16. Oktober

 

Nachträglich die ZwölfvonZwölf des Oktobers.

Live von der Frankfurter Buchmesse diesmal und daher ganz aussergewöhnlich mit feinen Gastbeiträgen von Frau Knopp (ich soll das Pferd sein) und  Frau Wien. (Danke!)

Ich wünschte, ich hätte noch zwei weitere ZeichnerInnen verpflichtet (…), weil am Ende fehlen mir No 11 und 12. Nicht schlimm, ich war ja auch nicht zum Zeichnen dort, sondern zum Arbeiten. Deshalb musste ich nach dem zehnten Bild auch den Stift weglegen. Es war toll: sehr inspirierend, sehr lustig, sehr voll, sehr lehrreich, sehr ermutigend und zukunftsweisendserfolgreich. Von daher: jetzt schnell ran an die Arbeit.

Mehr 12von12 gibt es wie immer bei DraussennurKännchen! Ach, und: Happy Birthday nachträglich, liebe Caro!

 

13. Juni

Letzten Sonntag habe ich ja beim Bücherpicknick im Volkspark Potsdam eine Art Malkurs gemacht. Also – Es sollte eine Lesung sein, ich durfte mir aber komplett alleine überlegen, was ich mache mit meiner Zeit (Danke dafür an die Veranstalter…).

Und ich wollte unbedingt was mit Rittern machen.

Ich habe was vorgelesen zu Beginn, das könnt ihr hier nun nachlesen.

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Ich will euch heute zeigen, wie ich Ritter zeichne und mit euch zusammen welche zeichnen.
Vielleicht kann ich euch ein paar Tipps geben, vielleicht habt ihr ja ein paar neue Ideen für Ritter, die ich noch nicht kenne.
Ich lese euch jetzt erst eine Mini-Geschichte vor, weil ich will, dass ihr wisst, wieso ich im Moment so verrückt danach bin, Ritter zu zeichnen, in allen Formen und Figuren.
Ist ja nicht so, dass wir hier nicht auch Pferde, Ponys oder Pippa Pepperkorns malen könnten zusammen….
Könnten wir auch- machen wir aber nicht.
Ausser vielleicht Ritterpferde und Ponys und Ritter-Pippas.
Also:
Als ich das letzte Mal hier in diesem Park war, eigentlich an genau derselben
Stelle wie jetzt gerade, da war mein kleiner Sohn Nils auch mit. Er war da drei Jahre alt. Das war  fast genau vor zwei Jahren, auch am Anfang vom Sommer.
Wir waren bei dem grossen Ritterfest, Nils, sein grosser Bruder Julius und ich.
Meine anderen beiden Kinder, Greta und Artur sind schon älter und die hatten etwas anderes vor.
Wir sind hier im Park rumgelaufen und haben uns alles angeguckt.
Und wir haben zwei Schwerter und zwei Schilde aus Holz gekauft und für Nils noch einen Helm.
Das war ein wunderschöner Tag, die beiden Jungs sind barfuss auf den Wiesen rumgerannt und haben wild gekämpft.
Am nächsten Tag sind wir ins Krankenhaus gegangen, denn Nils war krank.
Nicht normal krank, wie alle Kinder mal krank sind, er hatte eine Leukämie, das ist Krebs im Blut.
Klar hatten wir im Krankenhaus das Schwert und den Schild immer dabei.
Und er war auch sehr tapfer, tatsächlich wie ein echter Ritter.
Er musste viele Dinge machen, die weh tun, Angst machen und nicht schön sind.
Alleine diese riesigen Tabletten zu schlucken war eine Mutprobe, die er jeden Tag machen musste.
Ihr ahnt es schon.
Nils ist kurze Zeit später noch im selben Sommer gestorben.
Das ist ganz plötzlich passiert. Niemand hatte damit gerechnet.
Man kann nicht erklären, wie es sich anfühlt, wenn jemand stirbt, den man so sehr geliebt hat.
Vielleicht kennt es jemand von euch, oder ihr kennt jemanden, der es kennt.
Man ist traurig und unglücklich und findet den Tod sehr sehr grausam und ungerecht.
Es ist die allergrösste Ungerechtigkeit der ganzen Welt.
Wir haben ziemlich viel gekämpft in der letzten Zeit.
Und wir haben das auch ganz gut hingekriegt.
Mit viel Hilfe von Freunden und unserer Familie und unseren Tieren.

