Kerzentierkuh

Es ist eine Entscheidung gewesen, sich wieder den Kerzentieren zuzuwenden.
Eine ganz bewusste, und Ja!
Durchaus auch kommerzielle Entscheidung.
Mir war es immer unangenehm, die, mal bildlich gesprochen, Kerzentierkuh zu melken, also aus diesem zarten, lichten, komplett aus dem Herzen kommenden Projekt Profit zu machen.
Aber nun- bin jetzt auch angekommen im echten Leben, dass aus Geld besteht.
Und eigentlich ist das ja völlig okay.

Was ich vielleicht unbewusst wusste, was ich jetzt merke, ist, dass es aber auch eine Entscheidung gewesen ist,
sich der Trauer wieder auszuliefern oder-nicht ganz so krass ausgedrückt, ihr nicht mehr die kalte Schulter zu zeigen.
In erster Linie zwar nicht meiner, aber naja. 
Die sagt mir selbstverständlich auch Hallo. Und das nicht gerade leise. 
Ich liebe jede Geschichte, die mir jetzt erzählt wird, von der ich neu erfahre, weil ich bei Instagram stummgeschaltete
(das mache ich, weil ich zu viel Tod nicht aushalten kann in meinem täglichen Handykonsum,
ich empfehle diesen Trick wirklich sehr)
Storys und Accounts lieber Menschen wieder aktiviere.
Und so tauche ich fast neu ein in diese Welt, ich alter Trauerhase (Hase!).

Habe heute schon dreimal geheult, weil ich mich seit Ewigkeiten mit einer frischen Witwe auf dem Friedhof unterhalten habe, in eine beginnende Beerdigung reingeplatzt bin und einen Kinderwagen mit dem Fahrrad überholt habe.
Oh, viermal, weil der Belugawal (Belugawal!!) aus der Seine nicht gerettet werden konnte.

Perfekte Bedingungen für die neuen Tiere. 
Na, Kuh?

6 Gedanken zu „Kerzentierkuh“

  1. Manche Dinge miteinander zu verquicken verbietet sich von selbst – wie Geld und die Hochachtung vor Leben und Tod.

    1. Das wäre ja schön, Herr oder Frau Gegenüber. Und wer bestimmt, was sich selbst miteinander verbietet? Die Dinge selbst?
      Sie haben das dritte Ding vergessen: Meine Arbeit. Sowohl physisch als auch psychisch. Diese mit Geld zu verquicken ist absolut in Ordnung und hat auch etwas mit Hochachtung zu tun. Und Wertschätzung. Ich lebe. Ich gebe. Ich brauche. Ich bin ehrlich: Ich finde ihren Kommentar an dieser Stelle ziemlich daneben. Buddhastiftung? Wovon leben Sie?

  2. Ich finde, du brauchst dich nicht zu rechtfertigen.
    Diese Tiere sind so bezaubernd und ehrlich – sie büßen nichts davon ein, wenn du dafür entlohnt wirst.

  3. Kunst und Geld schließen sich doch nicht aus. Deine Motivation, die Kerzentiere zu zeichnen wird dadurch nicht schlecht gemacht (vielleicht einfach nur bekannter und nachdenklich machender,)
    Danke
    Liebe Grüße
    Nina

  4. Herzige Kuh!
    Bin sicher, dass sie viel Licht in die Welt bringen wird.
    Mich lässt sie jedenfalls schon gleich mal lächeln an diesem mausgrauen Tag.
    Dankeschön und lieben Dank

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