Hier wieder mein Rückblick. Es war ein anstrengender Monat. Wobei ich gar nicht sagen kann, warum. Oder doch? Oder nicht oder doch zögere ich auch, abzusenden, aber so war der Deal und daher: Viel Freude beim Lesen. Kommt gut in den August!

3. Juli 2024.

Der Juli beginnt immer mit dem 5.Juli.
Dem neunten 5.Juli.
Wir nehmen uns jedes Jahr etwas richtig Schönes vor, da gibt es keine Traditionen mehr, außer, dass wir möglichst alle zusammen sind und außer dem Wetter.
Es ist immer kalt und ganz anders, als vor neun Jahren, was mich sehr froh macht.
Ich fragte mich, ob es okay ist, zu spüren, dass dieser Tag nur noch einen Bruchteil so schmerzt, wie früher. Ob dies auszusprechen bedeuten würde, dass ich nicht genug fühle oder liebe oder vermisse.
Als bei unserem Besuch am Friedhof dann Tränen flossen und doll geweint wurde, war ich dankbar. Und stolz auf meine Familie, die nicht zerbrochen ist an dem Riss, den Nils Tod in unsere Leben gehauen hat.
Ich glaube fest daran, dass er, dieser kleine lichte strahlende Mensch, der er war, jetzt sehr sehr frei, geliebt und unbeschwert, wie auch immer, unendlich weit weg sein darf. Und das finde ich gut so.
Rufe ich ihn, ist er da. Aber das mache ich echt nur selten. Im Notfall.

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Diesmal sind wir nach Usedom gefahren, mit Allen plus Hunden. Das Konzept Hundestrand auf hundert Metern Strandabschnitt, aber mit Leinenzwang, erschließt sich mir nicht wirklich. Fast alle Hunde angespannt, fast alle BesitzerInnen gestresst.

Ich habe es mal so versucht zu zeichnen, wie es sich für Henri und Edwin angefühlt haben muss. Wir haben dann gegen Regeln verstoßen.

9. Juli 2024

Ich habe einen Plan erstellt. Immer ein gutes Zeichen!

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Und freunde mich an, mit meiner Protagonistin.
Ich finde es nicht so leicht, in eine Person rein zu fühlen, die ich nicht selber bin. Eine Person zu erfinden in der Theorie, geht ja.
Aber sie dann komplett zu denken, um sie reden lassen und zeichnen zu können, ohne sie dabei mit mir selber zu verwechseln ist … Naja.
Macht Spaß, wenn man es geschafft hat. Vielleicht wären wir befreundet, aber eigentlich auch eher nicht. Sie ist ziemlich speziell. Und ich hab keine Zeit.

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Das habe ich für meine liebe Stallkollegin gemacht, die im August wegzieht. Als Erinnerung an uns und ihren Melvin.

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Wer sich in diesem Jahr mit dem von mir illustrierten Kalender von Heinz Erhardt angefreundet hat, kann sich freuen, denn der Platz muss 2025 nicht leer bleiben: Der Neue ist schon erhältlich. HIER oder direkt in eurem Buchladen!

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Denke daran, weil ich auch die letzten Korrekturen für das neue Erhardt-Buch gemacht habe: „Besinnliches“ heißt es diesmal und es erscheint Ende September. Diese sinnige Zeichnung wird nicht drin sein (wahrscheinlich), weil ich ganz vergessen hatte, sie zu scannen. Dabei ist sie so röhrend.

Röhre

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Eben habe ich entdeckt, dass ich hier AI für mich zeichnen lassen kann. Wollen wir mal sehen:
Zeichne ein lustiges Bild von einem Pony, dass am Strand liegt, eine Limo trinkt und den Sommer genießt. Richtiges Sommerferienbild. Farben: Blau, Weiß, Gelb, Zart.

Oh Fuck. Erster Versuch und SO gut.

Wartet.

Hier habe ich eingegeben:
Zeichne einen Comic über Rilke, der ganz anders ist, als erwartet. Hab dabei keinen Zweifel, ob es gut genug wird.

Okay. Das wars. Ich mache das Buch noch fertig und werde dann Floristin.

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Apropos Floristin:

Ich liebe es, Blumen zu pflücken.

Sie abzuschneiden im Garten oder auf der Wiese oder am Wegrand zu pflücken.

