drei wünsche

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Drei Wünsche hättest du frei, meinte die Fee.

Das wäre so ein Sonderparagraph, den zu erklären jetzt zu lange dauern würde.Deshalb müssten die Wünsche auch mit Nils zu tun haben.Damit alles gut für uns werden würde.

Gut.

Ich wünschte mir einen Betriebsausflug der Station, an der alle teilnehmen dürften, ohne dass sie um ihren Job und um ihren Ruf fürchten müssen. Ohne dass sie Angst haben müssten, ihre Approbation zu verlieren. Und ich wünschte mir, dass dann echt alle kommen, die Nils mal abgehört haben, ihm Blut abgenommen oder Pommes gebracht haben. Die ihn operiert und ihm Chemo angehängt haben. Die sich an ihn erinnern, vielleicht auch nur flüchtig oder vom Hörensagen. Sie würden alle mit ihren Autos auf der kleinen Strasse im Wald parken, aussteigen, zum Grab gehen und sich um die gelbe Bank stellen. Jeder würde sich mal draufsetzen wollen. Und die meisten würden weinen. Wir würden am Zaun im Wald hinter den Bäumen stehen, alle, mit allen Hunden und Pferden, ausser Ida, für die wäre das zu weit. Und wir würden beobachten, wie sie dort stehen oder sitzen und an Nils denken. Die Pistole würde zwar in der Tasche stecken, aber nicht benutzt werden. Alle hätten Blumen mitgebracht. Gelbe natürlich. Sie würden dann wieder gehen und alles wäre anders. Weil sie dann anders wären.

Ich wünschte mir, nie zu verbittern. Immer wieder Gelbes zu finden.

Und ich würde wünschen, er wäre noch am Leben.

21 Gedanken zu „drei wünsche“

  1. Das sind wunderbare Wünsche. Ich wünschte, ich kennte eine Fee – ich würde sie sofort zu dir schicken. Nicht einen Wunsch würde ich dir wegwünschen.

  2. Dass es für Wunsch1 so vieler Worte und vor allem einer Fee bedarf… Wie es da so steht, denkt man, es müsste doch so einfach sein. Manchmal ist mir diese Welt mit ihren Regeln/Konstrukten/Strategien zu kompliziert.
    Die Feen sind auch nicht mehr, was sie mal waren. Oder halten die nur gerade Winterschlaf?

  3. Vielleicht braucht es ganz viele Feen mit noch viel mehr Wünschen, bis dein Wunsch Wirklichkeit wird.
    Hätte ich drei Wünsche frei, ich würde dir zwei davon abtreten.
    Herzlich, Katja

  4. Ich bin sehr beeindruckt und gerührt von der Feen-Wunsch-Geschichte. Sie klingt wie ein geträumter Traum. Zum Schluss müssten sie Nils dann doch wieder zurückgeben, den sie inzwischen heimlich geheilt haben. Gut, dass du die Pistole nicht benutzt hast. Sonst ginge das nicht.
    Es tut mir so leid und wenn wir alle 3 Feen-Wünsche hätten, ich würde dir meine geben, damit wir die geforderten 500 oder 1000 zusammenbekämen.
    Alles Liebe! Sabine

  5. … und ich wünsche euch, dass ihr trotz der erschwerten Umstände für Nils Tod wieder zu innerem Frieden findet – dass Nils vorallem *Gelb* ist und bleibt…

  6. Mit immer grösser werdenden Entsetzen habe ich den ganzen, freigegebenen Artikel über die Charité und Nils wahre Geschichte gelesen. Und somit ist mir auch dein Feenwunsch mit Pistole im Sack klar.
    Wär das schön, wenn es die Menschen verändern würde, meine Fee mitsamt den 3 Wünschen wäre dir sicher!
    Ich schicke dir mangels gelb in meinem Garten dafür duftendes pfirsich, hellrosé und aprikosenfarben und zur Würze einen Schuss kräftiges Pink.
    Liebe Grüsse
    Carmen

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