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Wir holten drei neue Hühner. Nils suchte sich ein weißes aus und nannte es Yodahuhn. Das Yodahuhn war ziemlich berühmt, denn es hielt sich vorzugsweise außerhalb unseres Gartens im und am Graben zwischen unserem Gartenzaun und dem Wiesenweg auf. Ständig rief wer an, klopfte oder sagte uns, ein weißes Huhn wäre ausgebrochen. Auweia!
Also malte ich ein Schild, auf dem stand, dass Yoda aus freien Stücken und auf eigene Gefahr rumläuft. Sie die Freiheit jeglicher Sicherheit vorzieht.
Nils hat nicht mehr erlebt, dass sie elf Küken ausgebrütet hat. Von denen ist eins übrig geblieben. Der Yodahahn.
Yoda selbst ist ihr wildes Wesen schließlich zum Verhängnis geworden. Irgendwer hat in sie reingebissen.
Aber sie hatte das beste, das allerbeste Hühnerleben, dass könnt ihr mir glauben.

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Ich habe das Foto vom Schild noch gefunden!

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Wir Kinder aus dem Haus standen drumrum, als Tom, ein wunderschöner Streuner aus der Nachbarschaft, unserer Katze Nele (3/100) Babys machte.
(eindrucksvoll)
Ein paar Wochen später bekam sie drei Stück, alle auf dem Katzenklo. Mussten wir leider die ganzen Klosteine von den feuchten Kätzchen pflücken.
Wir nannten das Getigerte Kasimir, den, der wie ein schwarzer Pudel aussah, Leopold (das -inchen kam etwas später dazu, als wir feststellten, „er“ ist eigentlich eine „sie“…) und meine Freundin gab dem Grauen den Namen Winny.
Sie durfte sich nämlich eins aussuchen. So blieb Neles Tochter im Haus und auch Kasimir zog nur nach gegenüber. Leopoldinchen weiter weg.
Ihre Locken verschwanden leider, als sie älter wurde.
Mannometer, waren sie nicht niedlich?

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Jedes Jahr im Spätsommer landen abermillionen Marienkäfer an und auf unserm Haus. Einpaartausend davon kriechen rein und überwintern in den Ecken und Fensterkästen. Einige schaffen es bis zum Frühlingsanfang. Manche werden zwischendurch wach und krabbeln herum. Es gab schon einen in der Brotdose, welche auf der Zahnbürste und ein paar unter Kopfkissen. Und alle heißen Bob.
Angeblich hat sich einer für alle so vorgestellt, bei Greta, sagt Julius.

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Und du nimmst heute….. Jupiter.
Vor diesem Satz zu Beginn der wöchentlichen Reitstunde fürchteten sich meine beste Freundin und ich mich jedesmal SO sehr.
Weil dieses Pferd einfach riesenhaft war.
Ganz lieb, das schon, aber wir fühlten uns ihm irgendwie schrecklich ausgeliefert. Angaloppiert ist er nur, wenn der Reitlehrer mit seinem Schlüsselbund schepperte. Man hoffte zumindestens, dass er es tat, also anzugaloppieren, denn sonst flog das Ding und Jupiter machte einen wahrlich kometenhaften Satz nach vorn.
Ich bevorzuge heute noch eher kleine Pferde.

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Scan 34

Julius war ungefähr vier, als er mir erzählte, er würde eine Stimme in seinem Kopf hören.
Jaja… nickte ich muttimäßig. Klaaaar.
Aber nachdem er immer wieder davon anfing, und wie unheimlich die wäre,
die Stimme im Kopf, fing ich doch an, mir Sorgen zu machen.
Wann die denn käme, und was die sagen würde?
Immer mal wieder sagt die was. Einfach so. Und die macht voll gruselig:
„Schu-huuuuuu…“ Wie ein Geist.
Mmmmh.
Er solle mir nächstes mal Bescheid geben, wenn er sie höre, ok?
Abgemacht.
Eines Nachmittags dann holte ich ihn vom Kindergarten ab.
Jetzt! Mama! Da ist sie wieder!
Wir standen draußen.
Eine Taube gurrte.
Die ist nicht in deinem Kopf, die sitzt da oben im Baum, erklärte ich ihm.
Und wir waren alle beide SEHR erleichtert.

