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Scan 68

Mein erstes Pferd habe ich zu meinem zweiten Geburtstag bekommen
und wir sind sofort gestürzt.
Natürlich bin ich wieder aufgestiegen.
(obwohl ich mich glaube zu erinnern, dass ich ewig gebraucht habe,
um mich zu trauen. Drei bis fünf Jahre circa.)
Da vorne steht es, in der Ecke meines Arbeitszimmers.
Boah, ist das alt.

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Scan 65

Ein Pony?
Ja- dann auch noch ein echtes eigenes Islandpony!
Von Tobi (er war 16, als wir ihn kauften) habe ich viel gelernt:
Was es bedeutet, Ponys „hinterm Haus“ selbst zu versorgen.
Wie man fünf Heuballen gleichzeitig auf einer Schubkarre 500 m weit von der Garage zum Offenstall durch wadentiefen Matsch balanciert.
Wie man Gras mit einer Sense mäht und volle Wassereimer trägt, ohne sich nass zu machen.
Wie man eingefrorene Äppel vom Boden kloppt.
Wie man im vollen Galopp abspringt, wenn das Pony durchgeht.
Das man auch mal kompromissbereit sein muss, wenn es um Abkürzungen nach Hause geht. (um Abspringen zu vermeiden)
Auf dem Bauernhof, wo er zum Schluß stand,
wurde er der allerbeste Freund von Ernst, dem alten Mann, der dort wohnte und bei der Arbeit half.
Ernst sprach eigentlich mit niemandem, er war geistig ein kleines Kind geblieben, aber Tobi hatte ihn irgendwie berührt.
„Na, Toni?“ grüsste er ihn immer und oft sah man die beiden Stirn an Stirn irgendwo stehen. Die Bäuerin musste ihn abends aus dem Stall holen, wenn Bettzeit war.
Tobi wurde 33 Jahre alt und meine Schwester und ich waren beide dabei,
als er auf der Weide eingeschlafen ist.
(2002)

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Scan 64

Ein Hund!
Als wir von Berlin nach “IndieNähevonWuppertal” aufs Land zogen!
Ich war ungefähr zehn und die Aussicht auf einen eigenen Hund blendete alles aus, was so ein Umzug bei einer Zehnjährigen hervorrufen könnte.
Kora vom Wildforst war eine Gordonsetter-Hündin.
Nicht besonders schlau, in wildreicher Gegend mit uneingezäuntem Garten am Wiesen und Waldrand einen temperamentvollen Jagdhund anzuschaffen…..
Aber sie war so süß! Und hübsch!
Irgendwann bei einem unserer Spaziergänge traf ich eine Frau, die auch einen Setter hatte.
Sie wunderte sich, warum ich unseren Hund nicht ohne Leine laufen ließ,
(weil sie sonst mehrere Stunden alleine unterwegs war…. grmpff)
und schleppte uns dann zum Verein für Pointer und Setter e.V.
Dort machte ich mit Kora einen “Grundkurs zum Jagdbegleithund” oder so ähnlich und wir waren zwar nicht gerade die Klassenbesten, bestanden die Prüfung aber.
Mit Ach und Krach.
Egal: Jetzt durfte sie frei rennen und kam zurück, wenn man sie rief. Meistens jedenfalls.
Einmal nahmen wir sie mit nach Berlin, als wir dort Urlaub machten.
Dort haute sie ab, in einem Park, mitten in Wilmersdorf, ausgerechnet!
Sie kannte doch noch nicht mal Bürgersteige!
Wir machten tausend Zettel und suchten sie überall.
Spätabends rief eine Kneipenwirtin an.
Da läge immer noch dieser Hund unterm Tisch.
Und fragte, wann er jetzt endlich abgeholt werden würde?
Gut, dass ein Gast den Zettel gelesen hatte, den wir gemalt hatten!

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Scan 62

Kasper war das Pflegekind meiner Katze Nele.
Sie hatte schon ihre drei Babys, als irgendjemand eine Katzenmutter suchte, für den verwaisten rabenschwarzen Miniwinzling.
Am Anfang schien es, als würde das nicht klappen.
Nele fauchte ihn fies an.
Aber ich steckte mir Kasper eine Weile unter den Pulli,
streichelte ihn und überredete meine Katze,
ihm einfach auch ein bisschen Milch abzugeben.
Das tat sie, und sie versorgte ihn gut.
Kasper sah gegen die anderen immer etwas mickerig aus,
wurde aber ein kräftiger Kater und fand ein schönes Zuhause.

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Scan 61

Meine Katze Nele wurde ungeplant noch mal schwanger,
diesmal vom sogenannten „Kuhkater“ aus der Nachbarschaft.
Wieder waren es drei Babys:
Balduin, Paulinchen und Grisella
(wurde von ihren Besitzern später -ehrlich!- in „Mausi“ umgetauft…)
Balduin kam als letzter raus
(da rechneten wir gar nicht mehr mit einem dritten Katzenkind),
als meine Eltern abends im Theater waren.
Meine kleine Schwester durfte ihn behalten!
Leider ist er verschwunden, als er noch ganz jung war. Vielleicht zogen ihn seine noch unkastrierten Katersinne davon, oder er wurde geklaut, oder.
Jedenfalls war es furchtbar, dass er weg war.
Kasper, das unerwähnte vierte Kätzchen auf dem Bild, kommt morgen, falls ihr euch das fragt.

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Meine Omi hatte mir von dem „dat arme Dier“ erzählt,
da kannte ich es selber noch gar nicht.
Zu ihr käme es immer im November.
Ich lernte es später auch kennen.
Klassisch im Herbst, aber meistens im Dezember.
Eine Zeitlang war es weg, dann wiederum fiel es nicht weiter auf.
Wenn ich es nun treffe, dann eher im Frühling und Sommer.
Hier hat es mich im Arm…. zum Glück nie lange.

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Scan 59

Weil ich gerade eben eine zum Küchenfenster raus gebeten hatte:
Meine erste Hornisse sah ich Stadtkind in Südtirol, im Urlaub.
Sie saß auf der Badehose meines großen Bruders.
Jeder Mensch wäre in Panik ausgebrochen, aber er nicht.
Mit eiskalter, wilder Entschlossenheit rannte er los, und sprang mit Köpper in den Pool. Gerettet!
Ich glaube, ich hatte vorher nie jemanden mehr bewundert.
Und auch wenn wir noch tausendmal über die Geschichte lachen mussten-
sie war und bleibt eine echte Heldensage.
(da werden die Meinungen auseinandergehen…, aber ich tippe unrecherchiert auf 1981)