16. August

Steindame

Ich habe nicht viel gezeichnet, in den Ferien, aber mehr, als in vorherigen Urlauben, schon. Diese Dame zum Beispiel, die nicht mal blinzelte, während ich versuchte, sie zu portraitieren.

„Haben sie auch manchmal das Gefühl, sie hätten ihre Mitte verloren, Madame? Und was halten sie davon, so auf den Sockel gestellt zu werden? Warum so versteinert? Nein, ich kann sie nicht woanders hinstellen, glauben sie mir, dort ist auch nicht mehr zu sehen. (…Lüge) Der Grünspan steht ihnen jedenfalls formidable, mon a Li- beee.“

Die war so vornehm, zu vornehm, um zu antworten. Was ich gut fand.

 

30. Juni

Badeanzug

 

Mein Handy war dann plötzlich alle, so konnte ich leider kein Selfie machen.
Besser so, denn dies ist sicher auch die vorteilhaftere Perspektive.

(Ich finde, es kann jetzt aber auch aufhören. Und mein Mitgefühl all denen, deren Keller, Schuhe  und so vollgelaufen sind. Und deren Hunde in die Wohnung Pipi machen, weil sie nicht rauswollen.)

27.märz

Lichtan

Post it Zettel mit Lampen.

Die Tage vorm Geburtstag sind die schlimmsten Tage, glaube ich.

Weil- Letztes Jahr war der Tag selbst dann gar nicht so wie erwartet.

Man erwartet Fürchterliches, aber letztendlich ist die Angst vor der Erwartung, Fürchterliches zu fühlen, fürchterlicher, als der Tag dann selbst gefühlt wird.

Man fühlt sich ja schon Tage vorher so beschissen, dass eine Steigerung ohnehin kaum möglich ist. Eher Erleichterung, dass man auch diesen Tag überstehen kann.

Gut finde ich:

Es soll laut Wetterbericht regnen. Viele werden an Nils denken. Ich muss aus eigener Schlampigkeit nicht zum Elternsprechtag gehen (keine Termine mehr frei).  Unsere starke Familie. Und unsere unsterbliche Liebe.

Ich freue mich, dass er geboren ist. Hätte ihn sonst noch mehr vermisst.