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Endlich hatte ich einen Ausführhund!
Einen Foxterrier.
Er interessierte sich nicht sonderlich für mich am anderen Ende der Leine und schaffte es sogar einmal „tomundjerrymässig“, mich durch schnelles Umrunden so in dieselbe einzuwickeln,
dass ich losließ und er abhauen konnte.Ein Glück nix passiert.
Aber ich mochte ihn sehr und erinnere ich mich wirklich noch an seinen Geruch und wie er sich angefühlt hat.
Leider wohnte Ramses eine ewige Busreise mit dem 85er
(oder dem 3er, 11er? Buszahlen kann ich mir nicht merken…) weit weg in Lichtenrade.
Einmal hat er mir die Hand gepierced, beim Ballspielen, aber nicht extra und das Loch ist längst verheilt.
(ca.1983)

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Achtung hier kommt Karlsson war unser zweiter Whippet, nach Flinn.
Die beiden waren ein Herz und eine Seele. Als Flinn starb, war Karlsson erst eineinhalb Jahre alt.
Als Einziger hat er die erste Windeln ALLER unserer Kinder auslecken dürfen (alter Baby-Hunde-Trick), er stand viermal geduldig neben den Kinderstühlchen, weil er wusste, da fällt viel runter. Artur nannte ihn Pa-pie-pa, Greta wollte auf ihm reiten, Julius war ständig voller Whippethaare, und Nils liess ihn von seiner Bifi beißen.
Er konnte in Berlin Mitte ohne Leine zur Galerie flanieren, hat mit Wolfgang Joop geflirtet, an Regiestühle im Monbijoupark gepinkelt, drei Kaninchen im Tiergarten inmitten des morgendlichen Fahrrad-Berufsverkehrs gekillt, später das Landleben genossen und war mit uns mit eigener Schwimmweste in Schweden, wo die Vermieter so hießen, wie er.
Mit Ferdinand kam er zurecht, aber die große Liebe wurde es nie.
Er wurde 14 Jahre alt und war ein richtig guter Hund.

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Meine Eltern hätten mir (so ungefähr vier Jahre alt) keine größere Freude machen können, als sie mir wiederholt versicherten, sie würden nachts fast ohnmächtig vor Schreck, weil sie dächten, Fuchsi wäre ein lebendiger Fuchs.
Es tröstete mich auch darüber hinweg, dass er einen kleinen Makel hatte:
Er hatte im wahrsten Sinne des Wortes „den Arsch offen“.
„Steiff“ hatte ihn als Schlafanzugaufbewahrungsstofftier konzipiert.
Für eine Handpuppe zu groß, als Kuscheltier etwas leer.
Naja.
Aber passieren konnte mir nix mit ihm. Wer klaut schon nachts ein Kind, wenn ein fast echter Fuchs daneben liegt?
(ab 1974)

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Ida.
Wir stiegen in den blauen Bus ein und es roch irgendwie nach Katzenpipi, wahrscheinlich hatte ihn ein Nachbarkater als den seinen markiert.
So waren wir beim Thema.
Nils war damals zweieinhalb und brauchte nur eine Fahrt zu Lidl, den gesamten Einkauf, die Fahrt zurück nach Hause und das gemeinsame Mittagessen anschliessend,
für seine Argumentation, warum wir dringend eine Katze bräuchten. Ausser mir musste ohnehin keiner lange überzeugt werden.
Am Nachmittag hatten wir zwei Telefonnummern und am Abend einen Termin für den nächsten Tag, zum Katzenbabys angucken.
(nur gucken natürlich!)
Eine Woche später holten wir die Babykatze Ida ab.
Ein Glück, denn sie ist die allercoolste Katze der Welt.
Hatte er recht.