Pferde verboten

Viento hat mich heute seit langer Zeit mal wieder zum Friedhof begleitet.
Es regnet in Strömen.
Auf dem Friedhof sehe ich aus der Ferne jemanden in Warnweste mit einem dieser beschissenen Geräte, die sehr laut Blätter von a nach b pusten.
Im Regen ganz sicher doppelt so unnützlich wie sonst.
Kurz überlege ich.
„Was machen Sie denn da!???“ kreischt die Frau da auch schon, als ich das Törchen öffne.
„Sie wollen doch nicht etwa mit dem Pferd…“
„Doch, will ich. Muss nur kurz die Kerze anzünden.“
Echt- die fällt beinahe in Ohnmacht und kann aber nix machen, außer schimpfen.
Sich uns entgegenstellen. 
Sich einem Ritterpferd entgegenstellen? Haha.
Wir gehen dann einfach an ihr vorbei, ich behaupte eiskalt, ich hätte eine Sondergenehmigung, könne sie gern ihre Chefin fragen.
Am Grab fällt Viento fast in Ohnmacht, als ich direkt vor seinem Gesicht die Kerze anzünde.
Atmet die Angst tapfer weg, rupft sich ein Ziergrasbüschel aus.
Wir gehen zurück und ich sehe die Laubblastante aufgeregt telefonieren.
Viento kackt. 
Die Frau drückt auf ihr Handy.
„Ich hab mich erkundigt! Da ist gar nix genehmigt! Aber meine Chefin hat schon von ihnen gehört! Das sie die sind, die mal sagte, Hunde wären wohl verboten, von Pferden stände aber nix dran!“
(manche Witze unsterblich- yeah!)
Sie will mir noch einen längeren Vortrag halten, tut sie auch.
Wir gehen runter vom Friedhof, ich dreh mich nochmal um und sage:
„Ist mir egal, ob es verboten ist oder nicht. Ich musste heute die Kerze anzünden und Ja! Ich musste heute auch das Pferd mitnehmen. An manchen Tagen geht es nicht anders. Trotz Wetter, trotz Vorschriften. Auch wenn ich es hätte anders organisieren können. Da vorne liegt mein kleiner toter Sohn und manchmal sind solche Sachen einfach zu tun.“
„Ich habe meinen Sohn auch verloren“, antwortet sie.
„Oh.“ Ich schaue sie an. „Na. Dann wissen Sie ja, wie das ist. Und auch wenn es verboten ist und ich mich von Ihnen anmeckern lassen muss. Weil da jetzt diese drei Hufabdrücke sind. 
Scheißegal. Das. War. Heute. Wichtig. “
Sie ist still und wir gehen. 
Ich weine und weine, aber egal, weil auf die paar Tropfen kommt es jetzt auch nicht mehr an.

Glücklich-Platz


Die Wiese, wo die Pferde stehen ist mein Glücklich-Platz.
Happyplace sagt man ja.

Der Ort, an den man sich denkt, wenn not ist.
An dem man alle Not nicht mehr denkt.
Hier ist es so leicht gar nichts zu denken.

Ja, manchmal gibt es Sorgen um die Pferde, manchmal doofe Dinge wie zugefrorene Pfützen,
ein schimmeliger Heuballen oder ein dickes Ponybein.
Aber nichts, was unnötig ist, wird gedacht.

Die Menschen, die sich hier einfinden, möchten Zeit mit und bei ihren Pferden verbringen.
Ich habe und kenne keinen Ort, wo Zusammensein so unkompliziert ist.
Vielleicht ist es das Besondere an unserer Wiese, dass wir dort unkompliziert sind.
Uns alle respektieren, schätzen und lassen, wie wir sind.
Niemand muss hier was.
Unsere Leben bleiben zuhause, wir sind nur „am Stall“.
Mit den Pferden, sonst nichts.

Wie dankbar ich bin, für diesen Zustand, der uns allen so viel Raum gibt.
Für die Frauen, die mir in dieser Weise ähnlich sind.
Ganz anders sind, und doch gleich, an dem Platz.

Die Wiese ist der Ort, an dem ich vergesse, was sonst so ist.

Nun haben drumherum gerade Neid, Verletzung, Egoismus und Zorn Einzug gehalten,
Pferdefrauenrealitäten sind zugezogen, Grenzen sind entstanden, wo vorher Luft war.
Mein Gut-Ort ist nicht mehr leicht zu erreichen.
Er ist es nicht mehr.

Was, wenn ich ihn jetzt verliere, weil ich dort zu viel Blödes fühle?
Wie schaffe ich es, wieder nichts zu fühlen?
Wie wieder die Leere dort zu haben, die ich so brauche?

Ich schlafe ein mit den Gedanken darum und ich wache auf mit ihnen.

Und dann ärgere mich über mein Luxusproblem.
Meine Güte- Es ist nur eine Wiese.
Ist es?

12. Januar

Gut ins Jahr gestartet mit den ersten Zwölf.
Ja, wir haben es gut gerade.
Ich weiß das und bin froh drum und dankbar.
Ansonsten seht selbst.
Mehr Zwölfer gibt es wie immer bei Caro von DraussennurKännchen!
Danke fürs Gucken und: Bleibt tapfer.

14. November

 

Letztens dachte ich mal drüber nach, wie oft wir gesagt kriegen,
das wir echt stark sind.
„Du bist so stark.“
Ich höre das nicht ungern, nein!
Stark ist ein super Wort und ich finde mich selbst oft richtig stark.
(Dann, wenn ich mich von außen betrachte, mit Erstaunen)
Aber auch letztens, da dachte ich:
„Hart“ trifft es manchmal eher.
Sieht stark aus, ist aber nicht unzerbrechlich,
undurchdringlich und was innen ist, kann niemand wissen.
Meist Hohlnis, hehe.

 

 

13. Februar

Wenn ich abends nicht mehr im Büro arbeite, gibt es die Zwölf am Dreizehnten.
Gewöhnt man sich auch dran.
Spektakulär, dass ich sie überhaupt geschafft habe, gestern.
Eigentlich vor allem dem Mann im Hintergrund von Bild 11 zu verdanken,
der (wie fast immer in letzter Zeit) gekocht hat, dass ich sie überhaupt geschafft habe.
Mehr 12v12 gibt es wie immer bei Caro vonDraussennurKännchen!
Edit: Upps, korrigiere Physio-Termin und Physiotherapeut. Sie ist osteoppathisch behandelt worden. Den Unterschied müsst ihr selber googeln. ;  )