29. März

dritter
Was würde ich dafür geben, ihn heute so hier zu haben, lachend und albernd, Geschenke auspackend, Torte essend.
Einfach da seiend.

(Natürlich mit fünf Kerzen mehr, einer cooleren Frisur und vermutlich einer eigenen Playstation im Hintergrund.)

Alles Liebe zum Geburtstag, großer Nils.
Wir feiern dich und dass du geboren bist.
Torte essen wir heute auf jeden Fall. Für dich.

23. März

Norbert

Was ich nervig finde:

Jammern darüber, dass man an sozialer Distanz leidet.

Jammern über Kinderbetreuung, die man voll anstrengend findet.

Jammern über den Stress vom Homeschooling.

Jammern über zu viele Corona-Witz-Videos.

Sechs von zehn Corona-Witz-Videos.

Und ja: Ich habe es gut.
Könnte trotzdem über das ein oder andere jammern, will ich aber nicht.
Nicht jetzt, wo Alle echte Gründe zum Jammern haben.

Was ich liebe:

Den täglichen Fest und Flauschig Podcast.
(der mich solche albernen Bilder zeichnen lässt)
Und Pferde.

Meine mitmutigen Gedanken allen, die Angst haben, chronisch krank und oder immungeschwächt sind,
oder die in unglücklichem, schlechten oder gewalttätigem Umfeld leben,
oder irgendwie sonst in Not sind.
Die jammern hoffentlich bitte bitte laut und rufen um Hilfe.

21. März

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Eine Woche rum und mein Vorsatz, mehr zu posten eine Woche alt.
Corona, Corona, Corona.
Ich lese und denke nichts anderes.
(Und euch bleibt es jetzt auch hier nicht erspart!)
Der Alltag ist bei uns nicht schwer oder anstrengend oder mühsam.
Die Kinder sind groß, fröhlich (ein Glück!) und bemühen sich, ihre Aufgaben so gut wie möglich zu erledigen.
Ich bin allerdings auch nicht sehr streng als Homeschoolaufsicht.
Die machen das schon.
Arbeite währenddessen an meinem Buch über Tod, Wut und über Mut und frage mich,
ob irgendwann irgendjemand diese Geschichte lesen will. Dann.

Ich hatte gefühlt als erstes Angst.
Als noch alles normal lief und man sich nur kopfschüttelnd die hamsternden Panikmacher ansah.
Sich an den Kopf fasste und alles voll übertrieben fand.
Da kriegte ich schon Angst.
Ich machte Seiten bunt, die ein Krankenhaus beschrieben, in dem Kinder sterben, weil niemand aufpasst.
Ich überlegte, wie dasselbe Krankenhaus und all die anderen mit mehr als zehn sehr schlimmen Fällen gleichzeitig zurechtkommen soll.
Ich traue ihnen keine zwölf zu!
Ich habe wortwörtlich keine Luft mehr bekommen, während die Nachrichten aus Italien dramatischer wurden und die ersten Erkrankten in Deutschland bekannt wurden.
Bin aufgewacht und eingeschlafen mit dem Gedanken: Ohnein, ohnein, bitte nicht.

Jetzt geht es besser.
Jetzt, wo ich weiß, es w i r d gruselig schlimm, es i s t schon verrückt schlimm.
Und die meisten es endlich begriffen haben.
Eins, das ich gelernt habe, und ich muss ja was gelernt haben, wenn ich einen dicken Schinken darüber geschreibzeichnet habe, wie man in der größtmöglichsten Schrecklichkeit Dinge findet,
die einen am Leben lassen, ist: (und ich wende es erneut relativ erfolgreich an…)

Wenn was ist, wie es ist, dann ist es so und man kann alles schaffen.
Von irgendwo kommt immer ein kleines Fitzelchen irgendwas angeflogen,
das man nur aufheben, hochhalten, feiern und nutzen muss.
Als Mutmacher. Weiterleber. Aufrechtsteher.
Ich zitiere mich mal selber: (hehe)

„Die Glut bleibt, egal, was passiert.
Man muss nur weiteratmen. Lieben. Ohne Angst.
Es ist anstrengend, sie anzupusten, damit sie funkt und vielleicht irgendwann wieder brennt, aber man kann es schaffen.
So ist das.“

Mit dem Glück, mit der Trauer und mit einer Weltkrise auch.
Irgendwann wird es etwas besser. Kann Jahre dauern, wird aber.

