17. August

Kommode
Meine Kommode. Farbkorrigiert.

Eines der für mich großartigsten Dinge,
die ich mit Katja zur Stoffentwicklung gemacht habe,
war, diese Liste.
Der Trick dabei ist, sie ohne Nachzudenken und ohne den Stift abzusetzen einfach runterzuschreiben.
Ein paar mal habe ich, vor allem nach großen Schaffenskrisenspausen
(äh ja gab ein paar), auf die Liste drauf geguckt und gedacht:
Ach. Na dann. Gut.
Hier sind sie:

20 Gründe, warum das Buch lesenswert ist.

1   es macht Mut
2   es verbindet Trauer mit Lustigem
3   es ist spannend, weil es auch eine Krimi-Drama-Geschichte ist
4   die echt passiert ist
5   es ist ein Buch für jeden, der jemanden verloren hat
6   vom Tod eines Kindes wird selten erzählt, wenn, dann so tragisch,
dass es keiner lesen mag
7   es verbindet Text und Bild
8   die Bilder schaffen es, den Leser aus dem Loch zu ziehen,
das der Text gebuddelt hat
9   und umgekehrt
10 es ist eine Abrechnung mit den Doofen der Welt
11  ein Aufstand gegen die Ohnmacht
12 der Inhalt hilft dem Leser vielleicht, anderen Mut zu machen
13 zum Teil sogar kindgerecht
14 es nimmt einen mit ganz runter und wieder hoch
15 es ist bei aller Wut versöhnlich
16 man darf weinen
17 und dabei lachen
18 es enthält Bilder, die sich im Kopf festsetzen
19 es sorgt für Gerechtigkeit, immerhin auf Papier
20 es handelt von Nils

10 Gedanken zu „17. August“

  1. Liebe Melanie,
    lange bevor Nils starb – wir wohnten damals noch in Hamburg – fing ich an Deinen Blog zu lesen. Großartige Szenen mit Tieren Findelvögeln, Alltagsbeobachtereien, der Garten, der Stall, herrlich schön, mein Herz wurde laut wenn ich die 12 des Monats öffnete. Regelmäßig. Eine zeitlang klebtest Du Washi Tape in Deine Skizzen, genau wie ich. :-) Eines Tages dann die Nachricht der Erkrankungen Nils. Komplett verrückt, es nahm mich derart mit, Leserbriefe und Ähnliches sind mir ansonsten fremd… Ich bin selbst Illustratorin (und Werberin), auch ich zeichne den Alltag und sämtliches Seltsame was mir über den Weg flitzt und meine Beobachtungen auf. (bin auch Ungerer Fan) Ich freue mich an Deiner Ehrlichkeit, auch als Zeichnerin, das Ungelungene, das fast weiße Papier dass Du ebenso zeigst wie das Ausgefeilte. Nils. Das Buch wird natürlich bestellt, ich warte schon lange darauf und freue mich mit. Chapeau! Alles auf grün: Freude! Karin.

  2. Ich bin hier ja erst viel später hier zufällig hin gepurzelt und hängen geblieben, weil so ehrlich (Gefühle…Zeichnungen) und ganz oft fehlen mir die Worte
    Aber ich könnte eigentlich immer Danke hier hin schreiben
    Nina

  3. Herzlichen Glückwunsch und danke, dass Du Dich auf den Weg mit und zu dem Buch gemacht hast. Es ist schon vorbestellt (jaha, das geht!) Danke für’s Teilen der vielen Auf und Abs und Hin und Hers und Drunter und Drübers.
    Ja, das wäre dann auch eine Frage, die mich interessiert zum Schaffensprozess: wie machst Du das, mit dem zutiefst Persönlichen in diese unendlich große, weite Welt zu gehen? Einfach so? wohl nicht, Grenzen wird es geben. Wie beeinflusst(e) Dich „das Außen“, wenn Du aus „dem Innen“ berichtest?
    LG Marion

    1. Ich habe schon immer hier im Blog viel aus dem Familienleben gezeigt. Witzige Sachen, auch mal Ernsteres. (Elternabende zum Beispiel)
      Ziemlich nahtlos, eben wie ja auch die Krankheit und dann das Sterben passierte, dann das erzählt/gezeichnet.
      Hier im Blog habe ich echt viiiiel gelassen und das fühlte sich gut an. Immer noch.
      Das Buch ist eigentlich ähnlich.
      Ganz nackt mache ich mich ja sowieso nie.
      Ich halte es nicht für notwendig das Aller- Innerste und Höchstpersönlichste zu zeigen.
      Wenn ihr wüsstet…
      Beeinflusst?
      Ich werde gern bestätigt und kriege gern Lob.
      Deshalb habe ich sicher immer weitergemacht, weil alle hier im Blog immer so lieb zu mir sind.
      Bei dem Buch habe ich aber lange gearbeitet, ohne viel Aussen.
      Das war oft anstrengend und ich bin gerade darauf ziemlich stolz, das geschafft zu haben.

      Danke für deine tolle Frage! Und… DANKE für dein Paket!

      1. Danke für Deine Antworten! Habe gleich mal die Elternabende nachgelesen, aus aktuellem Anlass ;o) Und solltet ihr nicht so die Jongleur_innen sein/werden, einfach den Inhalt der Jonglierbälle aussäen und den Hühnern anbieten ;o)) Genussvolles Buchblättern und -staunen. Auch wenn das alles Du gemacht hast, bleibt so ein eigenes, echtes Buch in den Händen auch ein Wunder.

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