relativ

mowe

Was ist schlimmer?

Viele tausend Tote, hundertsiebzig Tote, 12 Tote oder ein Toter? Was macht betroffener? Die Weit-Weg-Toten, die Ziemlich-Nah-Toten, die In-Meiner-Stadt-Toten oder der oder die Tote, die ich kannte?  Im Radio durften sich die Hörer gestern Lieder wünschen, Lieder, die es ihnen möglich machen, diese schwere Zeit zu überstehen. Puh. Schwere Zeit. Betroffenheit überall. Ich ekel mich ein bisschen davor. Fies,oder?

Und fühle mich scheisse, weil ich maximal unbeeindruckt bin, von Natur aus. Habe auch gerade keine Lust mehr, unsere blöde Betroffenheitsgeschichte weiter zu erzählen. Wozu. Vielleicht sollte man einfach versuchen Glitzer zu pupsen. In der Kacklügenwelt. Mit all den toten Menschen.

(den Post davor, den ich um kurz nach 20:00 Uhr am Montag geschrieben habe, den habe ich erstmal gelöscht. So ein lustiges Friedhofsding. War dann unpassend gewesen…)

 

 

9 Kommentare zu „relativ“

  1. Betroffener ist man, glaube ich, immer von den Toten, die einem nahe standen, Vergleiche und Abwägungen hinken immer. Man ist nicht verpflichtet, das Leid der ganzen Welt zu tragen oder zu verstehen und es beginnt bei sich selbst, es zu “ verarbeiten oder damit zu leben“. Das eigene Leid ist bei Euch schon mehr als genug. Sorg dich nicht noch mehr. Ich umarme Dich. Liebe Grüße, Sabine

  2. ((<3))
    Es ist nicht/s zu vergleichen. Weder die Toten noch die (Über-)Lebenden.
    Sch….. ist es immer, todtraurig. Aber die Liebsten des eigenen Herzens zu verlieren, das ist schlimm.
    Kleine, noch so banale Glitzermomente helfen hin und wieder zu überleben.
    Mich wundert nichts mehr auf diesem Planeten – manchmal braucht es das sich aus dem Draußen ausklinken für eine Weile und alles, was in der eigenen kleinen Welt wichtig ist zu schützen.
    Ach, ich bin nicht gut in Worten, ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie von Herzen, daß Sie sich alles bewahren was sie sind und in sich haben, Liebe, Wärme, goldenen Humor…
    (Mich erwärmen immer wieder Ihre Bilder, fröhliche und auch die nicht fröhliches darstellenden, die berühren und lassen spüren, daß das Herz immer noch offen ist… .) Liebe Grüße, Martina

  3. Was ist schlimmer? Für viele Medien und höhere Mächte zählt mehr….da kann man gut Betroffenheit spielen. Einer alleine ist zu unspektakulär, da braucht es keine Gerechtigkeit…anscheinend. Speiübel wird mir

  4. maximal unbeeindruckt fühle ich mich gerade irgendwie auch, es widert mich an wie die ganze Situation in den Medien benutzt wird, in der Kacklügenwelt, danke, Du sagst es!
    Dennoch fühl ich mich dabei auch komisch, ist es ok zu verdrängen, mich auszuklinken? Im Moment ist es für mich richtig, morgen empfinde ich es vielleicht anders, ich weiß es nicht, ich habe keine Antworten auf eine Welt, die mich zunehmend ratlos macht.
    Was schlimmer ist? Am schlimmsten ist eigentlich die Art Betroffenheit, bei der nur wenig übrig bleibt vom eigentlichen, die so kleidsame Betroffenheit nach außen, die benutzt wird und einen gar nicht darüber nachdenken lässt, ob man selber im Kleinen etwas bewusster handeln könnte, ob man selber die Menschen überhaupt wahrnimmt vorher oder erst wenn man betroffen ist.
    Vielleicht lässt sich Betroffenheit auch gar nicht mit dem Verstand erfassen, sondern nur mit dem Herzen, dort wo es fühlbar ist.
    Und nein auf einen Vergleich lasse ich mich nicht mehr ein, hinter allen Zahlen steht letztendlich immer eine einzelne Geschichte, ein einzelnes Menschen-Schicksal. Wem steht es zu hier zu bewerten.

    Ich sende sonnige Grüße Richtung Rehwiese, weil man es einfach manchmal dringend braucht die Sonne und den Glitzer!
    Drück Dich,
    Silke

  5. Glitzer pupsen – das finde ich ist doch ein schöner „Satz“ zum Abschluss für dieses merkwürdige 2016. Und irgendwie auch ein guter Vorsatz für’s neue Jahr. Und lachen! Viel mehr lachen. So wie Stephanie es schon gesagt hat, wenn’s zum Weinen nicht mehr reicht und auch sonst! Alles Liebe!

…. ich freue mich über deinen Kommentar!

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