27.märz

Lichtan

Post it Zettel mit Lampen.

Die Tage vorm Geburtstag sind die schlimmsten Tage, glaube ich.

Weil- Letztes Jahr war der Tag selbst dann gar nicht so wie erwartet.

Man erwartet Fürchterliches, aber letztendlich ist die Angst vor der Erwartung, Fürchterliches zu fühlen, fürchterlicher, als der Tag dann selbst gefühlt wird.

Man fühlt sich ja schon Tage vorher so beschissen, dass eine Steigerung ohnehin kaum möglich ist. Eher Erleichterung, dass man auch diesen Tag überstehen kann.

Gut finde ich:

Es soll laut Wetterbericht regnen. Viele werden an Nils denken. Ich muss aus eigener Schlampigkeit nicht zum Elternsprechtag gehen (keine Termine mehr frei).  Unsere starke Familie. Und unsere unsterbliche Liebe.

Ich freue mich, dass er geboren ist. Hätte ihn sonst noch mehr vermisst.

22.märz

Regenbogen1Regenbogen2Regenbogen3Regenbogen4

Ich mache die tägliche Zeichnung für den Blog neuerdings gern unten am Küchentisch, während des Gleitzeit-Mittagessens der Kinder. Und da fiel heute der Regenbogen durchs Wasserglas. Pech für ihn.

Ich denke bei Regenbögen immer daran, dass Nils die nicht mochte. Warum auch immer. Konnte er nicht erklären, war einfach so. Ich mag die deshalb also auch nicht, aus Solidarität.

Ausser die mit guten Wolkenfrisuren.

Ausserdem habe ich rechts bei den Seiten den Glückstext ergänzt, weil ich manchmal danach gefragt werde und ich den selber erst nie finde.

 

20.März

PflasterMüde bin ich. So müde,  zu erklären.

Weil, wir sind nun schon „Trauer-Fortgeschrittene“.

Viele Dinge sind auf den ersten Blick einfacher geworden.

Wie zum Beispiel Lidl-Einkäufe zur Kindergarten-Abholzeit.

Jedenfalls meistens.

(Praxistip: Immer Kopfhörer und Handy dabei haben.

Kindergeschrei durch Tanzmusik ausblenden. Geht gut.)

 

Wir leben weiter, gut und stark und tapfer. Wir lachen dem F…leben ins Gesicht.

Ausserhalb der Trauer-Mauer.

Rein kommen nicht mehr sehr viele.

Weil ich sie nicht einlade. (wowarnochmaldietür?)

Weil sie hoch und dick und abweisend ist. (aussermanweisswodietürist)

Weil es gefährlich sein kann. (mistwiekommeichwiederrausdiestimmungistjaunterirdisch)

Das ist nicht schlimm, mich stört es nicht. Bin ja selber müde.

Alle meine Lieben fliegen sowieso einfach drüber. Oder durch.

(Georg und ich haben -doppeldickeMauerwände- zum Glück einen Privatdurchgang…)

Die Empörung, derjenigen, die glauben, wir wären, wie früher, längst wieder von lichten Blümchenhecken umgeben und die sich dann den Kopf anstossen und ärgerlich sind, weil man sie nicht davor gewarnt hat, die finde ich manchmal fast komisch und manchmal doof und manchmal verstehe ich sie.

Zeit ist relativ.

Und stelle hiermit aus Bequemlichkeit ein Warnschild auf:

Achtung: Sie betreten fürimmerzerstörte Seele. In dreizweieins-aua-Metern.