10. Januar

Ritter

Ich habe einen sehr strukturierten Arbeitsplan für die nächsten paar Wochen.
Der sieht vor, dass ich ganz einfach erstmal jeden Tag drei bis vier Doppelseiten mit Tusche reinzeichne.
Dabei Podcasts höre oder Hörbücher.
Die Denkarbeit ist getan, also nur noch runter schrubben. Easypeasy.
Ich hatte gar nicht damit gerechnet, nun schon wieder dazusitzen und komplett fassungslos zu sein.
Dass es nicht nur eine Geschichte ist,
sondern in echt so.
Diese Seite gibts schon ewig als Skizze, war eine der Allerersten.
Und ich habe mich immer drarauf gefreut, sie mal fertig zu machen.
Jetzt habe ich mich gerade damit belohnt,
diese beiden schon ausmalen zu dürfen.
Weil ich mir manchmal eine nette Chefin bin.

23. Dezember

Skizzebuch.jpg
rechts ein Zettel, der eine Weile über meinem Schreibtisch hing. Ich gebe mir gern selber Anweisungen.

Es dauert ja noch viele Monate, bis zum Erscheinen meines Buches.

Da dachte ich, ich könnte ja, ohne euch zu viel zu verraten, zwischendurch ab und zu, ganz unsortiert und unregelmäßig, ein bisschen was über die Entstehung erzählen.
Die hat nämlich ungefähr drei Jahre gedauert. (und wird noch zweidrei weitere Monate brauchen…!)
Nicht lange, für eine Graphic Novel, dass weiß ich jetzt.
Aber irgendwie schon. So fing jedenfalls alles an:

Anfang 2017 war ich gerade fertig mit dem Waschen der Schmutzwäsche
und versuchte, die große, aber bitte nicht die Yellow- Presse dazu zu bringen,
sich für Mist, der passiert ist, zu interessieren,
damit dann riesige Investigativ-Journalisten-Teams gebildet werden, die wiederum preiswürdige Reportagen schreiben
und damit das ganze Übel ans Licht bringen.
Blitzlichtgewitter und Gerechtigkeit. Das wollte ich so gern.
Aber alles lief ins Leere, einige hatten kurz Interesse, aber dann doch keine Zeit, kein Geld, keine Mittel.
Es tut uns sehr leid, aber.
Eines Vormittags habe ich eine Freundin besucht, mit super Kontakten zu verschiedenen Redaktionen von Fernsehsendern, die sich mit kritischen Themen auseinandersetzen. Ein Versuch war es wert.
Wir kannten uns damals nur flüchtig und ich erzählte ihr alles haarklein.
Ja, meinte sie, ich werde alle fragen und dir alle Nummern und Adressen geben, die ich habe.
Vermitteln und an Türen klopfen. Das ist sehr wichtig, dass etwas passiert.
Aber weißt du, was ich denke?
Du wirst wahrscheinlich niemanden finden, der es macht, wie du es willst.
Ich: äh. (…) Schluck.
Sie: Mach es selber. Schreib ein Buch. Eines, das alles erzählt.
Aus deiner Sicht. Mit deiner Wahrheit. Deinen Texten, deinen Bildern.
Damit wirst du all das erreichen können, was du willst.
Ich: pfff, ach… wie soll das denn gehen, das ist doch viel zu viel, das schaffe ich nie, wer soll es denn lesen, wie soll sowas aussehen, ach…nee, ich weiß nicht.
Aber sie war sehr bestimmt und sagte:
Doch. Mach. Mach einen Comic daraus. Das wird gut.

Erstmal guckte ich zwei Wochen lang auf Youtube, wie man Sprechblasen (die es jetzt gar nicht geben wird) entwirft.
Und dann habe ich echt angefangen.

Danke, M. !

Edit: Eins muss ich hinzufügen:

Es ist ganz anders geworden, als ich vor drei Jahren dachte. Kann man sich denken. Besser als impulsive Rachegedanken, viel besser. ; )

20. Dezember

VorabCover

Ich darf es jetzt offiziell verkünden.

Im September 2020 erscheint mein Buch,
an dem ich jetzt schon eine Weile-
(ähm…seit knapp drei Jahren, so ungefähr…)
und immer noch und noch ein bisschen weiter-
zeichne.
Hier kann man schon gucken.

Ganz sicher werde ich euch ab jetzt immer wieder ein kleines bisschen was zeigen können, Dumeinegüte, ich bin wirklich sehr sehr stolz und froh und dankbar und gespannt und aufgeregt und kann es selbst kaum glauben.
Bin Comiczeichnerin und dies ist wird meine erste Graphic Novel.