29. September

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Letztens fragte eine Freundin, ob der Herbst für mich besonders bedrückend ist. Weil ja alles vergeht und fällt, verwelkt und stirbt.
Ich litt früher sehr unter den Herbsten.
Ehrlich gesagt, bekam ich schon am Anfang der Sommerferien Angst vor deren Ende und dem damit beginnenden Herbst. Häufig machte ich zu dieser Zeit Termine mit verschiedenen Therapeuten.
Meine Omi hatte so einen tollen Begriff dafür- den reiche ich nach- er fällt mir nicht mal mehr ein. Nee, nicht Herbstdepression. (Mama?)
Also, ich fand ihn schon schön, den Herbst, mit dem Licht und der Luft und den tollen Farben… aber diese Dunkelheit und die Kälte und die ganzen Viren, die durch die Luft flogen. Örgs.
Die schnürten mir die Kehle zu.

Warum das weg ist. Keine Ahnung. Aber es ist eine gute Nebenwirkung meiner Trauer, die man hier ruhig auch mal erwähnen kann.

Edit: „Dat aaame Dier.“ So nannte sie es, meine Omi. Das ist plattdeutsch. Danke, Mama! Visuell hatte ich es offenbar noch drin im Hirn, jetzt passt die Zeichnung perfekt!….

Ich hatte wieder dat aaame Dier. Wie ich diesen Ausdruck liebe!

13.September

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Collie Olli feelin kind of holy.

Achtung: Schon das „Collie“ muss man so holy-mässig aussprechen, das Olli auch, dann passt es vom Gereimten her. Like an english native speaker rap reim. You know. WhatImean.

6. Juli

Wir hatten einen schönen Tag. Widersprüchlich? Joa. Aber die Idee, an den Strand zu fahren, mit dem jungen und dem alten, tattrigen Hund und mit Angeln und Keksen und Bier, ohne Zeitplan und grosse Erwartungen, abgesehen vom Fischbrötchen, war so gut. Ich musste einfach viele Bilder machen. Von all den kleinen Dingen. Mit einem wahnsinnig verrückten Sonnenuntergang am Abend. Kurz bevor es ganz dunkel wurde, flog dann noch eine einzelne Wildgans über unser Auto.

Es war, als würde uns jemand die ganze Zeit sagen wollen, dass alles gut ist. Und ja: Ich finde, man überlebt nur mit dem Willen, Zeichen zu sehen und an sie zu glauben. Man sollte sie nur nicht zerreden. Also höre ich jetzt auf.
(sagt bloß nichts zu diesem kitschigen Engelchen)

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Im Uhrzeigersinn: Strandstille. Mein Fundstück. (etwas dick aufgetragen, aber naja… man nimmt, was man findet, haha). Ferdinand im Meer. Spielen, Irgendwas suchen, Angeln (nicht im Bild).
3
Steine schmeissen. Schiefer Baum. Wildgänse (sieht man nicht, sie fliegen aber da vorbei, ich schwöre!) Beginn der Lightshow.
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Müder Hund. Fröhliches Kind. Mit Papa. Edwin mit Möwenfeder.

Danke für all eure Nachrichten, Gedanken und Ballons!

26. Juni

Wir haben Daisy über die Windhundhilfe vermittelt bekommen.
Ich habe sie ungesehen einfach irgendwo im Norden abgeholt und nach Hause gebracht. Sie passte zu uns, genau, wie sie es gesagt hatten.

Eine schwarze, klapprige Greyhoundhündin, die in ihrem Leben noch nie Treppen gelaufen war und bei jedem Steinchen im Wald jammerte und sich die empfindlichen Ballen blutig piekste. Sie kam von einer Rennbahn und lebte, bis sie zur Pflegestelle kam, wahrscheinlich ausschließlich auf glattem Beton.

Als sie zu uns kam, war Julius ungefähr zwei Jahre alt.
Einmal, ganz am Anfang, stolperte er und landete rittlinks auf ihr.
Beide schrien vor Schreck wie am Spieß, aber Daisy rührte sich nicht von der Stelle, so dass ich den kleinen Julius vorsichtig von ihrem Bauch heben und so beide retten konnte.
Natürlich bleibt man immer vorsichtig bei Kleinkindern mit Hunden. Aber von dem Moment an vertraute ich ihr.

Ein ganzes Jahr habe ich jeden Morgen einen Kackhaufen aus der Küche geräumt, bis sie verstanden hatte, damit zu warten, bis wir sie raus lassen.
Komisch, war zwar blöd, aber so richtig aufgeregt hat es mich nicht.
Sie war einfach zu lieb, um ihr böse zu sein.

Ich kann mich nicht erinnern, ob wir sie jemals an der Leine führen mussten.
Sie hat nie etwas geklaut. (und DAS ist ungewöhnlich für einen Greyhound)
Mit anderen Hunden hatte sie keine Probleme.
Noch nicht mal mit Ferdinand. Den hatte sie unterm Pantoffel.

Ihre Gabe war es, Kinder zu verzaubern.
Ganz sanft war sie, ganz still.
Sie durfte einmal sogar mit in die Schule, als Referats-Anschauungsobjekt.
Daisy war jedesmal Ostern mit an der Ostsee.
Hat im Winter nie gefroren.
Sie neigte etwas zu Zahnstein, der wiederum, sofern er nicht frisch entfernt war, zu ziemlichem Mundgeviecher führte.

Niemandem war das so egal wie Nils. (ausser jetzt Edwin)
Meine Daisy, sagte NIls immer und nahm sie in seine Arme.

Das Laufen fiel ihr in den letzten Jahren immer schwerer.
Und Brummfliegen, Gewehrschüsse und Silvester.

Heute morgen haben wir sie einschläfern lassen, weil die Schmerzen zu doll wurden.

Ich schreibe das hier, weil Daisy zu unserer Familie gehörte.
Wehe, irgendwer kommentiert mit Mein Beileid oder so…. das lösche ich dann.

Nicht, weil ich nicht trauere, um sie, das tue ich schon.
Aber eher so – wie man eben um einen Hund trauert.
Sie war ein guter Hund.

Mit einem Hundeherz aus Gold.

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hier wurde sie mal schick gemacht.

12von12 im Februar

Ein Viel-Draussen-Tag. Bei Eiseskälte.War nicht so grau, wie es aussieht.Hatte bloss mal Lust, nur schwarz zu nehmen zum „Ausmalen“. Gut, dass der Scanner für etwas gelbes Geschmiere sorgt.

Mehr Zwölfer gibt es, wie immer Hier zu sehen, bei Caro von DraussennurKännchen!