24. August

dieEntenmutterportrait

Gestern gegen 8:15 Uhr lief eine Entenmutter mit ihren Küken über die A3 bei Köln. Dabei wurden fünf überfahren. Die Ente verließ den Unfallort mit den Überlebenden zunächst, kehrte aber nach etwa drei Stunden zurück,
um nach ihren verlorenen Kindern zu suchen.
Sie ließ sich weder von der Polizei, noch von der Feuerwehr vertreiben.
Und die Autobahn musste für ein halbe Stunde voll gesperrt werden.
Bis sie von sich aus davon watschelten.

Meldung von heute.

Ich habe so geweint, als ich das las.
Weil sie einfach so mutig und stark und verzweifelt gewesen ist.

Und gelacht. Weil eine trauernde Ente kurz die Welt anhalten kann.

6 Kommentare zu „24. August“

  1. aufmerksam gemacht, durch einen ziemlich aufgeregten erpel mussten wir vor ein paar wochen vom bürofenster aus mit ansehen, wie seine entenfrau immer wieder vom fahrtwind der vorbeifahrenden fahrzeuge aufgewirbelt und mitgerissen wurde. panisch, ob wir denn noch helfen könnten oder überhaupt sollten (wie macht man das, wie gehts dann weiter, wohin wendet man sich denn überhaupt…) sind wir dann durch die hecke, den seitengraben, über die schnellstraße wieder durch den seitengraben mit angrenzendem feld.

    ich glaube ich wollte meine Jacke über sie werfen, sie einsammeln und eventuell zu einem nahe gelegenen tierarzt bringen. ich hatte die Idee ohne den erpel erdacht. dieser nämlich wich nicht von der seite seiner lieben, ermutigte sie durch anstupsen und zwacken das sie losfliege. sie war wirklich benommen und wirkte kraftlos, ihre zunge hing seitlich aus dem schnabel. aber er schaffte es tatsächlich. sie flatterten beide los, nicht weit – aber so, das sie außer unserer reichweite waren.

    sie blieben wirklich stunden am feldrand, jetzt in sicherer entfernung zur straße und harrten aus. er wich nicht von ihrer seite. und als krähen kamen, weil sie vielleicht schon eine mahlzeit widderten, verteidigte er seine entenfrau tollkühn und erfolgreich.

    was aus ihnen wurde weiß ich nicht. trotz extra-fahrradrunde nach arbeitsschluss konnte ich sie nicht wiederfinden. in meiner vorstellung und zu meinem trost sind sie mit dem schrecken davon gekommen.

    sein ausharren und dieses ‚ich lass dich nicht allein‘ haben mich wirklich tief bewegt.
    wieder einmal mehr kann mir niemand glauben machen, das tiere nichts fühlen.
    und es ist abscheulich was ihnen tagtäglich mit unserem wissen millionenfach angetan wird.

    lieben gruß

  2. Wir fahren immer von Hamburg nach Dänemark auf der Autobahn, vor ein paar Jahren ist uns etwas ähnliches passiert. Eine Entenmutter mit mehreren Küken wollte auf die andere Seite der Autobahn, sie ging ein paar Schritte nach vorne, die kleinen hinterher, die dann vom Fahrtwind aufgewirbelt wurden, mir ist der Blick immernoch präsent, fand es zum heulen. Aber mindestens wurden „deinen“ geholfen.

…. ich freue mich über deinen Kommentar!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s