90/100

Nico90

Der Hund meines Onkels und meiner Tante, die unten im Haus meiner Omi wohnten.
Mir fällt keine einzige Geschichte zu ihm ein. Außer: Ich durfte nicht mit ihm spazieren gehen.
(#storyofmylife)
Eng verknüpft mit ihm ist die Erinnerung an Ferien mit meinen Cousins und meiner Cousine, in denen wir John Sinclair Heften verfallen waren.
Und der Geruch an das Haus meiner Omi.
Ich vermute im Nachhinein, sie war mir tatsächlich wichtiger als Nico,
und das fühlt sich irgendwie sehr schön an.

89/100

Branco89

Meine Pubertätsbusenfreundin Silke zog mit ihren Eltern um, und weil sie gebaut hatten und alles wahnsinnig chaotisch war, sollte ihr Kater Branco in dieser Hin-und-Her-Phase bei uns bleiben.
Das klappte auch gut, er verstand sich mit unseren Katzen und war ohnehin ein Kater der Sorte breitwiehochwielang so gemütlich und ruhig.
Aber irgendwie entwischte er uns den einen Tag und war dann weg.
Das war natürlich Horror, für uns, meine Freundin und für alle.
Die Familie war längst im neuen Haus eingerichtet, als sieben Wochen später ein Anruf ihrer ehemaligen Nachbarn kam.
Sie wären nicht sicher, aber da wäre eine Katze, die würde…..
Es war Branco.
Ganz dünn, ziemlich schlapp, aber ansonsten wohlauf.
Er hatte ungefähr 20 Kilometer zurückgelegt um nach Hause zu kommen.
Wahnsinn, oder?

88/100

Smilla88

Wir haben vier neue Hühner. Das Huhn, dass Georg für mich ausgesucht hat, ist ein Sussex Huhn. Es heißt Smilla.
Alle vier sind wie echte Teenager und wollen abends nicht ins Bett.
Sie wollen nix davon wissen, dass hier abends der Fuchs rumschleicht.
Der Yodahahn und Jar-Jar-Binks schlafen derweil schon tief und fest.

87/100

Kohlmeise87

Ich habe das „Tier des Tages“ gestern nicht geschafft zu zeichnen, obwohl es mir direkt in mein Zimmer flog. Beobachtungen zufolge flog es zur Haustür rein, ward eine Weile nicht mehr gesehen, und flatterte dann im dritten Stock über meinem Zeichentisch herum.
Den Weg aus dem Fenster fand die Kohlmeise schnell und ich glaube, wir kannten uns schon.
Ich habe so ein Vogelhäuschen am Fenster kleben, da blinzeln wir uns täglich zu.
Wahrscheinlich wollte sie nur mal die Perspektive wechseln.

84/100

Affi84

„Weißt du, was er ihm für einen Namen gegeben hatte? Ich musste mich grade dran erinnern.“
„Nein? …. Affi?“
„Nee. Er meinte, er nennt ihn Julius Zwei.“
„Oh. War das jetzt eine große Ehre?
Oder- …. eher frech, wenn ich mir ihn so anschaue….?!“
(Wir lachen. Stop: Ich lache. Julius weint.)
„Nein, Mama, so war er nicht. Er meinte das ehrlich.“
„Ja. Stimmt“,
natürlich lache ich jetzt nicht mehr.
„So war er.“

83/100

unsichtbareTiere83

Die unsichtbaren Tiere meiner Kindheit waren diverse Springpferde,
mit unterschiedlichen Namen, unterschiedlicher Rassen in unterschiedlichen Farben.
Ich saß auf, sobald ich nach der Schule aus dem Bus gestiegen war
und galoppierte den ganzen Weg nach Hause.
Jeder Gulli war ein Sprung und an jedem Bordstein tänzelte das unsichtbare Pferd ungeduldig.
Manchmal brach ich mir ein Stöckchen als Gerte ab,
es wirkte dann irgendwie echter.