Bleibt tapfer.

12. Dezember 2020

Ich hatte es bei der Lesung in Stuttgart versprochen, nicht vergessen und dann aber doch ziemlich viel Anlauf nehmen müssen… (zwei Monate…)…endlich mal wieder die Zwölf des Tages zu zeichnen.
Bittegerne!
Ein Samstag, der weniger der Arbeit, eher dem Rest gewidmet ist.
Ich bereue, der Tante ohne Maske nix gesagt zu haben, bin zur Zeit eher die, die sich an einer Glitzermaske freut. Kräftehaushaltungsmodus.
Habt einen schönen Abend und Danke fürs Gucken.
Mehr Zwölfer wie immer bei Caro von DraussennurKännchen.

8. Dezember

Am Sonntag, den 13. Dezember ist wie in jedem Jahr das Worldwide Candle Lighting .
(Ich hatte hier und hier und hier schon mal ein paar Kerzen zu dem Anlass angezündet.)

An diesem Abend um 19:00 Uhr stellen überall auf der Welt Menschen Kerzen ins Fenster, für alle Kinder, die gestorben sind.

Die letzten Jahre habe ich zu einem Kerzentiertreffen bei Instagram eingeladen, unter dem Hashtag #kerzentiertreffen2017 und #kerzentiertreffen2018 und #kerzentiertreffen2019 haben ziemlich viele Menschen Sonntags Fotos von ihrem eigenen oder ihrem liebsten Kerzentier  gepostet.
Ich finde, in diesem Jahr könnten es NOCH mehr werden.
Damit ihr aus dem Vollen schöpfen könnt, findet ihr unten den Link zu einem Dropboxordner.
(der hoffentlich funktioniert).

Da sind alle dreihundertfünfundsechzig Kerzentiere zu sehen und ihr dürft euch,
sovieleihrwollt herunterladen und ausdrucken. (Zum an die Wand hängen, verschenken, liebhaben.)
Geschenk zu diesem Anlass.
Wer mag, kann es auf Instagram oder seinem Blog oder bei facebook posten, gern mit Verlinkung zu mir.
Ganz einfach. Und ruhig fleissig weitersagen.

Bitte beachtet, dass ihr natürlich jetzt nicht dreihundert Stück für die komplette Kirchengemeinde ausdrucken solltet oder euren Firmenkalender 2021 damit gestaltet.
Mich dann vorher fragen, damit ich Nein sagen kann.

HIER ist der Dropbox-Ordner! ABER ERST AM SONNTAG POSTEN!

Dem aufmerksamen Kerzentierliebhaber ist natürlich nicht entgangen,
dass der Schimmel da oben NICHT eines der 365 Kerzentiere ist.
Er ist (mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit) das Covergirl des Buches, das ganz sicher nächstes Jahr erscheinen wird.

Bald mehr darüber, ganz bald!

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