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Scan 71

Es gibt diese kleinen Gummitiere, die man an glatte Oberflächen schmeißt.
Sie pellen sich dann langsam ab und sehen dabei sehr lustig aus.
Nils kriegte so eine geschenkt, sie kam mit einem grandiosen Aufheiterungspäckchen, und wir haben so gelacht, als die blaue Krake im Wohnzimmer an die Decke flog und kleben blieb.
Da klebt sie immer noch.
Ich werde den Maler, der Ende August zum Streichen kommt,
bitten müssen, die Stelle auszusparen.

Edit: Und habe zu spät dran gedacht! Plötzlich war die Decke weiß und keiner der Arbeiter konnte sich erinnern, eine blaue Krake abgepult zu haben. Sie haben auch nicht verstanden, weshalb wir alle ziemlich fassungslos waren deshalb. Naja.
Hier ist sie ja verewigt.

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Scan 70

Ich habe gerade nachgesehen:
Im September 2013 haben wir sie im Wald gefunden, als wir mit den Ponys unterwegs waren. Hier: klick!
Irgendwie eingefangen gekriegt und in meinem Halstuch nach Hause getragen.
Meggie ist die, die Gretas Liebe für Wellensittiche geweckt hat.
Die Frau von dem grünen Kiwi und später dann Nick,
der ihr jetziger Partner ist.
Freundin von der zugeflogenen Lu. (23/100)
(Die hatte leider einen Tumor und starb, kaum angekommen, vor ein paar Tagen…)
Meggie bleibt hoffentlich noch schöööön lange bei uns!

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Scan 69

Jetzt kommt der schwarze Fleck auf meiner Tiergeschichtenweste:
Juri.
Wir waren mit Baby Artur und dem verwitweten Karlsson am Grunewaldsee spazieren, und sahen eine Frau mit einem winzigkleinen Galgobaby.
Aus Spanien gerettet. Ein Zuhause suchend.
Wir überlegten eine Weile und entschieden uns,
wieder einen zweiten Hund aufzunehmen.
Es war von Beginn an nicht leicht.
Wir wohnten im zweiten Stock und ich wurde Meisterin darin, das Baby binnen Sekunden ins Tragetuch zu stecken, um den Hund rechtzeitig nach unten zu tragen. Er kackte Berge von Würmern. Überall hin. Sonst nichts.
Das gab sich natürlich irgendwann, auch wurde er sicherer und biß mich nicht mehr, wenn ich ihn daran hindern wollte, Müll und Kot auf der Straße zu vertilgen.
Wir räumten die drei Schuhe, die heil geblieben waren, einfach weg und übten uns in Geduld.
So ist ein Hundekind eben. Dieses war nur besonders wild.
Wir haben eineinhalb Jahre versucht, miteinander zurecht zu kommen.
Er war inzwischen ganz gut erzogen, superlieb mit dem Kind und man konnte ihn überall laufen lassen. Aber es war nicht genug.
Ich bin täglich über zwei Stunden mit ihm in Parks geradelt oder in Hundeauslaufgebiete gefahren. Egal wie lange- ihm reichte es nicht.
Immer unruhig, immer auf dem Sprung. Und nicht wirklich glücklich.
Mir fiel es unendlich schwer, nie wäre ich vor Juri auf den Gedanken gekommen, man könne seinen eigenen Hund abgeben wollen, aber so war es.
Wir konnten ihm einfach nicht gerecht werden.
Erst versuchte ich auf eigene Faust ein neues Zuhause zu finden- und scheiterte kläglich. Noch vor Ablauf des Probe-Wochenendes.
Dabei hatte ich dem Mädchen ausdrücklich gesagt, dass sie ihr Kaninchen wirklich richtig gut in ein anderes Zimmer einschließen muß, wenn sie die Wohnung verlässt. (…)
Am Ende brachte ich ihn zu einer sehr netten Pflegestelle irgendwo in Norddeutschland, die sich speziell auf Windhunde spezialisiert haben.
Ich habe mich kaum mehr so geschämt, wie in dem Augenblick, als ich meinen Hund dort zurückgelassen habe.
Er fand bald ein Zuhause in München und wurde wohl sehr glücklich. (2002)

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Scan 68

Mein erstes Pferd habe ich zu meinem zweiten Geburtstag bekommen
und wir sind sofort gestürzt.
Natürlich bin ich wieder aufgestiegen.
(obwohl ich mich glaube zu erinnern, dass ich ewig gebraucht habe,
um mich zu trauen. Drei bis fünf Jahre circa.)
Da vorne steht es, in der Ecke meines Arbeitszimmers.
Boah, ist das alt.

