• Hier kann man ein Radiointerview mit mir nachhören. Darin geht es nicht nur um „Völlig meschugge?!“, natürlich auch, und um noch mehr, aber auch richtig viel um das NILS-Buch. Und weil ich deswegen eben selber ein bisschen darin rumblätterte, weil es jetzt nicht gerade so ist, dass ich das häufig tue, fand ich diese Szene. Erinnere mich daran, als wäre es vorgestern gewesen und wünsche dem Typen heute einen richtigen Scheißtag.

  • Genau heute vor zwei Jahren ist NILS. Von Tod und Wut. Und von Mut erschienen.Wie so vieles kommt es mir länger und kürzer gleichzeitig vor, aber egal.Es hat sehr sehr viel bewegt. Vielleicht nicht genau das, was ich wollte (also eine radikale Abrechnung mit den Arschgeigen, aber das ist auch relativ, denn ich habe gemerkt, es gibt mehr Arschgeigen, als man sich denken kann und es hilft nichts, mit ihnen abzurechnen, am Ende wäre man nämlich dann nur selber zerbrochen), aber dafür- und hier hat mich meine eigene Klammer aus dem Konzept gebracht, denn was wollte…

  • Der November ist der Geburtsmonat dieses Blogs. Der ZEHNTE (!) Geburtstag war am 3. November, den habe ich leider verpasst. Aber so ganz ungefeiert möchte ich ihn doch nicht verstreichen lassen. Hat er es doch ohnehin etwas schwer in der letzten Zeit, mein lieber Blog. (alles Phasen) Also lade ich euch herzlich ein, mit ihm und mir zu feiern. Ich verschenke drei kunterbunte Überraschungspakete. Mit Büchern, Zeichnungen und vielleicht sogar Wunscherfüllern. (kommt auf den Wunsch des Beschenkten an…) Richtig tolle Päckchen, versprochen! Dafür müsst ihr allerdings was für mich machen! Bitte schreibt doch in den Kommentaren,…

  •   Dieses (letzte) Kapitel jongliert mit Zahlen und Prozentsätzen. Und es ist einfach ein Auszug aus unserem Brief an den Generaloberstaatsanwalt, Bezug nehmend auf den Ablehnungsbescheid des Herrn Staatsanwaltes H., in dem wir die Wiederaufnahme des Verfahrens fordern. Puh, Amtsdeutsch…. haha. Also: (…) „- Die weiteren Argumente von Staatsanwalt H. anhand von Prozentzahlen und Sterbewahrscheinlichkeiten sind allerdings von noch grösserer Brisanz. So meint er, dass unser Sohn Nils bei einer Sterblichkeitsrate von 10-25% sowieso gestorben wäre. Zitat von Herrn H., in dem er wieder Prof.Dr.L. (aus dem Internet) zitiert: „Bei der unkomplizierten ödematösen Pankreatitis liegt die Mortalität unter 1%, während…

  • Nach ein paar Wochen liegen zwei unabhängige Gutachten auf dem Tisch des zuständigen Staatsanwaltes. Gutachten A ist von ihm in Auftrag gegeben worden, wurde vom Kinderonkologen Chefarzt a.D. abgelehnt und weitergereicht an eine Oberärztin in Hamburg, die laut Internet mit einem der Beklagten mehrfach publiziert hat. (… die kennen sich! kein Witz!) Ein schlichtes, auch für Laien leicht verständliches Gutachten über sieben Seiten, in dem sie zu dem Schluss kommt, dass nichts auf eine Bauchspeicheldrüsenentzündung hindeutete, und man deshalb auch keine Diagnose stellen konnte. Ohne Diagnose, keine Therapie. Kein Fehler. Logisch. Und noch besser: Selbst wenn man die Pankreatitis…

  • Wir haben dann irgendwann Klage beim Staatsanwalt eingereicht. Jetzt nicht einfach so. Und auch nicht aus Rache oder aus Hass oder aus dem Wunsch nach Vergeltung. Wir hatten diese Zwischenzeit, in der wir versuchen, irgendwie das Gefühl zu bekommen, da passiert jetzt etwas. Die haben den Fehler gesehen und reagieren darauf. Wir warten und denken. Denken echt viel. Ich arbeite hier dran. Wie irre. Das Landesamt für Gesundheit scheint bestürzt darüber, dass ein Teilnehmer der Studie, in der Nils sich befand, verstorben ist. Sie hatten noch nichts davon gehört. (theoretisch sind die Ärzte, die für die Studien…

  • Ich will nicht ins medizinische Detail gehen. Kann ich gar nicht. Braucht man aber auch nicht. Wir kürzen das inzwischen ohnehin ab, weil es auch sehr einfach ist. Man hat die Bauchspeicheldrüsenentzündung nicht diagnostiziert. In dem gesamten fraglichen Zeitraum, in dem es eine ausserordentliche Rolle spielte, ob Nils eine Pankreatitis hatte, oder nicht, wurden zwar ein paar Dinge gemacht, die allerdings nix ergaben, ausser Vermutungen, er hätte wohl Verstopfung und Bauchweh durch die Chemo und die Antibiose, aber das wären eben normale Nebenwirkungen. (fraglicher Zeitraum sind nicht drei oder vier Tage, fraglicher Zeitraum sind mehrere Wochen) Es…

  • Wir saßen also an diesem schwülen Julimorgen um Fünf auf unserer Terrasse und Nils war tot. Unsere großen Kinder schliefen noch, J wartete oben in seinem Zimmer darauf, dass wir ihm Bescheid sagen, wenn alles wieder gut ist. Der Notarztwagen stand noch mit Blaulicht vor dem Haus. Die Kriminalpolizei war da. Und plötzlich ein Oberarzt aus der Klinik. Ich kannte ihn vom Sehen. Georg gar nicht. Er war betroffen, sprach uns sein Beileid aus. Nils müsse obduziert werden. Nein, meinte Georg, nein, auf keinen Fall. Er mochte sich Nils nicht vorstellen, in der Gerichtsmedizin. Nochmal untersucht…

  • Ich habe immer nach Gelb gesucht. Kerzentiere gezeichnet. Glückstexte verfasst und dem Trauerwind entweder die Stirn geboten oder einfach den Rücken zugewandt. Habe dies öffentlich geteilt und viel Privates freigegeben. Eins wollte ich, wollten wir nie tun: Die blöde Geschichte um Nils Tod breit treten. Wir haben während der ganzen Zeit unserer Trauer parallel daran gearbeitet, dass aufgeklärt wird, warum er gestorben ist. Und wie das passieren konnte. Wir haben bis vor wenigen Wochen gedacht, wir könnten gegen die Berliner Charité Campus Virchow Klinikum etwas ausrichten. Denn wir haben leider einen sehr eindeutigen Fall auf unserem kleinen Waldfriedhof…