disussion

Gestern bin ich tatsächlich in eine Minidebatte in der Kommentarfunktion bei Facebook geraten, die ich nicht geneigt war, weiterzuführen. Zu anstrengend.
Da mir aber Überheblichkeit und fehlende Argumente vorgeworfen wurden, musste ich nun doch noch vorm Frühstück meine Antwort aus dem Kopf aufzuschreiben.
Hier traue ich mich, sie zu veröffentlichen, drüben sind mir die Reaktionen zu übergriffig, bin ich ganz ehrlich.
Natürlich! Dürft ihr in den Kommentaren darüber offen und respektvoll eure Meinung schreiben, keine Scheu!
Also:

…..
Ich werde immer alles aus der Perspektive des Kranken und seiner Angehörigen sehen.
Ich werde immer dafür sein, jede Möglichkeit, Leben zu retten, wahrzunehmen,
wenn es eine gibt.
Ich werde immer denken, ein Mensch, egal wie alt, egal wie vorerkrankt, egal ob er sowieso irgendwann sterben muss, ist wichtiger als alles sonst.
Ich werde immer alles in Kauf nehmen, um andere vor Krankheit zu schützen.
Auch wenn es mich selbst zeitweilig einschränkt.
Persönliche Freiheit ist jedem Einzelnen gegeben.
Immer, in ganz individueller Form.
Er kann sie aber bitte unterzuordnen, wenn Schwächere bedroht sind.
Das ist für die einen leicht, für andere superschwer.
Natürlich. Wie alles.
Das Brüllen nach Freiheit, die Angst unterdrückt zu werden, der Egoismus von Leuten, die glauben, sie sind im Recht, nur weil sie angeblich weiter denken als andere, geht mir deshalb wahnsinnig auf die Nerven, weil die vor allem eins sind: IchIchIch.

Ich habe so ein Ding mit Ärzten. Eins mit dem Gesundheitssystem, mit Wissenschaftlern und auch mit dem Tod.
Mein „Trigger“, wenn man so will  ist folgendes Zitat, das uns mal von einem Staatsanwalt geschickt wurde:

„Angesichts dieser Sterblichkeitsraten kann nicht davon ausgegangen
werden, dass das Leben von Nils hätte gerettet werden können.“

Und das ist nachweislich nicht wahr gewesen.
Und deshalb werde ich immer davon ausgehen, dass Leben gerettet werden kann.
Weil es immer um einzelne Menschen geht. Nicht um Raten oder Zahlen.
Nicht ums Recht-Haben.
Und nicht um Dichdichdich.

Und ja: Meinemeinemeine Meinung.
Aber immer flexibel.
 

 

 

 

 

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19 Antworten zu „30. Mai“

  1. Uta

    Liebe Melanie,
    So schön auf den Punkt gebracht.
    Danke

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  2. Katja

    Liebe Melanie, Das unterschreibe ich sehr gerne! Ich bin froh, in einer solidarischen Gesellschaft zu leben, in der Leben vor Wirtschaft gilt.

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  3. Liebe Melanie, du sprichst mir aus dem Herzen. Danke für diese deutlichen Worte. Und die ebenso aussagekräftigen Illustrationen.
    Liebe Grüße
    Andrea

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  4. Corinna

    Liebe Melanie, das sehe ich genauso. Danke, dass Du so klare Worte gefunden hast. Liebe Grüße, Corinna

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  5. Ich.

    Oh ja, ich erlebe das wie Du. Und ich erlebe fassungslos, dass mir an diesem Thema Menschen, die ich bisher als Freunde vertraut waren, dermaßen fremd werden…ich fürchte, „nach Corona“ sind es lediglich noch Bekannte. Auch wenn sie im Moment meinen, sie hatten einfach mehr Weitblick und wūrden sich nicht an „dieser Panikmache “ beteiligen , die „die da oben verbreiten“ und sie hatten, als allein kritisch querdenkende den „Kollateralschaden“ verhindert, wenn sie den paar „Grippetoten“ den unausweichlichen Tod gewaehrt haetten…es ist zum Heulen fūr mich…

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  6. Sylke

    Dem ist wirklich nichts hinzuzufügen, meine liebe Melanie. Eine prozentuale Wahrscheinlichkeitsrechnung ob jemand eine Krankheit überlebt oder nicht, sollte niemals für die Behandlung in den Vordergrund gestellt werden……niemals ❤️💛😥

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  7. virtuellesgluecksbuero

    Rrrrichtig.
    LG

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  8. Stephanie K.