Meistens habe ich erst ein Farbkonzept, aber das hält nur so lange, bis ich eine Blüte sehe, die mitmuss, obwohl sie nicht passt.

Ich nehme keine seltenen Blumen mit, ich weiß immer, ob sie unter Naturschutz stehen, Handyphotofunktion sei dank.

Manchmal schneide ich trotzdem so eine ab, wenn sie viele sind.

Ich stelle den Strauß in die Vase und freue mich jeden Tag darüber, bis er welk ist.

Dann werfe ich ihn auf den Kompost.

Ich habe kein schlechtes Gewissen deshalb. 

Nicht das Gefühl, diese Blumen der Natur entrissen und aus purem Egoismus ins Zimmer (oder sonstwohin) gestellt zu haben.

Gestern hörte ich wieder irgendwen irgendsowas sagen oder las es irgendwo.

Dieser Mensch könne das nicht, sich an etwas Totem erfreuen. Und sei es noch so schön. Dann lieber Topfpflanze.

Ich weiß dann nie so richtig…

… für mich leben sie schon. Sehr kurz, vielleicht ein bisschen kürzer als draußen, (falls sie nicht sowieso von nem Tier gefressen, weggeschleimt oder einem anderen angepisst oder ausgebuddelt werden) aber sehr geachtet und hundertfach angesehen.

Ich schnitt eben im Garten Blumen und dachte, dass ich etwas, was dann tot ist, wirklich sehr sehr liebe.

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Und was kommt im August?


Ich werde nach Erlangen zum Poetenfest fahren und dort am Samstag, den 31.8. 11:00 Uhr im Stadtmuseum einen Comic-Workshop mit Kindern ab 8 Jahren machen und am Sonntag, den 1.9. (ja, das ist dann schon knapp September) um 11:00 Uhr aus „Völlig Meschugge?!“ lesen. Genau nachlesen kann man das HIER.
Da freue ich mich sehr drauf!

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4 Antworten zu „Der Juli.“

  1. So ein schöner Rückblick, mit Allem, auch dem traurigen. Dankeschön.
    Hab einen guten August!
    Mit lieben Grüßen
    Nina

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  2. Monika Erke

    Sehr schön und informativ, Deine Julibeschreibung! Mit Blumen halte ich
    es genauso, auch ohne Garten. Und ein schlechtes Gewissen dabei habe ich
    überhaupt nicht. So viel Freude und Bewunderung, wie ich an ihnen in der
    Zeit habe, wo sie hier stehen, können sie draußen gar nicht bekommen!
    Liebe Grüße
    M.

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  3. Anonymous

    Liebe Melanie.

    Für mich ist eine abgeschnittene Blüte nicht tot.

    Sie ist ein Teil einer Pflanze, diese existiert weiter. Sonst wäre auch jeder Apfel und jede Tomate tot. Sollten wir das so sehen? Ich finde, das Auge, unsere Seele, unser Wohlgefühl muss genauso ernährt werden mit Schönheit, wie der Körper mit Essen.Wenn es gut tut, immer ran. Ich selber bin Gärtnerin (biologisch erzeugte Stauden), höre manchmal von Kunden, wenn ich zum Rückschnitt rate“ nein, dann schreien ja die Pflanzen“. Dann imaginiere ich mich in meine Gärtnerei und zu meiner täglichen Arbeit, höre hunderte gequälte Pflänzchen schreien, und wundere mich darüber, dass sie mich doch mit so einer Pracht belohnen, mich Böse.

    Auch ich nehme mir oft eine abgeschnittene Pfingstrosenblüte mit in meine Wohnung, freue mich dann ein paar Abende und Mittagspausen daran, wo ich sonst nur wegen Zeitmangels kurz, schnell vorübergelaufen wäre.

    Also, wahrlich nicht alles im Leben ist o.k. ,nur um mich zu erfreuen, aber Blüten abschneiden in einer angemessenen Zahl finde ich absolut o.k.

    Vielen Dank für Deinen Blog, seit Jahren bin ich stille Leserin.

    Nani

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  4. Anonymous

    Fein, sehr fein mal wieder. Ein bunter Strauß voller Leben.
    Meinen herzallerliebsten Dank… auch für den Augenöffner, was die Blumen angeht. Hab meinen diesbezüglichen Denkfehler zwar immer gespürt, dank dir aber nun endlich begriffen. So, und jetzt raus in die Natur :)

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