Zettel

Ich lege mir jeden Tag, bevor ich mein Büro verlasse,
einen Zettel für den nächsten Morgen hin und frage mich gerade, ob ich mir eine gute Chefin bin.

Buddelkiste

Als ich mein Instagram vom Handy entfernt habe, für eine Pause, habe ich nach etwas gesucht, einem Bild oder Beispiel, dass ein guter Vergleich sein könnte um mir zu erklären, warum diese Pause jetzt echt mal sein muss.

(Ich musste dafür einigermaßen weit in die Vergangenheit reisen)

Ich sitze in der Buddelkiste und mache Sandkuchen. Richtig schöne, sie gefallen mir sehr und sehen schön aus, ich verziere sie mit Gänseblümchen und Zierapfelscheibchen, die ich mit einem scharfen Stein schneide. Sie sehen aus wie echte kleine Kuchen und ich spiele, dies wäre mein Laden.

Andere Kinder spielen mit, wir bauen und backen zusammen, eine Idee jagt die nächste, wir bewundern gegenseitig unsere Kuchen und Klöße und Ladentheken, wir lachen und haben tausend Ideen und Spaß.

Irgendwann ist die Buddelkiste voll.

Ich sitze mittendrin und gucke und staune und sehe Megasandburgen, Tunnel, Löcher, Bauwerke, Murmelbahnstraßen und Kuchen in Formen und Farben, wie ich sie NIE selber hätte machen können. Welten entstehen da. Ganz tolle.
Auch sehr viel Mist, doch selbst der ist faszinierend.
Alle diskutieren und streiten und verbünden und entzweien sich.
Es wird geschrien, geheult, gejohlt.
Mein Mund steht offen, ich vergesse zu blinzeln und die Zeit und glotze und starre und mache sonst nix mehr.
Den ganzen Tag erstmal nicht.

Und dann jeden Tag, ich gehe trotzdem hin, denn vieles ist im Entstehen, geht weiter, wie eine Serie, ich kann kaum hinsehen, aber auch nicht weg.
Ich habe meinen festen Platz da, mache ab und zu einen meiner Kuchen und dann rufen viele:
OOOh! Wie herzig! Du bist sooo super!
Das ist schön und dann lasse ich mich in den Sand sinken und.
Meine Güte, bin ich müde. Erstmal gucken. Gucken, gucken.

So ungefähr fühlt sich das an.

Ich vermisse die Buddelkiste zwar irgendwie, irgendwie aber auch nicht.
Die Stille ist schön.
Zwar bewundert keiner mehr jeden Tag meine Sandkuchen, aber egal: Haha, ich habe ja noch meinen eigenen kleine Spielplatz hier, ich Schlaumeierin. Chacka.

(weil mein Scanner im Büro ist, musste ich die Sandkuchen aufm Ipad zeichnen.)

24. Februar

Auf dem Haus gegenüber stand heute ein echter Schornsteinfeger.
Die Katze ist nicht echt, sie ist aus Dachziegelmaterial.
Und ich mag das Blatt so wie es ist,
mit Bleistiftkringel und Farbanmischwolke.

7. Februar

Die Flocken fielen heute nicht nur vom Himmel runter, sie fielen auch wieder rauf.

Flogen kreuz und quer, landeten kaum am Boden.

Die Rotze gefror noch nicht in der Nase, aber die Kälte biss ins Gesicht mit all seinen kleinen spitzen Frostzähnchen.

12. Januar

Gut ins Jahr gestartet mit den ersten Zwölf.
Ja, wir haben es gut gerade.
Ich weiß das und bin froh drum und dankbar.
Ansonsten seht selbst.
Mehr Zwölfer gibt es wie immer bei Caro von DraussennurKännchen!
Danke fürs Gucken und: Bleibt tapfer.

12. Dezember 2020

Ich hatte es bei der Lesung in Stuttgart versprochen, nicht vergessen und dann aber doch ziemlich viel Anlauf nehmen müssen… (zwei Monate…)…endlich mal wieder die Zwölf des Tages zu zeichnen.
Bittegerne!
Ein Samstag, der weniger der Arbeit, eher dem Rest gewidmet ist.
Ich bereue, der Tante ohne Maske nix gesagt zu haben, bin zur Zeit eher die, die sich an einer Glitzermaske freut. Kräftehaushaltungsmodus.
Habt einen schönen Abend und Danke fürs Gucken.
Mehr Zwölfer wie immer bei Caro von DraussennurKännchen.