    Liebe Melanie,
    ich bin ganz deiner Meinung. Sehr gut geschrieben! Für mich ist es selbstverständlich, meine Freiheit einzuschränken, um andere zu schützen. An manchen Tagen fällt mir das alles leicht, an anderen heule ich wie ein Schlosshund. Aber dennoch: Der Schutz der anderen steht bei mir immer vor dem eigenen Bedürfnis.

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  9. Holger

    Liebe Melanie!
    Wir haben hier zuletzt auch ein paar mal über diese Dinge gesprochen. Das ist interessant mit einer Tochter, die gerade Philosophie studiert. Wir lernen im Monent sehr konkret: Zu meinen, dass man tun darf, was man will, weil man es kann, weil man gesund und stark ist, ist das eine. Freiheit ist tatsächlich etwas ganz anderes.

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  10. Mamaerke

    Super! Ich bin sehr stolz auf Dich und Deine Meinung!

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  11. Carmen

    Genau so. Punkt

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  12. Gesa

    Liebe Melanie,
    Du sprichst mir so aus dem Herzen! Danke

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  13. Stephanie K.

    Sehr sehr gute Formulierung von dir, Holger!

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  14. Löwenmama

    Danke für diese deutlichen Worte.
    Mir hat man gesagt, dass keiner der Ärzte je damit gerechnet hat, dass unsere Tochter diese Krankheit und die Behandlung überleben würde. Hat sie aber und es war gut, dass entgegen aller Wahrscheinkichkeiten alles getan wurde, was ihr geholfen hat, diesen Kampf zu gewinnen.

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  15. Sehr gute, klare Worte, zur aktuellen Situation (die mich regelmässig aufwühlt, fassungslos stehen lässt, wütend macht – eine zeitlich begrenzte physische Distanz, ein Stück Baumwolle und Abstandhalten und immer noch wird gejammert und wirres Zeug dahergebracht) und die Worte jenes Staatsanwaltes sind abstossend, sprachlosmachend und nicht wahr.
    Liebe Grüße, Danke!

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  16. berlinkpenick

    Grundsätzlich richtig, wichtig und problemlos nachvollziehbar.
    Aber ich habe auch schon geliebte Menschen gehen lassen müssen, weil alles andere Quälerei gewesen wäre. Auch das ist Leben, ist Verantwortung und genauso wichtig wie Schutz jeden Lebens.
    Gruß und schönes Wochenende!

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  17. silke

    danke für Deine Worte.
    Ich habe die Zeit in einer kleinen Gemeinde in Portugal erlebt, tief berührt wie entschlossen und selbstverständlich trotz vieler bedrohter Existenzen, über soviele Wochen alle miteinander gehandelt haben, nicht um sich selbst zu schützen, sondern den anderen, die Schwächeren, Kranken und insbesondere die Alten. Und das wo sich das Leben hier so sehr in Gesellschaft und vor allem draussen abspielt, zumal im Frühjahr jeder Sonnenstrahl gebraucht wird, in den oft feuchten Häusern.
    Ich bin einfach sprachlos, ob der Diskussionen.

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  18. Bianca

    Liebe Melanie,
    ich stimme dir hundertprozentig zu! Vor dem Hintergrund deines Verlustes verstehe ich es schon. Mein Papa ist am 4. Januar „mit“ 79 Jahren „mit“ Corona gestorben. Er hatte eine Vorerkrankung die seine Überlebenschancen drastisch reduziert hatten. Auf dieses „mit“ legen viele Menschen enorm Wert und immer lauter werden Stimmen wie: „Er hätte sowieso nicht mehr lange gelebt, er war ja schon alt, hätte er nicht geraucht hätte er das wahrscheinlich überlebt und er ist ja mit Corona gestorben, nicht an Corona…“ (offenbar ist der Tod dann weniger schlimm, wenn „mit“ statt „an“). Egal. Ich räume auf jeden Fall ein, dass es schlimmer ist wenn ein Kind stirbt, statt eines alten Menschen. aber: zählt nicht jeder Tag Leben? Vielleicht hätte er ohne Corona auch nur noch ein halbes Jahr gehabt, aber was hätte er in dieser Zeit noch für ein Glück haben und sein können. Wir wissen es nicht. Jeder Tag Leben zählt. Alles Liebe für euch! Bianca aus Brieselang

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