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Scan 65

Ein Pony?
Ja- dann auch noch ein echtes eigenes Islandpony!
Von Tobi (er war 16, als wir ihn kauften) habe ich viel gelernt:
Was es bedeutet, Ponys „hinterm Haus“ selbst zu versorgen.
Wie man fünf Heuballen gleichzeitig auf einer Schubkarre 500 m weit von der Garage zum Offenstall durch wadentiefen Matsch balanciert.
Wie man Gras mit einer Sense mäht und volle Wassereimer trägt, ohne sich nass zu machen.
Wie man eingefrorene Äppel vom Boden kloppt.
Wie man im vollen Galopp abspringt, wenn das Pony durchgeht.
Das man auch mal kompromissbereit sein muss, wenn es um Abkürzungen nach Hause geht. (um Abspringen zu vermeiden)
Auf dem Bauernhof, wo er zum Schluß stand,
wurde er der allerbeste Freund von Ernst, dem alten Mann, der dort wohnte und bei der Arbeit half.
Ernst sprach eigentlich mit niemandem, er war geistig ein kleines Kind geblieben, aber Tobi hatte ihn irgendwie berührt.
„Na, Toni?“ grüsste er ihn immer und oft sah man die beiden Stirn an Stirn irgendwo stehen. Die Bäuerin musste ihn abends aus dem Stall holen, wenn Bettzeit war.
Tobi wurde 33 Jahre alt und meine Schwester und ich waren beide dabei,
als er auf der Weide eingeschlafen ist.
(2002)

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Scan 64

Ein Hund!
Als wir von Berlin nach “IndieNähevonWuppertal” aufs Land zogen!
Ich war ungefähr zehn und die Aussicht auf einen eigenen Hund blendete alles aus, was so ein Umzug bei einer Zehnjährigen hervorrufen könnte.
Kora vom Wildforst war eine Gordonsetter-Hündin.
Nicht besonders schlau, in wildreicher Gegend mit uneingezäuntem Garten am Wiesen und Waldrand einen temperamentvollen Jagdhund anzuschaffen…..
Aber sie war so süß! Und hübsch!
Irgendwann bei einem unserer Spaziergänge traf ich eine Frau, die auch einen Setter hatte.
Sie wunderte sich, warum ich unseren Hund nicht ohne Leine laufen ließ,
(weil sie sonst mehrere Stunden alleine unterwegs war…. grmpff)
und schleppte uns dann zum Verein für Pointer und Setter e.V.
Dort machte ich mit Kora einen “Grundkurs zum Jagdbegleithund” oder so ähnlich und wir waren zwar nicht gerade die Klassenbesten, bestanden die Prüfung aber.
Mit Ach und Krach.
Egal: Jetzt durfte sie frei rennen und kam zurück, wenn man sie rief. Meistens jedenfalls.
Einmal nahmen wir sie mit nach Berlin, als wir dort Urlaub machten.
Dort haute sie ab, in einem Park, mitten in Wilmersdorf, ausgerechnet!
Sie kannte doch noch nicht mal Bürgersteige!
Wir machten tausend Zettel und suchten sie überall.
Spätabends rief eine Kneipenwirtin an.
Da läge immer noch dieser Hund unterm Tisch.
Und fragte, wann er jetzt endlich abgeholt werden würde?
Gut, dass ein Gast den Zettel gelesen hatte, den wir gemalt hatten!

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Scan 62

Kasper war das Pflegekind meiner Katze Nele.
Sie hatte schon ihre drei Babys, als irgendjemand eine Katzenmutter suchte, für den verwaisten rabenschwarzen Miniwinzling.
Am Anfang schien es, als würde das nicht klappen.
Nele fauchte ihn fies an.
Aber ich steckte mir Kasper eine Weile unter den Pulli,
streichelte ihn und überredete meine Katze,
ihm einfach auch ein bisschen Milch abzugeben.
Das tat sie, und sie versorgte ihn gut.
Kasper sah gegen die anderen immer etwas mickerig aus,
wurde aber ein kräftiger Kater und fand ein schönes Zuhause.