Glücklich-Platz


Die Wiese, wo die Pferde stehen ist mein Glücklich-Platz.
Happyplace sagt man ja.

Der Ort, an den man sich denkt, wenn not ist.
An dem man alle Not nicht mehr denkt.
Hier ist es so leicht gar nichts zu denken.

Ja, manchmal gibt es Sorgen um die Pferde, manchmal doofe Dinge wie zugefrorene Pfützen,
ein schimmeliger Heuballen oder ein dickes Ponybein.
Aber nichts, was unnötig ist, wird gedacht.

Die Menschen, die sich hier einfinden, möchten Zeit mit und bei ihren Pferden verbringen.
Ich habe und kenne keinen Ort, wo Zusammensein so unkompliziert ist.
Vielleicht ist es das Besondere an unserer Wiese, dass wir dort unkompliziert sind.
Uns alle respektieren, schätzen und lassen, wie wir sind.
Niemand muss hier was.
Unsere Leben bleiben zuhause, wir sind nur „am Stall“.
Mit den Pferden, sonst nichts.

Wie dankbar ich bin, für diesen Zustand, der uns allen so viel Raum gibt.
Für die Frauen, die mir in dieser Weise ähnlich sind.
Ganz anders sind, und doch gleich, an dem Platz.

Die Wiese ist der Ort, an dem ich vergesse, was sonst so ist.

Nun haben drumherum gerade Neid, Verletzung, Egoismus und Zorn Einzug gehalten,
Pferdefrauenrealitäten sind zugezogen, Grenzen sind entstanden, wo vorher Luft war.
Mein Gut-Ort ist nicht mehr leicht zu erreichen.
Er ist es nicht mehr.

Was, wenn ich ihn jetzt verliere, weil ich dort zu viel Blödes fühle?
Wie schaffe ich es, wieder nichts zu fühlen?
Wie wieder die Leere dort zu haben, die ich so brauche?

Ich schlafe ein mit den Gedanken darum und ich wache auf mit ihnen.

Und dann ärgere mich über mein Luxusproblem.
Meine Güte- Es ist nur eine Wiese.
Ist es?

Schwalben und Schlaghose

Vor meinem Bürofenster gibt es dieses Gebäude,
megaviel Himmel und etwa dreihundert Schwalben,
die bisher noch keinen Sommer machten,
was mir allerdings piepegal ist.
Ich wollte euch eigentlich sowieso nur meine neue Hose zeigen,
ein Online-Bestell-Glückstreffer in dunkelblau mit Schlag und genug Platz für Bauch.

Hühner, Hahn und Habicht

Skizzensammelsurium.

Ich konnte nicht widerstehen, als mich Finn und Dita vom Huckepackverlag
überredet gefragt haben,
ob ich das unfassbar wundervolle Lied „Der Habicht und der Hahn“ von Käptn Peng  illustrieren mag.
(Und ich widerstehe eigentlich immer allem.)
Weil-Ich meine- Wie toll ist das bitte?
Außerdem sollte es wild, lustig und spontan und ganz fix gehen.
Ging.
Und fertig!
Im Herbst als Buch da.

Ey: Und schon vorbestellbar, die Buchrakete! Hier.

 

Projekteprojekte

Ich verrate ja eigentlich nix, wenn ich euch hier einen klitzekleinen Zettel zeige,
den ich gerade ganz schön fand. Ist eigentlich nur ein Ausprobierblatt.

Ich bin nämlich gerade schon mittendrin in einem Comicprojekt,
dass ganz anders als mein Erstes ist, aber auch toll, jugendlicher,
null autobiografisch (obwohl ich genauso EssEmmEsse tippe wie der Junge hier…),
eine Zusammenarbeit, mit meinem Lieblingscarlsenverlag, und …
mehr dann bald.
Sehr bald, denn es ist im kommenden Jahr schon fertig. Haha.
Bleibt gespannt.

Edit: Nee, ich tippe nicht wie der. Habe immer zwei Arme am Körper.
#Findedenfehler.

Zettel

Ich lege mir jeden Tag, bevor ich mein Büro verlasse,
einen Zettel für den nächsten Morgen hin und frage mich gerade, ob ich mir eine gute Chefin bin.

Buddelkiste

Als ich mein Instagram vom Handy entfernt habe, für eine Pause, habe ich nach etwas gesucht, einem Bild oder Beispiel, dass ein guter Vergleich sein könnte um mir zu erklären, warum diese Pause jetzt echt mal sein muss.

(Ich musste dafür einigermaßen weit in die Vergangenheit reisen)

Ich sitze in der Buddelkiste und mache Sandkuchen. Richtig schöne, sie gefallen mir sehr und sehen schön aus, ich verziere sie mit Gänseblümchen und Zierapfelscheibchen, die ich mit einem scharfen Stein schneide. Sie sehen aus wie echte kleine Kuchen und ich spiele, dies wäre mein Laden.

Andere Kinder spielen mit, wir bauen und backen zusammen, eine Idee jagt die nächste, wir bewundern gegenseitig unsere Kuchen und Klöße und Ladentheken, wir lachen und haben tausend Ideen und Spaß.

Irgendwann ist die Buddelkiste voll.

Ich sitze mittendrin und gucke und staune und sehe Megasandburgen, Tunnel, Löcher, Bauwerke, Murmelbahnstraßen und Kuchen in Formen und Farben, wie ich sie NIE selber hätte machen können. Welten entstehen da. Ganz tolle.
Auch sehr viel Mist, doch selbst der ist faszinierend.
Alle diskutieren und streiten und verbünden und entzweien sich.
Es wird geschrien, geheult, gejohlt.
Mein Mund steht offen, ich vergesse zu blinzeln und die Zeit und glotze und starre und mache sonst nix mehr.
Den ganzen Tag erstmal nicht.

Und dann jeden Tag, ich gehe trotzdem hin, denn vieles ist im Entstehen, geht weiter, wie eine Serie, ich kann kaum hinsehen, aber auch nicht weg.
Ich habe meinen festen Platz da, mache ab und zu einen meiner Kuchen und dann rufen viele:
OOOh! Wie herzig! Du bist sooo super!
Das ist schön und dann lasse ich mich in den Sand sinken und.
Meine Güte, bin ich müde. Erstmal gucken. Gucken, gucken.

So ungefähr fühlt sich das an.

Ich vermisse die Buddelkiste zwar irgendwie, irgendwie aber auch nicht.
Die Stille ist schön.
Zwar bewundert keiner mehr jeden Tag meine Sandkuchen, aber egal: Haha, ich habe ja noch meinen eigenen kleine Spielplatz hier, ich Schlaumeierin. Chacka.

(weil mein Scanner im Büro ist, musste ich die Sandkuchen aufm Ipad zeichnen.)

24. Februar

Auf dem Haus gegenüber stand heute ein echter Schornsteinfeger.
Die Katze ist nicht echt, sie ist aus Dachziegelmaterial.
Und ich mag das Blatt so wie es ist,
mit Bleistiftkringel und Farbanmischwolke.