19. August 2019

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Alles Liebe zum Geburtstag, Juliussi! (2.v.l.u.)

Ein weiteres „Kniffelbild“.
Ich bin von JUlius, Georg von Greta gezeichnet worden.
Artur fügte ich in Abwesenheit hinzu (er kniffelt eher selten mit),
Nils war auch nicht anwesend im herkömmlichen Sinne.

Zwölf Jahre.

Ich bin auf einen kriminellen Ticketverkauf reingefallen und habe schon im Frühling völlig überteuerte aber falsche Karten für die gamescom in Köln gekauft.

Stellt euch vor, es gibt für die gamescom in Köln Family-Tickets für „mind. 1 bis max. 2 Erwachsene und mind. 1 bis max. 4 Kinder im Alter von 7 bis 11 Jahren zum einmaligen Eintritt auf die Messe. Zwölfjährige gehören da nicht zur Familie. (…)
Habe ich also komplett verkackt.
Alle Versuche, jetzt noch irgendwie an Karten zu kommen, sind gescheitert.
Deshalb hier:

Wer mir ein Erwachsenen- und ein ermäßigtes Ticket für kommenden Freitag besorgt, der kriegt von mir ganz ganz viele Bücher geschenkt, auch signiert und eine Wunschoriginalzeichnung (egal was, auch technische Geräte)und alles in einem feinen großen Dankeschönpaket.
Natürlich hat er auch andere Megageschenke bekommen, ahnt auch nix von dem verpatzten, aber er hatte es sich SO gewünscht.

Ich sage nur: Berufswunsch.

Schreibt mir gerne eine Mail.
 

 

2. August

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Zumutung und Zu-Muten liegen nah beieinander.

So ähnlich habe ich vorhin einen Kommentar beantwortet und musste sofort an das Buch denken, dass mir
Ina Milert schon vor einer ganzen Weile geschickt hat.
Ich habe ihr versprochen, darüber zu schreiben, damit möglichst viele davon erfahren und es lesen.
Dann wusste ich nicht, wie.
Sie schreibt darin, wie sie ihre Tochter Lea verlor.
Es soll kein Ratgeber sein, wie sie zu Beginn schreibt, sie möchte ihren Schmerz und ihr Erlebtes teilen, um damit vielleicht anderen Trauernden zu helfen.
Nach zehn Jahren traut sich die Autorin, die Tagebücher ihrer verstorbenen Tochter zu lesen und mit in ihre Erinnerung einfließen zu lassen.
Es ist nicht nur ihr Buch, auch das von Lea.

Schwer zu lesen, und am liebsten möchte man es jedem ersparen.
Aber es ist echt. Von einer sehr sehr mutigen Mutter sehr gut geschrieben.
Danke, dass ich es lesen durfte!
Ich verlinke es ausnahmsweise über Amazon. Hier.

Eine andere Mutter schreibt auf Facebook täglich darüber,
was genau vor einem Jahr mit ihrem Sohn passierte.
Ich schaue jeden Tag zu.
Und mir wird jeden Tag ganz anders.

Hinsehen, mitfühlen und mitmuten.

Dafür habe ich heute die Zeichnung nicht passend zum Text gemacht.
Wäre sonst zu hart.

24. Juli

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Seit der Artikel erschienen ist, denke ich, sowohl bei Instagram, als auch hier, ich sollte nun wirklich mal wieder was thematisch „passendes“ schreibenzeichnendenken, irgendwas, das zeigt:
Bin natürlich immer noch so wowheldenhaft, wie der Zusammenschnitt meiner Texte in dem Artikel.

Fällt mit schwer.
Leider fühle ich mich nicht so.

Habe Angst Ist mir zu warm, reinzufühlen, Gefühle in Wörter zu fassen oder womöglich Ratschläge zu geben.

Habe Probleme damit, Menschen, deren Lieben sterben, passende Sachen zu sagen.
Habe inzwischen selber so viel gelesen, davon, was man besser nicht tun soll, wie man jenes vermeiden muss und das alles macht es dazu noch sehr theoretisch.

Vielleicht sollte ich eine kleine Liste anfangen,
welche Arschlochsachen ich gemacht habe, weil ich fand (finde), ich darf alles.
(machichvielleicht)
Einfach, um ein bisschen Matsche zu schmeißen.

Oder zeichne mal wieder Pferde.

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Meine liebe Freundin Kerstin ist Jemand, die immer das Richtige schweigt und schreibt, die noch viel mehr darf als ich, meine eigene Heldin im bescheuerten Club (den es nicht geben sollte) der Mütter, die ihre Kinder verlieren mussten, absolut.

