4. Oktober

Ich freue mich sehr, dass es geklappt hat
mit der megariesigen Stadthalle in Falkensee als Ort für meine Lesung.
Denn so ist mehr Platz, mehr Abstand möglich und es können zusätzlich zu meinen Freunden noch ein paar mehr Leute kommen.

Das wird jedenfalls bestimmt schön. Ich bin zum ersten Mal ernsthaft nervös,
denn die meisten aus dem Publikum kennen mich zu gut. Hehe.

3 Gedanken zu „4. Oktober“

  1. „Ein Kunstwerk ist gut, wenn es aus Notwendigkeit entstand. In dieser Art seines Ursprungs liegt sein Urteil: es gibt kein anderes.“

    Das schrieb Rilke einem jungen Dichter. Einem Dichter, dessen Gedichte nicht allzu imposant gewesen zu sein scheinen, anders als Dein Buch – aber Dein Buch ist, anders als möglicherweise die Arbeit jenes jungen Dichters, sozusagen aus dem tiefsten Urgrund der allerexistenziellsten Notwendigkeit geboren.

    Ich bin so sicher, wie ich es nur überhaupt sein kann: Wenn Rilke bei Deiner Lesung im Publikum säße, wäre er ganz still und würde ganz genau spüren, um ihn frei zu zitieren, wie die Kunst in hohem Bogen über das Volk hinweg von Einsamem zu Einsamem geht.

  2. Das Kind

    Unwillkürlich sehn sie seinem Spiel
    lange zu; zuweilen tritt das runde
    seiende Gesicht aus dem Profil,
    klar und ganz wie eine volle Stunde,

    welche anhebt und zu Ende schlägt.
    Doch die Andern zahlen nicht die Schläge,
    trüb von Mühsal und vom Leben träge;
    und sie merken gar nicht, wie es trägt -,

    wie es alles trägt, auch dann, noch immer,
    wenn es müde in dem kleinen Kleid
    neben ihnen wie im Wartezimmer
    sitzt und warten will auf seine Zeit.

    Rainer Maria Rilke, 1908
    Aus der Sammlung Neue Gedichte, Anderer Teil

    Rilke scheint Nils gut gekannt zu haben. Und dich auch…
    Bleib weiterhin so stark und schwach zugleich!
    In Gedanken, A.

  3. Liebe Melanie,
    eben habe ich Deinen Comic verschlungen. Ein wirklich tolles, herzzerreißendes Buch! Großes Kompliment!!!

    Nina

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