29. September

Es fing damit an, dass eines unserer Hühner ständig ausbrach.

Erst flatternd.

Dann- Flügel gestutzt, seitlich einen Ast entlang, über den Zaun balancier-hüpfend.
Als der Ast abgesägt ist, kehrt kurz Ruhe ein.
(… auch bei Georg, der bei uns den Garten hegt und pflegt und liebt und nicht gern sieht, dass Beete aufgescharrt und Pflanzen ausgebuddelt werden)

Seit einiger Zeit möchte das Huhn lieber auf dem Baum, statt im Stall schlafen.
Der Yodahahn wirkt zickig in der letzten Zeit.
Vielleicht schnarcht er ja auch? Mausert?
Die anderen Hühner lassen sich jedenfalls nacheinander alle davon überzeugen, dass es viel toller ist, draußen zu schlafen, ganz wild, außer bei Regen.
Jeden Abend also großes Stalltheater, denn es regnet viel zu selten und Marder klettern auch auf Bäume.

Jetzt kräht sie.

Hühnerfeminismus. Feiere ich sehr!

2. September

Ich melde mich nur kurz, hier in diesem spröden Blogmedium, um ein paar Links und Termine dazulassen.

Danke allen, die mir auf vielen Kanälen viele liebste Nachrichten hinterlassen.

Alles ist so, wie ich es mir gewünscht habe.

Hier ist ein toller Radiobeitrag beim Deutschlandfunk Kultur: klick!

Meine Bloggerfreundin DraussennurKännchen hat auch was geschrieben: klick!

Dann gibt es mich jetzt auch im Bewegtbild. klick!

Hier alle Termine auf einen Blick, Dank CarlsenComics übersichtlich gebündelt.

Und kann mir jemand dieses Scheiß-Wordpress wieder normalisieren? Sonst blogge ich niiiiiiie wieder. Diese beknackten Zeilenabstände und was sind bitte Blöcke? Oh wie das nervt.

Und? kommt wer zur Signierstunde am Samstag? ; )

27. August

Sorry, war so warm und ein Buch rausbringen ist- wenn man einen groß-artigen Verlag hat, der einen mit Presse und Planung und Lesungen (soweit möglich) und Signierstunden, Videoportraits versorgt und umsorgt- einfach ganz schön tagfüllend. Und toll. Und aufregend.

Ausserdem hat mein WordPress mich jetzt überlistet und ich bin gerade komplett überfordert, mich mit diesem neuen Bedienzeugs rumzuschlagen. Deshalb gibts auch keine schicken Absätze zwischen den Zeilen.

17. August

Kommode
Meine Kommode. Farbkorrigiert.

Eines der für mich großartigsten Dinge,
die ich mit Katja zur Stoffentwicklung gemacht habe,
war, diese Liste.
Der Trick dabei ist, sie ohne Nachzudenken und ohne den Stift abzusetzen einfach runterzuschreiben.
Ein paar mal habe ich, vor allem nach großen Schaffenskrisenspausen
(äh ja gab ein paar), auf die Liste drauf geguckt und gedacht:
Ach. Na dann. Gut.
Hier sind sie:

20 Gründe, warum das Buch lesenswert ist.

1   es macht Mut
2   es verbindet Trauer mit Lustigem
3   es ist spannend, weil es auch eine Krimi-Drama-Geschichte ist
4   die echt passiert ist
5   es ist ein Buch für jeden, der jemanden verloren hat
6   vom Tod eines Kindes wird selten erzählt, wenn, dann so tragisch,
dass es keiner lesen mag
7   es verbindet Text und Bild
8   die Bilder schaffen es, den Leser aus dem Loch zu ziehen,
das der Text gebuddelt hat
9   und umgekehrt
10 es ist eine Abrechnung mit den Doofen der Welt
11  ein Aufstand gegen die Ohnmacht
12 der Inhalt hilft dem Leser vielleicht, anderen Mut zu machen
13 zum Teil sogar kindgerecht
14 es nimmt einen mit ganz runter und wieder hoch
15 es ist bei aller Wut versöhnlich
16 man darf weinen
17 und dabei lachen
18 es enthält Bilder, die sich im Kopf festsetzen
19 es sorgt für Gerechtigkeit, immerhin auf Papier
20 es handelt von Nils

14. August

„Wie fühlt es sich an?
Wenn alles an diesem Buch Eigenes ist ?“

erstes
Dies ist das ALLERERSTE, was ich aufgeschrieben habe, in ein Notizheft.

Manchmal frage ich mich, ob es komisch klingt, wenn ich mich SOOO sehr auf mein fertiges Buch freue.
Ist der Inhalt doch das Schrecklichste, was mir, was uns passiert ist.
Aber auf das, was es geworden ist, darauf freue ich mich.
Und darüber, die Geschichte von Nils vielen Menschen erzählen zu können.
Auf meine Weise.
Alles in dem Buch ist natürlich Eigenes.
Wie in jedem Buch und der Anfang war für mich besonders  schwer.
Ich habe mir ziemlich bald Hilfe geholt,
von einer ganz großartigen Schreibberaterin.
(www.katja-frechen.de).

Von ihr kam (neben tausend besten anderen…auf einige komme ich sicher noch zu sprechen) der Rat,
erstmal nicht „Ich“ und „mir“ zu denken, sondern von „der Mutter“ zu schreiben. Puh, hat mir das geholfen!
Etwas Abstand zu nehmen in der Phase des Entwickelns der Geschichte.
Alles noch mal rauszukramen und so. Mit der Mutter habe ich dann natürlich trotzdem sehr gelitten, aber es war irgendwie auszuhalten.
Jetzt fühlt es sich ähnlich an. Ich sehe nur das Buch und die Geschichte, ihre Figuren, all das Schöne und Traurige und Gemeine, die Bilder und die Liebe, die drinsteckt.
Was in echt passiert ist, ist eine andere Ebene.
Die liegt tiefer in mir drin und ist ganz gut geschützt.

 

Und mit diesen Aufzeichnungen zur Figurenentwicklung wisst ihr nun ALLES über mich, äh, über die Mutter.
Und mit diesen Aufzeichnungen zur Figurenentwicklung wisst ihr nun ALLES über mich, äh, über die Mutter.

 

Aus dem Archiv III

Da müsst ihr jetzt durch, denn:
Meine Güte- ich hab viel mehr nicht gepostet, als ich dachte.
Dies hier, ich habe sogar noch eine passende Zeichnung dafür gefunden.

Wasdennnun

Ich habe in letzter Zeit das Problem, dass mir zu viele Bücher, Leute aus dem Internetz und von Istagram zu viel bestimmen, wie man
a u f g a r k e i n e n F a l l
mit Trauernden umgehen darf.
Man darf nicht fragen, man darf nicht Mut machen, man soll nicht auf Schönes hinweisen, nicht auf Schlimmes,
man muss vermeiden dies zu tun, jenes zu unterlassen, und so weiter.
Ich lese diese kleinen Artikel oder kurzen Texte und weiß dann auch nicht.
Geht einfach um.
Gibt immer ne Fehlerquote. Bei allem.