Ein Bilderbuch von ihr ist gerade erschienen, und sie hat eine wunderschöne Geschichte geschrieben, darüber, wie nah dunkel und hell nebeneinander liegen.
Wie die einen im Dunklen, die anderen im Hellen leben.
Das Struppige hier und das Zarte dort.  (oder umgekehrt…)
Dabei bleibt es natürlich nicht,  denn sie lernen sich kennen und schließen Freundschaft.
Ein Buch, das keine Ratschläge gibt und nicht trösten muss.

Es zeigt die Schönheit beider Seiten, und eine Anleitungsantwort, wie man es schaffen kann, hin und her zu springen.
Für Kinder!
Für alle, die sich nicht nur im Hellen aufhalten.
Und für die, die zwar im Dunklen wohnen, aber auch dort fein leben.

DAS DUNKLE UND DAS HELLE von Kerstin Hau, tollstens illustriert von Julie Völk.

Kauft es am besten in einem echten Laden!
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25. Mai

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Jaaaa … ich bin meinem Blog ein bisschen untreu, weil neben meiner momentanen Arbeit, von der ich nichts so richtig zeigen kann und den täglichen #100tiereausmeinemleben auf Instagram einfach keine Zeit bleibt, noch eine Dazwischen-Blogskizze zu machen. Geschweige denn, große Weisheiten zu verfassen oder auf hohem Niveau zu zeichnen.

Zum Glück habe ich Freitags früh jetzt einen Praktikanten, den ich zwingen kann, mir seine Skizzenbuchseiten zum Veröffentlichen zur Verfügung zu stellen. Hehe.
Die Vorzeichnungen sind von mir, aquarelliert hat er sie ganz alleine!

1. November

Fliegendewürmer

Mal wieder ein Kindergastbeitrag.

Dabei…. (weil ich ein Früher-Jetzt-Beispiel suchte) bin ich auf dies hier gestoßen: Klick

Haha, ja, so ähnlich ist das tatsächlich. Ein nachtaktiver Teenager macht übrigens auch schlafarme Nächte. Durch die senile Bettflucht ist mir das aber relativ piepegal.

Ach, dies hier meinte ich: Klick

Jetzt zeichnet Artur solche merkwürdigen Wesen, und ich könnte nicht stolzer sein.

Und ich habe mich jetzt durch die komplette Kategorie „Gäste“ geklickt.
Lohnt sich, die Zeitreise. Seufz.

 

 

16. Oktober

 

Nachträglich die ZwölfvonZwölf des Oktobers.

Live von der Frankfurter Buchmesse diesmal und daher ganz aussergewöhnlich mit feinen Gastbeiträgen von Frau Knopp (ich soll das Pferd sein) und  Frau Wien. (Danke!)

Ich wünschte, ich hätte noch zwei weitere ZeichnerInnen verpflichtet (…), weil am Ende fehlen mir No 11 und 12. Nicht schlimm, ich war ja auch nicht zum Zeichnen dort, sondern zum Arbeiten. Deshalb musste ich nach dem zehnten Bild auch den Stift weglegen. Es war toll: sehr inspirierend, sehr lustig, sehr voll, sehr lehrreich, sehr ermutigend und zukunftsweisendserfolgreich. Von daher: jetzt schnell ran an die Arbeit.

Mehr 12von12 gibt es wie immer bei DraussennurKännchen! Ach, und: Happy Birthday nachträglich, liebe Caro!

 

13. Juni

Letzten Sonntag habe ich ja beim Bücherpicknick im Volkspark Potsdam eine Art Malkurs gemacht. Also – Es sollte eine Lesung sein, ich durfte mir aber komplett alleine überlegen, was ich mache mit meiner Zeit (Danke dafür an die Veranstalter…).

Und ich wollte unbedingt was mit Rittern machen.

Ich habe was vorgelesen zu Beginn, das könnt ihr hier nun nachlesen.