Georg ist Arzt.
So wie es aussieht, wird der Tag kommen, an dem er eingezogen wird,
um zu helfen, und zwar rund um die Uhr und ohne zwischendurch nach Hause kommen zu können.
Er will das sogar, hat die Kraft und wird das schon schaffen.
Ich bete trotzdem, dass ein kleines Wunder passiert.

Und das jetzt endlich alle zuhause bleiben für eine Weile.

16. März

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Endlich!

Die Gewinnerin wurde ausgelost:

Kommentar

Herzlichen Glückwunsch!

Ich mag Verlosungen erst schon und dann wieder nicht, weil ich es so ungerecht finde, dass aus so Vielen nur eine/r gewinnt. Aber gut. Herzlichen Glückwunsch und vielen lieben Dank, Allen (!!!) fürsMitmachen!

Entschuldigt, dass ich kein mediales Event aus der Verlosung gemacht habe, ich war und bin sehr stark damit beschäftigt, entspannt zu bleiben.

Mein Vertrauen ins Gesundheitssystem ist ohnehin gestört, ich weiß einfach, dass es schon in normalen Zeiten überfordert ist. Die Aussicht, komplett in was Gruseliges zu rasen, hat mir ein paar Tage echt die Puste genommen. Jetzt, wo es ist wie es ist, eigentlich schon mittendrin in der Katastrophe, geht es besser.
Klar- kenne ich. Schaffen wir schon.

Ich packe jetzt meine Sachen zusammen und ziehe in mein Zuhause-Arbeitszimmer.

Dankbar dafür, in einem riesengroßen Haus mit riesengroßem Garten, riesenlieben Kindern und meiner Riesen-Liebe zu leben.

Vielleicht komme ich in den nächsten Tagen wieder mehr dazu, hier was zu posten.

Bleibt tapfer.

6. März

40843

 

Ist schon längst erschienen, dieses Buch, für das ich letztes Jahr die Illustrationen gemacht habe.
Letztes Jahr, als ich eigentlich NICHTS nebenher zeichnen sollte durfte konnte wollte.

VoratzNachsatzprobe1a

Einzig eine der nettesten Lektorinnen,
(ich kenne übbrigens inzwischen schon drei netteste Lektorinnen der Welt)
ein Mini-Motivationsloch, zu der Zeit, als die Anfrage kam und die Geschichte selber, hatten mich dazu bewogen, eine kleine Ausnahme zu machen. Was gut war.

Eine sehr verrückte Geschichte.
Von einem „meschuggenen“ Haus. Mehr verrate ich nicht.

Ich hoffe sehr auf eine der Lesungen von Jens Steiner hier in der Gegend,
die sollen  nämlich legendär lustig sein.

Vorher die Kaufempfehlung! In eurer Buchhandlung, oder hier.

Ich verlose ein Buch mit dieser Widmung drin, wo mir mein Arm traumhaft anatomisch korrekt aus dem Hals wächst und dein Wunschname eingetragen wird, unter allen Kommentaren, die bis zum 13. 3. 2020 hier eintrudeln. Viel Glück!

Widmungmeschugge

 

 

4. März

hammer

Was hast du bitte für einen Aufkleber auf deinem Auto?
Frage ich einen, den ich flüchtig kenne, eine Art Nachbarn, Hofbesitzer aus dem Nachbardorf.
Der war schon druff als ick dit Auto jekauft hab.
Und?
Is doch nicht schlimm, oder?
Und ob das schlimm ist, sage ich.
Mein Land meine Regeln?
In der Schrift?
Das geht wirklich gar nicht.
Den musst du echt abmachen!
Willste jetzt sagen, dit is rechtsradikal oder was?
Mischt sich der Andere ein, der dabei steht.
Ja. Natürlich!
Absolut! Der Aufkleber ist ein von Nazis gemachter grauenhaft schlimmer Spruch.
Damit kannst du doch nicht rumfahren!
Rufe ich fassungslos.
Will nicht glauben, dass…
Und die in ihren Moscheen drinne, was die für Sprüche kloppen,
die wir nich mal verstehen, was is mit denen? Die dürfen ditte?
Wieder der Andere.
Beide nicken.

Ich sage.
Was das bitte für eine bescheuerte Rechtfertigung sei, außerdem.
Ich schüttele den Kopf
und will noch viel mehr sagen, schaffe es aber nicht.
Die beiden müssen los und ich bin beschissen
sprachlos und erwidere ihnen noch Stunden später vollständige,
vernünftige und verständliche Texte, allerdings nur in meinem Kopf.