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Scan 59

Weil ich gerade eben eine zum Küchenfenster raus gebeten hatte:
Meine erste Hornisse sah ich Stadtkind in Südtirol, im Urlaub.
Sie saß auf der Badehose meines großen Bruders.
Jeder Mensch wäre in Panik ausgebrochen, aber er nicht.
Mit eiskalter, wilder Entschlossenheit rannte er los, und sprang mit Köpper in den Pool. Gerettet!
Ich glaube, ich hatte vorher nie jemanden mehr bewundert.
Und auch wenn wir noch tausendmal über die Geschichte lachen mussten-
sie war und bleibt eine echte Heldensage.
(da werden die Meinungen auseinandergehen…, aber ich tippe unrecherchiert auf 1981)

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Scan 58

Ein furchtbares Leben hatte der junge Schäferhund, der einer Familie gehört hat, wo früher unser Pony Tobi stand.
(der kommt noch!)
Entweder war Benny im Zwinger oder er musste „FußSitzPlatzAufFußPlatzAufFuß“exerzieren.
Grauenvoll.
Ich war dabei, als er eines Nachmittags außerhalb seines Zwingers angebunden war und der Langhaardackel, der immer alles durfte, zu nah an ihm vorbei lief.
Der Schäferhund packte den Kleinen und biß ihn ohne Umschweife tot.
Mich baten sie dann später, die Reste mit dem Wasserschlauch wegzuspülen.
Das Frauchen vom Dackel musste daran gehindert werden, Benny mit der Mistgabel zu erschlagen. Mir war so schlecht.
Wir wechselten recht bald daraufhin den Stall.

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Scan 57

„Dit is so traurich“, stöhnte unser neuer Nachbar, drei Häuser weiter, als wir dabei waren unser Haus zu sanieren und das Dach neu gedeckt wurde.
Seit schon immer kämen nämlich die Mauersegler im Mai und nisteten im Dach.
Aber jetzt?
Ich gebe zu, wir ließen den Mauerseglernistkasten auch bauen, um uns mit den Alteingesessen gut zu stellen.
(was funktioniert hat, der ältere Herr hatte Tränen in den Augen, als ich ihm das fertig montierte Ding zeigte….)
Aber nun.
Es ist jedes Mal im Mai eine helle Freude, wenn die Mauersegler einziehen und ihre Runden ums Haus zischen.
Ich bin Herrn B. sehr dankbar für seinen Hinweis.

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Mein Spaziergehhund nach Ramses. (32/100)
Sie war perfekt. Ein ganz süßer Mischling. Fröhlich, freundlich, lief mit mir ohne Leine und wohnte um die Ecke. Einmal durfte ich sie sogar ein paar Tage zu uns nach Hause holen, weil ihre Besitzerin weg musste. Fast wie ein eigener Hund- für eine Weile. Himmel!
Die Besitzerin war das einzige Problem:
Sie war Lehrerin bei mir in der Grundschule. Ich hatte sie in der Flöten-AG.
Nicht falsch verstehen, sie war ja eigentlich ganz nett.
Ich litt bloß damals an ganz krasser Lehrerallergie (heute etwas besser geworden…) und daher grauste mir jedesmal vor dem Moment, wenn ich klingeln und „Hallo“ sagen musste, um Lupetta abzuholen.
Aber was tut man nicht alles.
(1984)

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Scan 54

Unsere Blutegel. Chantal ist neu, kam mit Tinkas Hufrehe.
Ihre Partnerin Erika Egel ist durch ein winzigkleines Loch geflohen.
Uiii, das war gruselig! Nein, sie ist noch nicht gefunden worden… vermutlich musste sie vertrocknen.
Steven lebt ja schon ewig bei uns, sein Freund Egon ist vor kurzem verstorben. Unter Wasser.
Nun sind die beiden zusammen und verstehen sich blendend.

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Scan 53

Eine ganze Weile war dies mein Pferdelehrer, der Lippizaner Pluto.
Das Ohr verlor er bei einem Kampf in seiner Jugend.
Ich fand ihn sehr vornehm und hatte grossen Respekt vor ihm.
Respekt nicht im Sinne von Angst, eher fühlte ich mich neben ihm …. irgendwie…
naja- … un-adelig.
Er ließ sich aber nichts anmerken und war mir gegenüber (natürlich!) immer höflich und galant.
Ich glaube, ich muss ihn irgendwann mal wieder besuchen gehen.

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Scan 52

Eine meiner Lieblingsgeschichten, deshalb kennen die sicher schon viele.
Egal.
Dem Shettywallach Mäxchen, der früher in unserer Herde stand,
wurden die Hufe vom Schmied gemacht.
Als er fertig war, nahmen wir ihn mit, zu einer kleinen Spazierrittrunde.
Nils war knapp zwei und fragte nach einer Weile:
„Mamaaaaa? Mann mein Mäxchen Beine fertig appesägt?“
Mäxchen ist übrigens ausgewandert und lebt jetzt glücklich auf Gotland!

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Scan 51

Vorletztes Jahr ist der arme Julius in der Toskana beim Baden im Meer in ein Petermännchen getreten. Er hat schlimm geweint und geschrien,
weil das wirklich sehr sehr schmerzhaft ist, aber ein freundlicher Italiener am Strand erfasste schnell die Lage und half uns, die notwendigen Sofortmaßnahmen zur Linderung zu treffen. (Fuß in den heißen Sand)
Puh, das war echt ein großer Schreck. Nicht schön.
Sehr schön war dann, ein paar Tage später, als wir an anderer Stelle beim Schnorcheln (mit Badeschuhen!) ein Petermännchen am Grund entdeckten.
Wir alle, auch der ängstliche Julius, gruppierten uns unter Wasser um den Fisch herum und zeigten ihm unsere Stinkefinger. Also zehn Stück insgesamt.
Der wunderte sich vielleicht….!
Und wir haben uns blubbernd kaputtgelacht.

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Scan 50

Wir entdeckten ihn bei einem Wochenendausflug hinter einer Lagerhalle oder sowas ähnlichem, denn am Hofeingang stand: Kaninchen zu verkaufen!
Der, dem wir sagten, wir wollten den großen Hasen mit den Schlappohren haben
(er war ohnehin weit und breit der Einzige…), war verwirrt.
Wüsste er jetzt auch nicht, was der kosten täte.
Der Kilopreis würde sich auf die im Tiefkühler beziehen.
Wir zahlten und hatten den süßesten schokobraunen Deutschen Riesen Widder Brandenburgs im Kofferraum. Warm und lebendig!
Und ja- der lag immer so.