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Ich will euch heute zeigen, wie ich Ritter zeichne und mit euch zusammen welche zeichnen.
Vielleicht kann ich euch ein paar Tipps geben, vielleicht habt ihr ja ein paar neue Ideen für Ritter, die ich noch nicht kenne.
Ich lese euch jetzt erst eine Mini-Geschichte vor, weil ich will, dass ihr wisst, wieso ich im Moment so verrückt danach bin, Ritter zu zeichnen, in allen Formen und Figuren.
Ist ja nicht so, dass wir hier nicht auch Pferde, Ponys oder Pippa Pepperkorns malen könnten zusammen….
Könnten wir auch- machen wir aber nicht.
Ausser vielleicht Ritterpferde und Ponys und Ritter-Pippas.
Also:
Als ich das letzte Mal hier in diesem Park war, eigentlich an genau derselben
Stelle wie jetzt gerade, da war mein kleiner Sohn Nils auch mit. Er war da drei Jahre alt. Das war  fast genau vor zwei Jahren, auch am Anfang vom Sommer.
Wir waren bei dem grossen Ritterfest, Nils, sein grosser Bruder Julius und ich.
Meine anderen beiden Kinder, Greta und Artur sind schon älter und die hatten etwas anderes vor.
Wir sind hier im Park rumgelaufen und haben uns alles angeguckt.
Und wir haben zwei Schwerter und zwei Schilde aus Holz gekauft und für Nils noch einen Helm.
Das war ein wunderschöner Tag, die beiden Jungs sind barfuss auf den Wiesen rumgerannt und haben wild gekämpft.
Am nächsten Tag sind wir ins Krankenhaus gegangen, denn Nils war krank.
Nicht normal krank, wie alle Kinder mal krank sind, er hatte eine Leukämie, das ist Krebs im Blut.
Klar hatten wir im Krankenhaus das Schwert und den Schild immer dabei.
Und er war auch sehr tapfer, tatsächlich wie ein echter Ritter.
Er musste viele Dinge machen, die weh tun, Angst machen und nicht schön sind.
Alleine diese riesigen Tabletten zu schlucken war eine Mutprobe, die er jeden Tag machen musste.
Ihr ahnt es schon.
Nils ist kurze Zeit später noch im selben Sommer gestorben.
Das ist ganz plötzlich passiert. Niemand hatte damit gerechnet.
Man kann nicht erklären, wie es sich anfühlt, wenn jemand stirbt, den man so sehr geliebt hat.
Vielleicht kennt es jemand von euch, oder ihr kennt jemanden, der es kennt.
Man ist traurig und unglücklich und findet den Tod sehr sehr grausam und ungerecht.
Es ist die allergrösste Ungerechtigkeit der ganzen Welt.
Wir haben ziemlich viel gekämpft in der letzten Zeit.
Und wir haben das auch ganz gut hingekriegt.
Mit viel Hilfe von Freunden und unserer Familie und unseren Tieren.

Wir hatten auf unserem Friedhof, wo Nils seinen Platz hat, ein Rotkehlchen,
das eine Zeitlang immer da war, wenn wir kamen.
Als würde es uns kennen und begrüssen. Eigentlich hat es nicht viel gemacht,
aber wir mussten jedes mal lachen, wenn es auftauchte.

Das war mein erster kleiner Ritter, der für und mit uns gegen die Traurigkeit kämpfte.
Dann mein weisses Pferd Viento. Auf ihm ist Nils früher samt Laserschwert durch den Wald geritten und wollte Wildschweine bekämpfen.
Zack, das erste Ritterpferd. Er hat mich sehr oft getröstet.
Tinka, unsere kleine Ponydame, ist auch eine richtige Ritterin, stolz und stark. Sie würde alles tun, um Greta, Nils grosse Schwester, froh zu machen.

Ich fing also an, in dieser letzten Zeit, fast jeden, der mithilft, die Welt etwas heller zu machen, im Kopf und dann auf Papier in  einen Ritter zu verwandeln.
Vielleicht ist das ein bisschen verrückt, aber es funktioniert irgendwie.
Weil es einen erstmal zum Lachen bringt- und Lachen ist immer gut-
und weil es auch eine kleine Wahrheit enthält. Ganz alleine schafft man es nicht, grosse Ungerechtigkeiten oder grosses Unglück zu besiegen. Da  braucht man ein ganzes Heer an Freunden und Wegbegleitern. Ob die nun echt, ausgedacht oder echt mit Helm sind, ist egal.
Hauptsache, man gibt nicht auf zu kämpfen.
Und ich glaube ja fest an den Satz: In der Fantasie geht alles. (Dank Tinee übrigens)
Deswegen:
Würde ich mich sehr freuen, wenn ihr Lust hättet, euch mit mir zusammen jetzt
die verrücktesten, mutigsten und lustigsten Ritter auszudenken und zu zeichnen.
Für in Situationen, wo man sie brauchen kann.
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Ritterbahnhof

Ob man Kindern sowas zumuten kann und sollte, war natürlich die Frage. Ich hatte drei Generalproben. Georg meinte….. mmmmh. Schwer. Meine Mutter meinte…. klar, unbedingt, du darfst bloss nicht so heulen wie jetzt dabei (Habichnicht). Die grossen Kinder hatten keine Lust, sich das überhaupt anzuhören…. und Julius, mein letzter Proband, und Malprobenversuchskind, der Erfinder der Ritterbohne (s.o.), der fand es …. super, Mama.

Guckt doch bitte mal, was für Ritter die Kinder gemalt haben. Die sind so so so cool. Danke.