Wir hatten auf unserem Friedhof, wo Nils seinen Platz hat, ein Rotkehlchen,
das eine Zeitlang immer da war, wenn wir kamen.
Als würde es uns kennen und begrüssen. Eigentlich hat es nicht viel gemacht,
aber wir mussten jedes mal lachen, wenn es auftauchte.

Das war mein erster kleiner Ritter, der für und mit uns gegen die Traurigkeit kämpfte.
Dann mein weisses Pferd Viento. Auf ihm ist Nils früher samt Laserschwert durch den Wald geritten und wollte Wildschweine bekämpfen.
Zack, das erste Ritterpferd. Er hat mich sehr oft getröstet.
Tinka, unsere kleine Ponydame, ist auch eine richtige Ritterin, stolz und stark. Sie würde alles tun, um Greta, Nils grosse Schwester, froh zu machen.

Ich fing also an, in dieser letzten Zeit, fast jeden, der mithilft, die Welt etwas heller zu machen, im Kopf und dann auf Papier in  einen Ritter zu verwandeln.
Vielleicht ist das ein bisschen verrückt, aber es funktioniert irgendwie.
Weil es einen erstmal zum Lachen bringt- und Lachen ist immer gut-
und weil es auch eine kleine Wahrheit enthält. Ganz alleine schafft man es nicht, grosse Ungerechtigkeiten oder grosses Unglück zu besiegen. Da  braucht man ein ganzes Heer an Freunden und Wegbegleitern. Ob die nun echt, ausgedacht oder echt mit Helm sind, ist egal.
Hauptsache, man gibt nicht auf zu kämpfen.
Und ich glaube ja fest an den Satz: In der Fantasie geht alles. (Dank Tinee übrigens)
Deswegen:
Würde ich mich sehr freuen, wenn ihr Lust hättet, euch mit mir zusammen jetzt
die verrücktesten, mutigsten und lustigsten Ritter auszudenken und zu zeichnen.
Für in Situationen, wo man sie brauchen kann.
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Ritterbahnhof

Ob man Kindern sowas zumuten kann und sollte, war natürlich die Frage. Ich hatte drei Generalproben. Georg meinte….. mmmmh. Schwer. Meine Mutter meinte…. klar, unbedingt, du darfst bloss nicht so heulen wie jetzt dabei (Habichnicht). Die grossen Kinder hatten keine Lust, sich das überhaupt anzuhören…. und Julius, mein letzter Proband, und Malprobenversuchskind, der Erfinder der Ritterbohne (s.o.), der fand es …. super, Mama.

Guckt doch bitte mal, was für Ritter die Kinder gemalt haben. Die sind so so so cool. Danke.

KopfBauchBeineFüsse

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Dieses Spiel. In der Scheisse-Es-Weihnachtet-Edition. Wie unfassbar gut getroffen ist bitte Edwin?

(Julius, Greta, ich)

7. Juli

Am frühen Morgen des 5. Juli ist Nils ganz unerwartet,
schnell, friedlich und ohne Schmerzen
in unseren Armen für immer eingeschlafen.

Weint mit uns.
Trauert.
Er bleibt.
Für immer.

Von guten Mächten wunderbar geborgen,
erwarten wir getrost,
was kommen mag.
Er ist mit uns am Abend und am Morgen.
Und ganz gewiss an jedem neuen Tag.

18. November

Der Igel und einer seiner natürlichen Feinde.
Von Julius, der von dem Igel-Projekt in seiner Klasse mehr als begeistert war.
Der quasi Fachmann für Igelfragen geworden ist.
Schön, wenn Schule so einen Spass macht!

Bei Philuko gibt es Dienstags KIND OF ART.

22. Oktober

Klar machen wir in den Herbstferien klassische Bastelsachen.
Zwischen sehr-nass-kaltem Hundepferdekinderkombinationsspaziergang
und Tiefkühlpizzaverköstigung vor Mittagsschlafpause und Digitalgestattetzeitzone.
Nackte Igel von Julius, Blätter längst gesammelt von Nils und alles andere von mir.
Der Blattfuchs.
Passt zum Mustermittwoch von Frau Müllerin.

1. Juli

Ganz frisch aus Julius Schulmappe befreit.
(endlich mal wieder kein Panzer, Schlachtschiff oder Ninjagemetzel…)
Und weil es so gut zu seinen Fimoschnecken passt, sofort gerahmt.
Bei Philuko gibt es, wie jeden Dienstag, KIND OF ART!