99/100

Edwin99

Jonathan Livingston Seagull of Always Unlimited ist sein Geburtsname
und ich fand ihn durch Zufall in meinem Handy,
als wir gerade in Italien waren.
Keine Ahnung, wie wir darauf kamen, wieder an einen dritten (!) Hund zu denken. Einen Welpen, und wieder einen Whippet!
Weiterer Zufall war, dass wir auf dem Heimweg sowieso bei der Züchterin vorbei fuhren.
Perfekter Zwischenstop auf halber Strecke.
Tssss.
Mal angucken geht ja immer und wir durften das netterweise, obwohl die Welpen erst knapp zwei Wochen alt waren.
Ja.
So lernten wir Edwin kennen.
Er hat einen Pfeil nach oben auf der Stirn, einen Anker am Hals und ein Herz auf dem Rücken.
Er hat Daisy mit Zunge geküsst. (örgs)
Den alten Ferdinand zum Lachen gebracht.
Ida erzieht ihn jetzt zu einer Katze und bringt ihm Mäuse mit.
Er spielt sehr höflich damit, auch wenn er es anfangs eklig fand.
Jeder sagt von seinem Hund, dass er der Beste ist.
Aber Edwin IST leider der Beste.
Ich glaube ja daran, dass nicht immer alles Zufall ist.
Dieser Hund ist ein Geschenk an uns.

98/100

Elefant98

Wir waren im Zirkus, saßen ganz vorne, als der Elefant den Rest von Gretas Zuckerwatte klauen wollte.
Plötzlich hatte ich neben meiner Tochter diesen riesigen Rüssel auf dem Schoß.
Greta war da noch ganz klein,
wollte aber u n b e d i n g t nach der Vorstellung reiten.
Auf dem Elefanten.
Tat sie auch, und das fand ich echt mutig.

97/100

Bobby97

Als wir Tobi (68/100) bei uns am Haus stehen hatten,
war dieses Pony seine Gesellschaft.
Die Besitzerin war meine große, ältere Freundin und hat mir viel beigebracht, über Pferdehaltung, reiten und Pflege.
Wir waren mit beiden einmal im Urlaub am Meer, sind ein Turnier mitgeritten und haben echt viel Lustiges erlebt.
Ich pubertierte währenddessen und nicht immer war alles eitel Sonnenschein zu dieser Zeit.
Puh, manches war eher Donnerwetter mit Zeter und Mordio.
Nach einem ganz großen Krach und getrennten Wegen sind wir uns später wiederbegegnet, es wurde wieder gut.
Ich bin einmal auf Bobby geritten, da ist er mit mir durchgegangen.
Danach nie wieder.

96/100

Schweinehund96

Als No 96 darf auch mal der innere Schweinehund erwähnt werden,
dem ich in den letzten Wochen dieser Hundert-Tage-Tiere meistens überlegen war.
Nunja. Nicht jedes Mal, aber fast immer.
Er war auch diesbezüglich nicht sehr dominant.
Andere Bereiche beherrscht er besser.
Mein kleiner fieser Freund.

94/100

Wildgänse94

„Nach Rügen, nach Rügen! Die fliegen nach Rügen!“
„Nach Süden, jaaa, die fliegen nach Süden.
Da muß ich dich aber gut festhalten, wenn die hier rüber fliegen, nicht, dass sie dich noch mitnehmen, wie den kleinen Nils Holgersson!“
„Hahaaa…Maaama…Geht doch gar nicht!“
„Nein. Das geht nicht. Das dürfen die auch nicht.
Du musst ja hier bei uns bleiben.“
Ich danke dem Klimawandel, dass sich die Gänse in den letzten Jahren nicht mehr an die Jahreszeiten halten und zum Beispiel letzte Woche einfach mal vier von ihnen nach Rügen flogen.
Wir konnten Nils nicht festhalten, wir mussten ihn fliegen lassen.
Wir hoffenglaubenwissen jedesmal, wenn wir die Gänse sehen, dass es geht und das er frei und glücklich ist.

Heute vor drei Jahren. Immer.

93/100

Jule93

Eine dieser Urlaubsbekanntschaften.
Man musste von der Pension in Tirol nur den Berg runterrennen, um auf eine große, verwilderte Wiese zu kommen.
Dort traf ich mich jeden Tag mindestens einmal mit Jule, einer kleinen, quirligen hellbraunen Mischlingshündin.
Sie rannte glücklich hinter jedem Stock her, den ich warf.
War sie müde, flitzte sie zurück ins Dorf.
Leider gehörte sie jemandem. Ich hätte meine Eltern sonst bestimmt dazu gekriegt, sie mitzunehmen…
Bestimmt.
(Nicht).

92/100

Amsel.jpg

Im Sommer 2016 wohnte eine Amsel bei uns im Garten, die pfiff,
wie wir noch nie eine Amsel haben pfeifen hören.
Fünf Töne,
die klangen irgendwie wie der Singsang,
wenn man sich versteckt und dann „Hierbinichdoch“ oder “Halloätschibätsch” flötet.
Wenn wir Besucher darauf aufmerksam machten, hörten die meisten sie komischerweise erstmal nicht.
Oder die Amsel schwieg.
Es war der Sommer, in dem wir oft gedankenverloren umherliefen.
Verloren umherliefen.
Gedanken verliefen.
Verlor man sich tief und tiefer, und ertönte die Melodie, machte sie einen lächeln.
Jaja… dachte man. Weiß ich doch.
Sie war nur in diesem einen Sommer da.
Aber die Töne werde ich nie vergessen.

90/100

Nico90

Der Hund meines Onkels und meiner Tante, die unten im Haus meiner Omi wohnten.
Mir fällt keine einzige Geschichte zu ihm ein. Außer: Ich durfte nicht mit ihm spazieren gehen.
(#storyofmylife)
Eng verknüpft mit ihm ist die Erinnerung an Ferien mit meinen Cousins und meiner Cousine, in denen wir John Sinclair Heften verfallen waren.
Und der Geruch an das Haus meiner Omi.
Ich vermute im Nachhinein, sie war mir tatsächlich wichtiger als Nico,
und das fühlt sich irgendwie sehr schön an.